James Bond - Casino Royale (1967)
James Bond - Casino Royale (1967)
Oder: Uuh, James...
Eigentlich ist Agent Sir James Bond (David Niven ja bereits im Ruhestand und lässt es sich gut gehen. Man(n) wird ja auch nicht jünger, oder? Als aber die Geheimdienstchefs der Engländer, Russen, Amerikaner und Franzosen auftauchen, um den Herrn Bond wieder zu reaktivieren, lehnt der erstmal freundlich ab. Die Bombardierung seines Hauses ist die Antwort und Bond findet sich bald in der Position von "M" wieder, der bei den explosiven Ereignissen seinen Tod fand.
Doch der MI-6 ist auch nicht mehr das, was er mal war. Immerhin ist Moneypenny (Barbara Bouchet) noch da und die sieht noch genau so knackig aus, wie damals. Kein Wunder, denn sie ist ja auch nicht die Original-Tipse, sondern deren Tochter. Die Organisation "Shmersh" fängt inzwischen auch an, ihre Fäden zu spinnen. Dieser legendäre Agent Bond, der eigentlich schon lange als tot galt, muss vernichtet werden. Und dafür ist ihrem Anführer jedes Mittel recht.
Bond hingegen hat sich einen Plan zu Recht gelegt. Er will auf der ganzen Welt "James Bonds" rekrutieren, die ihm helfen sollen, die Verbrecherorganisation zu bekämpfen. Da wäre einmal der schöne Agent Cooper (Terrence Cooper), der vor allem die Nachtarbeit mit schönen Frauen beherrscht. Evelyn Tremble (Peter Sellers) ist ein starker Baccarat-Spieler und soll auf "Le Chiffre" (Orson Welles) angesetzt werden, der scheinbar für "Shmersh" arbeitet. Ausserdem wird die reichste und schönste Spionin der Welt, Vesper Lynd (Ursula Andress) ebenfalls involviert. Doch sie scheint ganz eigene Ziele zu verfolgen...
Wer genau aber nun hinter dem perfiden Mordplan steht, was James Bonds Neffe Jimmy Bond (Woody Allen) mit dem Ganzen zu tun hat und warum schlussendlich sogar die französische Legion (unter dem Kommando von Jean Paul Belmondo) eingreifen muss, das wird erst dann klar, wenn Sir James Bond seine Schlussfolgerungen zieht. Oder etwa doch nicht?
DVD-Rating
Als vor ein paar Jahren Casino Royale als neuestes Abenteuer des besten Agenten ihrer Majestät in die Kinos kam, wurde auch die erste Verfilmung des Romans wieder ein bisschen aktueller. Casino Royale kam damals in einer Hochzeit des Agentenfilms an die Öffentlichkeit und gleicht einem Stelldichein internationaler Topstars der damaligen Zeit. Die werden in einer Produktion präsentiert, die nicht nur diverse Drehbuchautoren und Regisseure verschlissen hat, sondern schlussendlich auch fast doppelt so teuer kam wie eigentlich geplant. Von den Querelen am Set, den Streitigkeiten immenser Egos und der vorzeitiger Abreise von Peter Sellers und Woody Allen ganz zu schweigen.
Casino Royale sollte eigentlich eine Parodie auf die berühmten Filme mit James Bond sein, hadert aber schlussendlich mit einem verzwickten Drehbuch und einer Geschichte, die immer mehr in Klamauk und Blödsinn ausartet. Dabei fängt der Film richtig lustig an, wenn Sir David Niven einen James Bond gibt, der auf den ersten Blick so gar nichts mit dem bekannten Actionheld zu tun hat. Da darf auch schon mal der Erhalt eines königlichen Couvert verweigert werden und wenn die Zeit für die Klavierstunde gekommen ist, haben die wichtigen Besucher gefälligst zu warten.
Was danach folgt, sind knappe zwei Stunden Schaulaufen von bekannten Filmstars, die, in welcher Art auch immer, ihr Gesicht in die Kamera halten, ohne gross die Story voran zu treiben. Ursula Andress gibt uns eine reiche Spionin mit Bärner Akzent, Peter Sellers kann's definitiv lustiger, Orson Welles besteht auf Zaubertricks am Spieltisch und Woody Allen schnappt sich eindeutig die lustigsten Szenen. Auch noch dabei, aber in entsprechend kleinen Rollen, sind Jean Paul Belmondo ("Sä Fräntsch ar hiir") oder die schöne Daliah Lavi. Und wer genau hinguckt, erkennt auch Peter O'Toole als Dudelsackspieler.
Wenn man sich Casino Royale so anguckt, ist klar, woher Austin Powers seine Motivation und Ideen her hat. Die wilden 60er und 70-er sind omnipräsent, die Musik eintönig und in einer Traumsequenz dürfen wir sogar fragen, was für Pillen denn die Macher eingeworfen haben, als sie diese gedreht haben. Dazu kommt eine höchst durchschnittliche Story, vielfach unterforderte Darsteller und schlussendlich ein absolutes Chaos, das jegliche Versuche, einen Abschluss des Films zu finden, zunichte macht.
Fazit: Casino Royale fängt lustig an, fällt aber bald in pure Blödelei ab und wird dem gigantischen Staraufgebot nie und nimmer gerecht. Man merkt dem Film die Produktionsprobleme jederzeit an und das schlägt auch ein bisschen auf den Unterhaltungswert. Zu grinsen gibts ein paar Mal was, aber so richtig lustig wird es leider nie. Eigentlich schade, denn mit den Potenzial eines Peter Sellers oder Woody Allen hätte man hier defintiv mehr rausholen müssen.
Die DVD hat ausser ein paar Trailern leider nicht viel zu bieten. Dazu ist der Ton nur in "Mono" abrufbar, was auch nicht gerade zur superben Unterhaltung beiträgt. Bildtechnisch kann der Film sein Alter nicht verheimlichen, aber damit ist halt einfach zu leben. Lieber wär's mir gewesen, der Film wäre lustiger geworden...
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2.9 Sterne (16 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 13.06.2001
- Bildformat: 2.35:1
- Sprachen: Deutsch (Mono), Englisch (Mono), Französisch (Mono), Italienisch (Mono), Spanisch (Mono)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, etc
- Extras: Trailer



