The Aristocats (1970)

The Aristocats (1970)

Oder: Everybody wants to be a Cat!

Die Katzendame Duchesse hat ein edles Zuhause in Paris. Ihre Madame ist zwar schon etwas älter, kümmert sich aber liebevoll um ihre Büsis und hat Freude an den drei Kleinsten Toulouse, Marie und Berlioz.

The Aristocats

DJ, spin that Shit!

Da wir das Jahr 1910 schreiben, fährt die Familie natürlich in der schönen Kutsche herum und Madame hat einen Butler namens Edgar. Dieser staunt dann auch nicht schlecht, als er mitbekommt, dass die ältere Dame ihr Testament ändert, aber ihn, den ewig treuen Butler, nur an zweiter Stelle als Erben einsetzt. Nur wenn den Katzen etwas passieren sollte, würde das Vermögen auf Edgar übergehen.

Dieser Situation muss Paroli geboten werden und Edgar schnappt sich die Büsis in einen Sack und will sie mitten in der Nacht aussetzen. Da kommen ihm zwar die beiden Hunde Napoleon und Lafayette dazwischen, aber immerhin kommt er ohne die Katzenbande heim und freut sich innerlich auf die grosse Kohle.

The Aristocats

Take Out Gourmet

In der Zwischenzeit haben Duchesse und ihre Kids keine Ahnung wo sie sind. Glücklicherweise taucht der Rumtreiber, Sonnyboy und Strassenkatze O'Malley auf, der sich der verlorenen Familie annimmt. Mit Hilfe von Charme, Witz und viel Mut will der Kater versuchen, seiner schönen Begleitung und deren Kids zum Rech zu verhelfen. Auch seine Strassenkatzen-Kumpels, die den Swing im Blut haben, stehen der Familie mit aller Kraft zur Seite.


DVD-Rating

Nachdem man 1967 mit dem Dschungelbuch riesige Erfolge feierte, blieben die Macher der Walt Disney Studios ihrem Motto treu und verknüpften ein weiteres Mal swingende Musik und tanzende Tiere. Dieses Mal gings aber nicht in den Dschungel, sondern ins noble Paris, in dem die Aristocats ihre Abenteuer erleben durften.

Maurice Chevalier, der bekannte französische Chansonier, kam für diesen Film, respektive für dessen Titellied, nochmals extra aus dem Ruhestand und schmetterte den Song in einer Mischung aus Englisch und Französisch daher, so das bereits am Anfang von Aristocats der Standard für die Lieder hoch angsetzt wurde. Weiter waren die Gebrüder Sherman für die fetzigen Songs zuständig.

Natürlich ist Aristocats inzwischen einer der bekanntesten Klassiker aus dem Hause Disney. Die einfache Geschichte wird kindgerecht erzählt, dem Bösewicht kann man eigentlich nicht richtig böse sein und die drei kleinen Kätzchen sind zuckersüss. Zwischendurch, wenn die Swing-Katzen Dampf ablassen, wirds ein bisschen gar psychodelisch und die Farbmischung scheint nicht so recht zur sonst schönen Geschichte zu passen, aber diese Szene ist glücklicherweise nicht besonders lang.

Stimmlich überzeugt die deutsche Synchronfassung genauso wie das englische Original. Die Songs sind sehr gut vorgetragen, vielfach herzig mit Bildern untermalt, bleiben aber nicht wirklich so im Ohr hängen, wie das bei anderen Disneyfilmen der Fall war. Dafür arbeiten die Figuren mit viel Charme, Witz und kurze Sequenzen sind herrlich abstrus. So sieht zum Beispiel ein in einem Bistro sitzender Franzose eine Bande Strassenkatzen an sich vorbeirennen, die von einer Maus mit rotem Hut gejagt werden. Das bringt ihn doch glatt dazu, die vor ihm stehende Flasche Wein auszuschütten. Klischee hin oder her, ein bisschen mehr solcher Szenen hätten dem Film schlussendlich sicher gut getan.

Fazit: Was One Hundred and One Dalmatians für Hundefreunde ist, dürfte Aristocats für Katzenliebhaber sein. Der Film ist natürlich klassisch gezeichnet (was man ihm in einzelnen Szenen auch ansieht), hat sehr schöne Hintergründe, viel Witz und fetzige Musik. Ein Klassiker, der diese Bezeichnung verdient hat.

Die Extras haben mit einem Spiel mit einem "virtuellen Kätzchen" eine neue Art von Beschäftigung erhalten. Wie einst beim Tamagotchi muss man hier sein Büsi füttern, kraulen oder ihm was zu spielen geben. Wurde das zehnmal richtig gemacht, reibt sich die Katze am Bildschirm, das für den Spieler als "Belohnung" aufgefasst werden muss. Ausserdem können Interessierte ein bisschen an ihrem englischen Wortschatz arbeiten, wenn die Katzen ihre Musikinstrumente vorstellen.

Eine einzelne, bislang unveröffentlichte Szene und eine heitere Geschichte über Katzen sind die nächsten Features, durch die man sich klicken kann. Richard Sherman und sein Bruder bekommen ihr eigenes und verdientes Filmchen über die Arbeit an der Musik und einer Anekdote über Maurice Chevalier. Ein Sammelalbum mit vielen Bildern und Trailers von Enchanted oder WALL-E schliessen die gelungenen und informativen Extras ab.

Der Ton ist natürlich neu restauriert worden und swingt jetzt im klaren Dolby Digital-Sound durch die Boxen und auch am Bild wurde gearbeitet. Das tut dem Film sehr gut, lässt ihm aber diesen Charme vergangener Jahre.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

22.02.2008 / muri

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