The Godfather (1972)

Der Pate

The Godfather (1972) Der Pate

Oder: History in the making

The Godfather

Kartoffel verschluckt?

"Don" Vito Corleone (Marlon Brando) ist der Mann, zu dem man geht, wenn etwas nicht so läuft, wie es eigentlich sollte. Er ist der Pate, der Godfather. Und heute heiratet seine Tochter. Wenn das nicht schon Freude genug wäre, kehrt auch sein Sohn Michael (Al Pacino) aus dem Krieg zurück und das italienische Leben könnte besser nicht sein.

Die ganze Familie Corleone gehört zu den mächtigsten und einflussreichsten Clans in New York. Sie bestechen Gerichte, kaufen Politiker und haben einen grossen "Freundeskreis", der sie respektiert und anhimmelt. Doch wehe, wenn einer der Familie eben diesen Respekt nicht zeigt. Wehe, wenn jemandem der Familie Schaden zugefügt wird. Dann zeigt sich das wahre Gesicht der Corleones und da landet schon mal ein abgeschnittener Pferdekopf im Bett, nur um das Opfer auf den richtigen Weg zu lotsen.

The Godfather

"Nächstes Mal nehmen wir ein grösseres Auto"

Die neueste Mode ist der Drogenverkauf. Ein Importeur möchte die Verbindungen der Corleones nützen, um seine Drogen in der Stadt zu verkaufen. Doch der grosse Vito, ein Mann alter Schule, hat seine Zweifel und lässt das Geschäft platzen, obwohl es finanziell lohnenswert wäre. Aber Drogen gehören nicht in die Nähe von Schulen und von Kindern. Drum wird aus dem Geschäft nichts. Als Vito einige Tage später auf offener Strasse angeschossen wird, ist der Krieg der Familien eröffnet.

Michael hatte bisher mit all dem nichts zu tun. Er lebte sein Leben ausserhalb der Familie und mit den Machenschaften von Vater und Bruder Sonny (James Caan) hatte er nichts am Hut. Bis zu diesem Tag. Denn wenn das geschäftliche persönlich wird, dann wird ein Sizilianer zum äussersten gezwungen. Durch sein Handeln zur Flucht gezwungen, nähert sich Michael auf Sizilien den Wurzeln der Familie. Er heiratet und muss dann feststellen, dass er weitab von der Familie ebenso wenig sicher ist, wie mitten im pulsierenden Leben von New York. Langsam schwingt sich der ehemals unscheinbare Michael zum neuen Paten herauf, der die Rolle seines Vaters mehr als nur ausfüllt.

The Godfather

Godfather in the making

Doch mit was er sich herumschlagen muss, ist Strassenkrieg, offene Anfeindungen von ehemals verbündeten italienischen Familien und ein Drogenhandel, der das ganze "klassische" Mafiageschäft kaputt zu machen scheint. Vertrauen ist selten, Männer wechseln Familien und die Zukunft der Familie Corleone ist mehr als nur ungewiss.


DVD-Rating

The Godfather ist der Film aller Filme. Wenn man die verschiedenen Hitparaden der besten Filme aller Zeiten anschaut, ist dieses Werk von Francis Ford Coppola regelmässig auf den ersten Plätzen zu finden. Auch bei der grössen Filmdatenbank der Welt (imdb.com) liegt der Film auf Platz 1. Ein Klassiker ist er längst und seine Fortsetzungen stehen dem Original kein bisschen hinten nach. Dazu brachte man diverse Oscars mit nachhause, unter anderem Marlon Brando für seine Rolle als Vito Corleone.

Einen solchen Klassiker zu bewerten ist nicht ganz einfach. Denn nicht jedermann gefällt das Genre des Mafiafilms und viele Leute können heutzutage mit den Filmen aus den 70er Jahren nichts mehr anfangen. Langsam erzählt, detailgetreu und die Hauptmerkmale auf den Charakteren und Personen. So präsentiert sich "The Godfather". Es dauert ein bisschen, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, was allerdings für Studien der Figuren optimal genützt wird. Da ist ein fast allmächtiger Mann, der für Gefallen so ziemlich jedem aus der Patsche helfen kann. Seine Söhne sind ruhig und desinteressiert einerseits und aufbrausend und temperamentvoll andererseits. Dazu kommt die Tochter, die einen auf den ersten Blick netten Mann heiratet, der später dann ebenfalls die Wut und Macht der Familie zu spüren bekommt.

Schauspielerisch wird hier erste Sahne präsentiert. Selten (wenn nicht "nie") war Marlon Brando so gut in seinem minimalen Schauspiel und er hat den Oscar absolut verdient abgeräumt. Obwohl er diesen ja schlussendlich gar nicht akzeptierte und eine als Indianierin verkleidete Schauspielerin zur Verleihung schickte, was in Hollywood zu einem Skandal führte. Nachdem man anfänglich die Rolle von Al Pacino als Nebenrolle betrachten könnte (denn er wird erst nach einer Weile so richtig aktiv), steigert sich auch diese Performance ins absolut überzeugende. Überhaupt konnte ich keine Rolle ausmachen, die man nicht abkaufen würde oder die irgendwie nicht passen würde. Und obwohl die Frauen in diesem Film eine untergeordnete Rolle spielen, sind auch ihre Figuren hervorragend besetzt.

Fazit: Zurecht spricht man hier von einem Klassiker. Für viele Fans der Trilogie ist dann allerdings sogar Teil 2 noch eine Stufe besser als dieses Original. Das wird sich zeigen, wenn ich die Fortsetzung endlich einmal wieder beäugen kann. Zu diesem Teil ist zu sagen, dass man einen Film vorgesetzt bekommt, der absolut überzeugt und der für Fans des Genres ein Highlight des Filmes darstellt. Auch wenn man mit Mafia, Spaghetti und Familientradition nicht soviel anfangen kann, so wird man unbestritten von der Geschichte fasziniert und bringt bis zum bitteren Ende die Augen kaum mehr vom Bildschirm weg. Klasse!

Die vorliegende (einfache) DVD hat leider absolut keine Extras zu bieten. Um eine Version mit Hintergründen und Berichten sein Eigen zu nennen, wird man wohl oder übel zu einer der vielen Godfather-Boxen greifen müssen, die man überall kaufen kann. Leider lag uns kein solches Exemplar vor, weshalb der Bericht über die Features dieses Filmes leider ausfallen muss.

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5.5 Sterne (104 Bewertungen) | 60 Kommentare

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26.10.2004 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 04.11.2004

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (Mono), Englisch (Dolby Surround)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch
  • Extras: niente