Deliverance (1972)

Beim Sterben ist jeder der Erste

Deliverance (1972) Beim Sterben ist jeder der Erste

Oder: Kanufahrt mit Hindernissen

Deliverance

Mit Pfeil und Bogen...

Vier Freunde fahren nach Georgia um einem Fluss sozusagen die letzte Ehre zu erweisen; mit der Kanufahrt will ihr Anführer Lewis (Burt Reynolds) seinen Freunden die wunderbare Gegend zeigen, die alsbald von einem geplanten Stausee verschlungen wird. Die Stadtmenschen fühlen sich allerdings im Hinterland Georgias alles andere als wohl. Nichts da vom Komfort eines Hotelbetts, dafür Mückenstiche und Fisch frisch aus dem kühlen Nass.

Deliverance

... und zu wenig Schnauf!

Als Bobby (Ned Beatty) und Ed (Jon Voight) von zwei Hinterwäldner überfallen werden und Bobby von einem gar vergewaltigt wird, kann Lewis im letzten Moment eingreifen. Er tötet einen der Schergen mit einem gezielten Schuss mit seinem Jagdbogen und schlägt den anderen in die Flucht. Durch diese Geschehnisse ist die Romantik der Flussfahrt natürlich vorbei und die Gruppe will sich so schnell wie möglich an den Zielort bewegen, was allerdings nur mit der Überwindung heikler Stromschnellen zu schaffen ist. Als Drew dabei (Ronny Cox) umkommt, sind sich die Überlebenden sicher, dass er einem Gewehrschuss zum Opfer gefallen ist, der irgendwo von den Felsen gekommen sein muss...


DVD-Rating

Zum 35jährigen Jubiläum ist diese Special Edition von Deliverance erschienen - John Boormans grossartige Verfilmung, die auf einem Roman von James Dickey beruht, mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen und beeindruckenden Darstellern. Noch heute ist der Film ein atemberaubendes und nervenaufreibendes Werk, handwerklich toll umgesetzt.

Burt Reynolds sieht man hier in seiner Pre-Komödienzeit als Actiondarsteller durch und durch und vor seinem ganz grossen Durchbruch, Jon Voight gibt eine seiner Glanzleistungen, die zu jener Zeit desöfteren von ihm zu sehen waren (Midnight Cowboy, Catch-22) und Ned Beatty spielt den herumstänkernden, pumeligen Grossstädter, dessen Leben sich mit einem, wie er es sich vorstellte, locker-flockigen und bierseeligen Trip völlig verändern wird.

Deliverance war damals und ist heute noch kein unumstrittenes Werk, ob als Film oder als Buch. Die Rednecks im Hinterland Georgias werden als zurückgebliebene Halbkriminelle hingestellt, die Darstellungen und Taten der "Einheimischen" sind ziemlich unmissverständlich. Nichtsdestotrotz ist Deliverance ein Film, der bei mir beim erstmaligen Sehen vor vielen Jahren einiges an Schweissperlen freigesetzt hat und mein Sehverhalten in Sachen Kino nachhaltig beeinflusste - noch heute strahlt er eine besondere und packende Atmosphäre aus, auch wenn man ihn nicht mit den schnell geschnittenen, temporeichen Actionfilmen heutiger Zeit vergleichen sollte.

Ganz grosses Kino, eindrücklich verfilmt mit grossartigen Bildern von Kameramann Vilmos Zsigmond.

Extras: Die DVD wurde zusätzlich mit einer vierteiligen Retrospektive anlässlich des 35. Jahrestages der Premiere ausgestattet. Die einstigen Stars, der Regisseure und andere berichten darin über die schwierige Umsetzung der Romanvorlage. Ebenfalls zu finden sind ein Audiokommentar von John Boorman und das originale Making Of zum Film, das bereits auf der vorhergehenden DVD zu finden war. Die Bildqualität ist bemerkenswert gut, der dokumentarische und beobachtende Stil vieler Bilder kommt besonders gut auf Leinwand herüber. In Sachen Ton sollte man sich an die Originalspur halten, die auf DD 5.1 abgemischt wurde.

5.1 Sterne 4.2 Sterne
5.1 Sterne (19 Bewertungen) | 13 Kommentare

5.55.5
18.10.2007 / pb


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 21.09.2007

  • Bildformat: 2.40:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Spanisch (Mono), Engisch (DD 5.1), Polnisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Kroatisch
  • Extras: Vierteilige Retrospektive; Audiokommentar vom Regisseur; Original-Doku "Die gefährliche Welt von Deliverance"; US-Trailer