Sssssss (1973)

Sssssnake Kobra

Sssssss (1973) Sssssnake Kobra

Oder: Horror nach Studienschluss

Wo ist Hannibal?

Wo ist Hannibal?

Der Schlangenforscher Dr. Stoner (Strother Martin) lebt mit seiner Tochter Kristina (Heather Menzies) etwas ausserhalb der grossen Stadt und sucht einen neuen Assistenten. Um sich diesen zu finden, wendet er sich an das lokale College, wo ein Kandidat ausgesucht werden soll. Im jungen David (Dirk Benedict) wird ein geeigneter Mann gefunden, der die Stelle auch sofort antritt.

Züngelst du schon?

Um sich gegen die auf der Farm des Doktors gezüchteten Giftschlangen zu schützen, wird dem jungen David regelmässig ein Serum gespritzt. Doch diese Flüssigkeiten haben noch eine ganz andere Wirkung: Obwohl die Schlangen eine ständige Bedrohung sind und auch schon den einen oder anderen Menschen auf dem Gewissen haben, ist Dr. Stoner nicht von seiner Vision abzuhalten, die perfekte Kreatur zu erschaffen. Ein Lebewesen mit der Intelligenz eines Menschen und dem Überlebenswillen einer Schlange. Und Student David entdeckt auch schon bald die ersten Schuppen auf seiner Haut...


DVD-Rating

In den Siebzigerjahren schlug bekanntlich die Natur zurück: Tiere wurden als Bösewichte in Horrorfilmen etabliert, Monster erschaffen, und selbst die normale Spinne verbreitete Angst und Schrecken. Mit den Schlangen sah es ähnlich aus. Doch statt die Reptilien in gigantischen Mengen auf die Menschen loszulassen, brachte Bernhard L. Kowalski den Film Sssssss auf die Leinwand. Da wird zwar auch gezüngelt, was das Zeug hält, aber im Mittelpunkt steht die Umwandlung eines Menschen in eine Schlange.

Richtig, A-Team-Faceman Dirk Benedict wird zum Reptil. Und das mittels Spezialeffekten, die vor 40 Jahren wahrscheinlich spektakulär waren, heute aber nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen. Das bezieht sich hauptsächlich auf die angesprochene Umwandlung und das Endresultat davon, während die Szenen mit den echten Schlangen (keine Spezialeffekte) richtig toll aussehen. Da spielt der Film auch seine Stärke aus und hebt sich ab von den Monsterfilmen früherer Jahre, in denen man die Effekte auch vom Schiff aus erkennen konnte.

Die Geschichte an sich ist eigentlich nicht so speziell, wie es uns der auf der DVD vorhandene Trailer verspricht. Sie braucht ein paar Minuten, um richtig interessant zu werden, und auch dann braucht es viel guten Willen, um sie zu geniessen. Denn ausser dem angesprochenen Benedict hinterlässt hier keiner der Darsteller einen bleibenden Eindruck. Und Benedict schafft das halt auch nur, weil er als "Schlange" so grenzenlos dämlich aussieht...

Fazit: Sssssss ist für Liebhaber von Schlangen sicherlich einen Blick wert. Und wer Dirk Benedict gerne bei der Arbeit zusieht, sollte auch einen Blick riskieren. Auf die Geschichte und die Effekte bezogen, wird allerdings einmal mehr bewiesen, dass ein schönes Filmcover und ein reisserischer Trailer halt doch nicht vor einem schwachen Film schützen.

Die DVD zu Sssssss enthält eine deutsche Super-8-Filmfassung, die etwa 16 Minuten dauert. Wer sich also den ganzen Film sparen möchte und keinen Wert auf Bildqualität legt, hat hier eine Alternative. Ansonsten liegt ein nettes Booklet bei, und die Bildergalerie kann sich ebenfalls sehen lassen. Technisch merkt man der Produktion natürlich ihr Alter an, denn ein etwas matter Ton und einige Flecken im Bild zeugen davon.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.02

 

20.06.2010 / muri

Community:

Bewertung: 2.2 (5 Bewertungen)

 

 

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