Il Buono, il brutto, il cattivo (1966)

Zwei glorreiche Halunken

Il Buono, il brutto, il cattivo (1966) Zwei glorreiche Halunken

Oder: come to Marlboro-Country

Il Buono, il brutto, il cattivo

Cheer up, Clint!

Zwei Revolverhelden gaunern sich durchs Leben. Einer ist Joe (Clint Eastwood), auch genannt "Blondie". Der andere ist Tuco (Eli Wallach). Sie haben sich ein riskantes, aber bisher erfolgreiches System ausgedacht, um an Geld zu kommen. Tuco lässt sich von Joe jeweils an den Sheriff des nächsten Örtchens ausliefern und Sekunden bevor dieser ihn am Galgen baumeln lässt, schiesst Joe das Seil durch und die beiden fliehen mit dem ergaunerten Kopfgeld.

Nachdem beide Cowboys sich immer mehr entzweien und das Vertrauen so ziemlich bachab geht, trennen sich die beiden, indem Joe den armen Tuco in der Wüste zurückgelassen hat. Dieser schwört natürlich Rache und setzt sich an Joe's Fersen. Denn wer Tuco einmal betrügt, der lebt nicht mehr lange....

Il Buono, il brutto, il cattivo

Watch out for the bad guy!

Zu allem Überfluss trifft Tuco auf einen sterbenden Mann, der ihm (so als letzte Tat) eine Schatzkarte überlassen will. Joe kommt dazwischen, schnappt sich die Karte und weiss nun, wo das Gold vergraben ist. Die Jagd nach den Münzen beginnt und führt die beiden einsamen Reiter in die Wirren des amerikanischen Bürgerkrieges, wo sie Bekanntschaft mit dem brutalen Officer Sentenza (Lee Van Cleef) machen. Aus zwei mach drei und aus einem Duell wird ein Dreikampf um den verborgenen Schatz.

Im grossen Showdown auf dem Friedhof wird entschieden, wer das Gold packt, wer wen über den Haufen schiesst und wer schlussendlich reich belohnt in den Sonnenuntergang reitet. Ist es der "Good", der "Bad" oder etwa doch der "Ugly"?


DVD-Rating

So um 1960 begann die Zeit des grossen Spaghetti-Westerns. Und drei Namen stehen für diese Art von Filmen, wie keine anderen. Regisseur Sergio Leone, die Musik von Ennio Morricone und der wortkarge, Zigarillos rauchende Clint Eastwood. Sie alle sind Helden (nicht nur) dieser Epoche und machten diese Art von Filmen weltbekannt.

In diesem vorliegenden Stück Filmgeschichte muss man anfangs zuerst etwas Geduld und Ausdauer zeigen. Denn in den ersten knapp 10 Minuten ist absolut kein Text vorhanden. Auch sonst ist dieser Film eine recht wortkarge Angelegenheit. Ausser dem nötigsten redet hier niemand. Es wird mehr auf das ganze "Drumherum" geschaut. Die Einstellungen sind lang, die Musik herrlich und die Männer angebräunt und schussstark. So muss es gewesen sein, im wilden Westen. Auch die Geschichte kommt nur langsam in Fahrt. Aber man hat ja schliesslich drei Stunden zu füllen und da will man ja nicht dreinpreschen, dass man dann nichts mehr zu erzählen hat, oder?

Über die Schauspieler gibt es kaum etwas zu sagen, das nicht schon alle wüssten. Allesamt sind imposant in ihren Darstellungen und jederzeit überzeugend. Mir persönlich gefällt die Figur und die Person Lee van Cleef fast am besten. Er hat so was unsympathisches an sich, dass ihn für solche bösen Rollen prädestiniert. Klasse, der Mann, der leider 1989 an einem Herzinfarkt starb.

Fazit: Ein Klassiker, ein Monument, ein Stück Filmgeschichte. Anders kann man diesen Film nicht beschreiben. Und wenn auch die Geschichte etwas zäh ist und damals, als der Film gedreht wurde, Mode war, lange Einstellungen zu zeigen, wird man nach ein paar Minuten Annäherungszeit vom Film hineingezogen und wird bis am Schluss rätseln, wie es wohl ausgehen wird. Dazu die sensationelle Musik, die schönen Bilder und Helden, wie es sie heute nicht mehr gibt. Grandioses Kino, dass seinen Platz in den Filmbüchern mehr als verdient hat.

Die DVD kommt in einer schönen Box daher und die Extra-Features sind auf einer eigenen Scheibe abrufbar. Und da hat es ein paar recht schöne Extras. Zum Beispiel Dokumentationen über die Art, wie Sergio Leone den Westernfilm prägte. Sein Stil und seine Inspiration durch den amerikanischen Bürgerkrieg sind ebenfalls in zwei separaten Dokumentationen abrufbar. Die Probleme, die der Meister-Regisseur mit der "Kürzung" seines Filmes hatte, damit dieser in den amerikanischen Kinos laufen konnte, sind ebenfalls sehr sehenswert. Daneben sind neue Sequenzen, eine neue Folterszene, ein Featurette über den Meister selber, diverse Audiokommentare ebenfalls abrufbar. Und wem das alles noch nicht genug ist, für den hats sogar noch einen französischen Trailer, eine Postergalerie und ein vielseitiges Booklet, dass so ziemlich jeden Fan zufrieden stellen dürfte. Und das Tüpfelchen aufs i, die Kirsche auf dem Rahm sind die witzigen Eastereggs, in denen die alten Helden von früher erzählen und recht lustige Stories auf Lager haben. Features satt auf dieser sehr gelungenen DVD. Bravo!

5.6 Sterne 6.0 Sterne
5.6 Sterne (66 Bewertungen) | 17 Kommentare

5.5 Sterne5.5 von 0.0-6.0
20.08.2004 / muri


DVD-Infos

Gold Edition, erschienen am 03.05.2004

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9 Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Französisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Türkisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, und viele mehr
  • Extras: Dokumentationen "Leones Western", "Der Leone-Stil", "Der Mann, den den Bürgerkrieg verlor", "Rekonstruktion", "Der Meister", Neufassung der "Socorro Sequenz", Erweiterte Folterszene, Audio-Featurettes, Audiokommentare, Französischer Trailer, Postergalerie, Eastereggs