Patton (1970)

Patton - Rebell in Uniform

Patton (1970) Patton - Rebell in Uniform

Oder: Zünftig den Marsch blasen!

Ein Salut den Streifen!

Ein Salut den Streifen!

1942 landen die USA auf Marokko, um zum ersten Mal in den Krieg gegen die Deutsche Wehrmacht und deren Verbündeten einzugreifen. 1943 erleiden sie gegen die kampferprobte Armee von Wüstenfuchs Rommel (Karl Michael Vogel) eine vernichtende Niederlage bei Sidi Bou Zid und dem Kasserine Pass. Zu unerfahren sind die US-Soldaten und ihre Fürhungskräfte. Eisenhower setzt daraufhin General Patton (George C. Scott) als neuen Befehlshaber des II. Corps ein.

Auch ein Wüstenkrieg

Auch ein Wüstenkrieg

Mit seiner cholerischen Art auf Disziplinlosigkeit hinzuweisen, stösst er nicht bei allen Untergebenen auf Verständnis, aber Patton schafft es die Deutschen bei einer Gegenoffensive zurückzudrängen und Rommel in Nordafrika zurückzubinden. Doch der Erfolg wird geschmälert, als Patton erfährt, dass Rommel zu jener Zeit wegen Krankheit nicht in Afrika anwesend war. Und ein Sieg gegen den grossen Gegenspieler Rommel täte der Primadonna, wie sich Patton selber scherzhaft nennt, nur allzu gut.

Mit dem Britischen General Montgomery liefert er sich, nachdem er die Führung der 7. Armee übernommen hat, ein "Fernduell" um die Einnahme Siziliens und lässt sich als Befreier Süditaliens feiern, nachdem er die Anweisungen, die linke Flanke der Britischen Armee zu schützen missachtet und mit allen Mitteln vor Monty in Messina zu sein.

Grosse Generäle - grosse Allüren

Grosse Generäle - grosse Allüren

Als Patton einen Soldaten ohrfeigt und diesen der Feigheit bezichtigt, dreht sich der Wind gegen den eigenwilligen General endgültig. Seine Art findet bei seinen Vorgesetzten immer weniger Verständnis und so wird er schliesslich nach England und von den Kampfplätzen abberufen, was einem alten Kriegsherren wie ihm gar nicht gerecht wird. Patton soll in England eine "Schattenarmee" aufbauen und den Deutschen die Invasion bei Calais vorgauckeln, während die Allierten in der Normandie landen.

Zu Ehren kommt der General schliesslich wieder als der Vorstoss der US-Armee in Nordfrankreich stockt und er bei der Operation Cobra von seinem neuen Vorgesetzten, Omar Bradley (Karl Malden), den Auftrag erhält, den Vorstoss voranzutreiben.


DVD-Rating

Patton ist ein faszinierender Film über eine spannendende und gleichzeitig sehr umstrittene Persönlichkeit, General George S. Patton, 4-Sterne General der U.S. Armee, dessen Taktiken und Forschheit den Achsenmächten das Fürchten lehrte. Der Film deckt die Geschehnisse von 1943 bis 1945 ab, eine an sich kurze Zeitphase, die aber genügend Stoff bietet um den Charakter dieses Streitrosses, "Old warhorse" wie er sich selbst zu nennen pflegte, zu erforschen.

Gespielt wird der knallharte General von einem charismatischen George C. Scott, passender hätte eine Besetzung kaum ausfallen können. Scott kehrt sein Innerstes nach aussen, um den cholerischen Charakter des Generals wiedergeben zu können, eine schlicht grandiose Performance (den dafür zugesprochenen Oscar lehnte er mit der Begründung ab, dass Schauspielerei kein Wettkampf sei). An seiner Seite agiert ruhig und besonnen, quasi als Gegenpol, Karl Malden in der Rolle des hemdsärmligen General Omar Bradley. Der Deutsche Schauspieler Siegfried Rauch, hierzulande für diverse Serienrollen bekannt, ist als Informationsoffizier zu sehen, der die Persönlichkeit Pattons für die Nazis beleuchten soll.

Mit The Sand Pebbles ist Patton das beste Werk von Franklin J. Schaffner, der es hier schafft, nicht nur einen kurzen aber nachhaltigen Ausschnitt aus einer Biografie zu zeigen, sondern auch die Kriegsgeschehnisse von Nordafrika bis zur Ardennenschlacht zu beleuchten. So ergibt sich eine gelungene Mischung aus toll gemachtem Kriegsfilm und extrovertiertem Porträt, einer der besten Filme der 70er Jahre und zurecht mit sieben Oscars (Film, Regie, Hauptdarsteller) ausgezeichnet.

Grossartig!

Extras: Zu den Extras der auf zwei DVDs geteilten Edition gehört eine sehr gute und informative Making Of-Dokumentation mit diversen Persönlichkeiten (u.a. Oliver Stone). Auf einer isolierten Tonspur ist ausserdem der Score von Jerry Goldsmith zu hören. Das Bild der DVD ist recht beachtlich. Die Farbkompositionen und das beeindruckende, plastisch und in der Tiefenschärfe atemberaubende Breitwandformat werden sehr schön wiedergegeben, auch Artefakte das optische Vergnügen ein wenig trüben. Die Tonspur wurde digital überarbeitet und ist für einen fast 40jährigen Film recht lebhaft ausgefallen, wenn auch hauptsächlich auf die Frontlautsprecher fixiert.


OutNow.CH:

Bewertung: 6.06

 

26.05.2008 / pb

Community:

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