A Clockwork Orange (1971)

Uhrwerk Orange

A Clockwork Orange (1971) Uhrwerk Orange

Oder: Jeder Mensch lebt wie ein Uhrwerk

A Clockwork Orange

Voll im Rausch!

Alex (Malcolm McDowell) ist der Anführer einer Bande von Radaubrüdern, genannt die "Droogs". Nacht für Nacht genehmigen sie sich erst ein Glas Milch und gehen dann auf Verwüstungstour. Bettler verprügeln, Frauen vergewaltigen, in Häuser einbrechen und schlussendlich sogar Mord. Doch innerhalb der Gruppe gibt es Probleme, denn mit Alex' autoritärem Führungsstil finden sich die Mitläufer nicht mehr ab und stellen ihm darum eine Falle, in die er auch prompt tappt.

A Clockwork Orange

Der SF-Zuschauerrat

Von der Polizei festgenommen, wird Alex zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt und tritt seine Strafe an. Da hört er von einer neuen Heilmethode, der sogenannten "Ludovico-Technik", mit der Gefangene innerhalb kürzester Zeit resozialisiert werden können. Alex meldet sich für diese Therapie und sieht sich grausligen Folterungen ausgesetzt. Ihm werden brutale Filme vorgesetzt, die jeweils mit bestimmter Musik untermalt sind. Ausserdem werden ihm die Augenlider maschinell offen gehalten, so dass Blinzeln nicht mehr geht und der Kandidat dieser Methode an die Grenzen des Wahnsinns gerät. Gewalt und Hass verkommen zu Fremdwörtern. So kommt es auch, dass Beethoven-Fan Alex ausgerechnet beim Hören von dessen 9. Sinfonie künftig das Gefühl bekommt, dass der Freitod dann die einzige Alternative ist.

Alex wird aus dem Gefängnis/der Klinik entlassen und muss nun versuchen, seinen Platz in diesem trostlosen England wieder zu finden. Doch das stellt sich als sehr schwer heraus. Denn nicht nur haben seine Eltern sein Zimmer weitervermietet und die ehemaligen Kumpels, die "Droogs", haben sich auch weiterentwickelt. Und dann sind da noch die Überlebenden der Attacken von damals....


DVD-Rating

Filme von Stanley Kubrick sind vieles. Eines aber sind sie nicht. Massenware von der Stange. Der Meister brachte viele Filme ins Kino, von denen die Meisten auch noch heute grossen Bekanntheitsgrad haben. Full Metal Jacket, Eyes Wide Shut und natürlich seine Ode an die Gewalt, A Clockwork Orange.

Man staunt. Definitiv. Wenn die Hauptfigur Alex mit seinem Spazierstock und den künstlichen Wimpern brutal auf Penner einschlägt, frisch fröhlich vergewaltigt oder mit irrem Blick (und dem Milchglas in der Hand) in die Kamera guckt. Ja, der Kerl hat ein Hasspotenzial, das er sich enorm schnell aufbaut und manch ein Zuschauer ist froh, wenn dieser Kerl endlich hinter Schloss und Riegel sitzt. Was danach folgt, kehrt die Sympathiewerte des Charakters "Alex de Large" komplett. Aus dem Täter wird das Opfer und wenn man bemerkt, wie böse mit dem "geheilten" Mann umgesprungen wird, kommt man schon ins Grübeln, wer denn jetzt die wahren Bösewichte sind.

Hauptdarsteller Malcolm McDowell ist hier ganz klar der Herr und Meister über die filmische Umsetzung des Buches von Anthony Novelle. Ausserdem spricht er im Original ein herrliches British-Englisch, gespickt mit russischen Begriffen, die man erst mit zunehmender Dauer des Films so richtig zuordnen kann. Nicht umsonst wurde der Darsteller, der in letzter Zeit mit Filmen wie Star Trek: Generations, I Spy oder zuletzt in Halloween zeigte und auch in Heroes (die TV-Serie) Auftritte hatte, 1972 mit einem Golden Globe ausgezeichnet.

Der Film ist gewalttätig, sexistisch und teilweise sehr verwirrend geschnitten. Aber erstens waren das die "wilden" Siebziger und zweitens hiess der Regisseur Stanley Kubrick. Also wenn einzelne Szenen beim Anschauen des Films auch nicht grad den sinnvollsten Eindruck machen, schlussendlich passt alles und das auf beeindruckende Weise. Die Kombination der schrägen Kostüme, des zeitweise recht wirren Sets und der ernsten, tragischen und brutalen Geschichte, machen aus A Clockwork Orange einen Film für die Ewigkeit.

Fazit: Als Zuschauer muss man sich auf diesen Film einlassen. So nebenher gucken geht nicht. Getragen von einem, in diesem Film, hervorragend agierenden, Hauptdarsteller, unterstützt von herrlich passender Filmmusik und mit Szenen, die in Musik- und Filmwelt weiterhin als Inspiration dienen, ist A Clockwork Orange ein Klassiker, der diese Bezeichnung mehr als nur verdient.

Neu aufgelegt, kommt dieser Film aus dem Jahr 1971 jetzt als Doppel-DVD-Edition erneut in den Handel. Auf der ersten Disc ist natürlich der zweistündige Film drauf, welcher von einem optional anklickbaren Audiokommentar von Malcolm McDowell, der hörenswert über die damalige Zeit erzählt. Vor allem, wie er die bei der Gruppensexszene den Regisseur verärgerte....

Auf der zweiten Disc sind drei längere Dokumentationen zu finden, welche die Themen des Einflusses des Films, der Dreharbeiten und natürlich des Hauptdarstellers haben. Allesamt lohnen sich den Anblick und man kriegt viele schöne Bilder von damals zu sehen, untermalt mit teils spitzen Kommentaren und haufenweise Infos. Toll.

A Clockwork Orange wurde vor über 30 Jahren gedreht und für diese neue Edition sound- und bildtechnisch sehr schön überarbeitet. Nun klingen Beethovens Klänge im sauberen Dolby Digital durch die Boxen und auch wenn das Bild teilweise einen etwas verdreckten Eindruck macht, so darf man sich diese Edition ohne Gewissensbisse in das heimische DVD-Regal stellen.

5.2 Sterne 4.6 Sterne
5.2 Sterne (76 Bewertungen) | 13 Kommentare

6.0 Sterne6 von 0.0-6.0
10.12.2007 / muri


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 07.12.2007

  • Bildformat: 1:1.66 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Spanisch, Türkisch
  • Extras: Trailer, Audiokommentar, "The Return of A Clockwork Orange", Making-Of, O Lucky Malcolm