The Wild Bunch (1969)

The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz

The Wild Bunch (1969) The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz

Oder: Stil und Blut im Wilden Westen!

The Wild Bunch

Sonntagsspaziergang?

1914: Bei einem Lohnbüroüberfall in San Rafael geraten Pike Bishop (William Holden) und seine Outlaws in einen Hinterhalt. Nach einem wilden Feuergefecht entkommen die Verbrecher nach Mexiko. Dort lockt sie der Banditen-General Mapache mit einem Angebot: Für 10.000 Dollar sollen sie einen US-Munitionszug ausrauben. Der Coup gelingt, doch Mapache weigert sich zu zahlen. Als er einen von Bishops Leuten killt, schlagen die Helden zurück ...


DVD-Rating

Viele Superlativen sind mit The Wild Bunch verbunden: Einläuten des Ende des Westernfilms, die Hohezeit der Gewaltszenen, Höhepunkt einer Regiekarriere. Letzteres darf wohl als wirklich zutreffend bezeichnet werden. In The Wild Bunch kumuliert sich alles was Sam Peckinpah zuvor und danach erschuff. Peckinpah hat eine besondere Filmografie und er ist einer der ganz grossen "Anecker" und Nein-Sager in Hollywood gewesen - mit The Wild Bunch hat er etwas ganz besonderes geschaffen, noch ehe Spaghetti und tanzende Wölfe den Wilden Westen vereinnahmen.

The Wild Bunch ist eine exzellente Studie einer Gruppe Verlierer. Brutale, verachtenswerte, lebensfeindliche Outlaws. Und doch verbindet man am Ende sowas wie Sympathie mit Peckinpahs Charakteren. In dezenten, kleinen Andeutungen und Texten, aber auch in Krassheit und Zurschaustellung schafft er eine Verbindung mit den Antihelden und durchforstet ihre unnützen Existenzen. Und dass Peckinpah mit The Wild Bunch einen Stil begründete, den man später allzu gerne "missbrauchen" (auch der Regisseur selber schaffte dies) und der viele inspirieren würde, einen visuell gewaltigen Film, der zeitlos und perfekt wirkt.

Sam Peckinpah ist und war einer der am meisten missverstandenen Filmemacher, ein Tyrann am Set, ein Mann, der in Alkohol und Selbstzerfleischung versank, ein Stilist und Egozentriker. Was er filmisch hinterliess, ist manchmal fad, manchmal einfach grandios, dann wieder, liess man ihm zu viel Freilauf, konfus. Mit The Wild Bunch hat der den Abgesang des Helden perfektioniert und seinen persönlichen Höhepunkt geschaffen. Der Antiwestern mit vielen Westernelementen schlechthin.

Extras: Die Warner Edition ist wirklich eine grossartige Sache. Aufgeteilt auf zwei DVDs sind viele bemerkenswerte Extras enthalten, die das Leben Peckinpahs und sein Schaffen beleuchten und in ein spezielles Licht rücken, ein in schwarzweiss gehaltenes Making Of-Doku enthält und mit nicht verwendeten Szenen spielt. Schade, dass Nick Redmans Doku nur ausschnittweise enthalten ist. Die Bildqualität ist hervorragend, ein Zungenschnalzer für Liebhaber des guten Bildes (bei älteren Filmen notabene), gepaart mit sauberem, recht vordergründigem Ton. Das Set ist en cineastisches Muss!

5.4 Sterne 6.0 Sterne
5.4 Sterne (12 Bewertungen) | 3 Kommentare

6.0 Sterne6 von 0.0-6.0
03.03.2006 / Warner Home (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 24.02.2006

  • Bildformat: 2.40:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch (DD 5.1), Ungarisch (Mono)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch u.v.m. (Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte)
  • Extras: DVD 1: Audiokommentar; Trailershow. DVD 2: Nicht verwendete/verpatzte Szenen; Sam Peckinpah's West; Dokumentarfilm: The Wild Bunch, An Album in Montage; Doku Sam Peckinpah, Mexiko und The Wild Bunch.