Westworld (1973)

Westworld (1973)

Oder: Vergnügen mit drahtigem Innenleben

Westworld

Brille? Fielmann!

Ein Vergnügungspark für Leute mit viel Geld, die einfach nur abschalten und ihren Fantasien nachgehen wollen. Sei es im dekadenten Rom, in der kruden Ritterszeit oder im stauben Wilden Westen - alles ist möglich. Peter Martin (Richard Benjamin) und Johne Blane (James Brolin) entscheiden sich für die Westernwelt. Dort wird gerauft, geliebt und wild um sich geschossen. Tote gibt es auch, doch das sind die eigentlichen Attraktionen in Westworld. Denn des Nachts werden diese aufgesammelt und wieder zusammengeflickt. Roboter als Attraktionen.

Westworld

Siehe oben...

Wie es so ist in der hochtechnisierten Welt, kann aber auch schnell mal was schief gehen. Als sich die hemmunglosen Spiele in bitteren Ernst wenden und die Elektronik verrückt spielt, geht es den Besuchern des Parks an den Kragen. Plötzlich schiessen die Maschinenmenschen scharf. Aus einem Spiel wird ein Kampf um Leben und Tod...


DVD-Rating

Westworld war Michael Crichtons erste Regiearbeit fürs Kino. Und wie die Story zählt auch der Film mit zum besten aus Crichtons Werk. Entstanden im allgemeinen Verschwörungstrubel der Anfangssiebziger, traf Westworld den Nerv der Zeit. Und irgendwie, auch wenn Frisuren, Effekte und Ambiente durchaus den sympathische Spuren der Zeit zeigen, so hat der Film nach wie vor eine gewisse aktuelle Brisanz zu bieten - das Verlangen nach möglichst authentischer Unterhaltung ist nicht erst mit der X-Box gestiegen! Das kindliche (bübische?) Verlangen selbst mal den Säbel zu schwingen oder im Staub einer Westernstadt den Revolver zu ziehen, kennen wir doch alle noch.

In Michael Crichtons Welt kann und darf man das alles. Man muss zwar deftig dafür bezahlen, aber solch Luxusamusement ist ja nicht neu. Eine der ganz grossen Griffe ist dem Bestsellerautor in seinem Leinwanderstling mit der Besetzung des Bösewichts gelungen: Altstar Yul Brynner gibt den androiden Revolverhelden, wie es sich gehört als bad guy von Kopf bis Fuss in schwarz gekleidet, stoisch ruhig sein Ziel verfolgend. Es war Brynners eigentlich letzte grosse Rolle, quasi als erster Terminator der Filmgeschichte.

Feines Science Fiction Kino, durchaus beklemmend, mit 70er Jahre Feeling, handgemacht (nicht ganz, immerhin darf sich der Film rühmen, die ersten digitalisierten Bilder der Filmgeschichte zu benutzen) und spannend. Drei Jahre später folgte ein gar nicht mal schlechtes Sequel: Futureworld.

Die Extras: Leider gar nichts an Bonusmaterial bei dieser Warner-Tiefpreisproduktion, aber es gibt eine Making Of DVD, separat erhältlich. Das Bild immerhin ist deutlich besser als einige Veröffentlichungen in dieser preislich interessanten Reihe und kann in 2.35:1 anamorph genossen werden. Die Stereotonspur ist ebenfalls ganz okay.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

31.07.2006 / pb

Community:

Bewertung: 4.8 (17 Bewertungen)

 

 

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