Winnetou - 3. Teil (1965)
Winnetou - 3. Teil (1965)
Oder: Only the Good die young
Noch immer herrscht kein Frieden zwischen den weissen Männern aus Washington und den roten Brüdern. Immer gibt es Menschen, denen der eigene Profit wertvoller ist als das Leben der Mitbürger. Geschäftsmänner dringen immer weiter in das Gebiet der Apachen vor und schrecken auch vor Mord nicht zurück, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Winnetou (Pierre Brice) und sein Blutsbruder Old Shatterhand (Lex Barker) haben alle Hände voll zu tun, um Unrecht zu verhindern und Mörder zu stellen.
Trotzdem gelingt es den beiden Helden, diese tödlichen Begegnungen einzudämmen und sie werden beauftragt, im Namen des Gouverneurs Friedensverhandlungen mit den Jicarillo-Indianern aufzunehmen. Doch während den Gesprächen taucht der Bandit Rollins (Rick Battaglia) mit der Leiche des Häuptlingssohns auf. In dessen Rücken steckt ein Messer. Dasjenige von Winnetou.
Diesen Schock zu überwinden und durch den obligaten Zweikampf seine Unschuld zu beweisen, kostet den Häuptling der Apachen viel Kraft. Trotzdem nimmt er zusammen mit Old Shatterhand die Verfolgung Rollins' auf und trifft zum Showdown in den Bergen ein. Doch Rollins hat den Häuptling bereits im Visier.
DVD-Rating
Das ehemalige Jugoslawien wurde inzwischen fast dauerhaft von deutschen Filmteams in Beschlag genommen, die einheimischen Schauspieler auf Indianer oder Cowboys getrimmt und die Trilogie des Apachenhäuptlings Winnetou hiermit beendet. Es folgten danach noch diverse Filme, in denen Pierre Brice als Titelfigur zu sehen war, denn der gute Mann schien damals recht viele Freunde zu haben, die alle auf coole Namen wie "Old Shurehand" oder auch "Old Firehand" hörten. Da war ein "Old Shatterhand" grad noch heilig. Von dem gabs übrigens auch noch einen eigenen Film....
Ja, dieser Abschluss der Reihe bedeutete gleichfalls Winnetous Tod. Damit wird heute nichts Neues mehr verraten, jedoch zur Drehzeit (1965) war dies ein streng gehütetes Geheimnis. Obwohl im Roman der Häuptling ebenfalls in die ewigen Jagdgründe eingeht, liess man die Kinobesucher im Unklaren, ob und wie man diese Szenen im finalen Film zu sehen kriegte. Der Mörder, ein Schauspieler namens Rick Battaglia aus Italien, musste danach sogar um sein Leben fürchten und bekam Knall auf Fall keine Fanpost mehr aus Deutschland, sobald der Film im Kino angelaufen war.
Pierre Brice hatte nun seine Bestimmung gefunden. Er sollte (für immer?) in der Gestalt des Apachenhäuptlings in die Geschichten eingehen. Zwar drehte er nach dieser Zeit französische Filme und Deutsche TV-Serien, kehrte aber 1998 als Winnetou ins Fernsehen zurück. Denn der Indianer war gar nicht gestorben, sondern nur ins Koma gefallen und machte sich nun als in die Jahre gekommener Häuptling nochmals auf die Socken, den Unschuldigen zu helfen. Nicht überraschend floppte die Produktion gewaltig und wurde von Fans und Kritikern weltweit gnadenlos zerrissen.
Lex Barker bekam ebenfalls Gefallen an den Verfilmungen von Karl May und spielte sogar in den so genannten "Orient-Romanen" als Kara Ben Nemsi die Hauptrolle. 1966 gewann er einen Bambi. 1973 verstarb er an einem Herzinfarkt.
Dieser dritte Teil kommt zwar nicht mehr an die Qualität des Originals heran, ist aber deutlich besser als der Zweite Teil. Und das nicht nur wegen des Showdowns, bei dem jeder auf die Szene wartet, als Winnetou ins Visier genommen wird. Als "Höhepunkt" wurde der Film angepriesen, als "gelungen" und "okay" wird er von uns bewertet. Alles in allem aber eine gelungene Trilogie, welche jährlich irgendwo im TV zu sehen ist und für Westernbanausen definitiv einen Blick wert ist. Wenns denn noch welche gibt, die diese Filme noch nicht kennen sollten.
Die Extras dieser ganzen Box sind auf die dritte DVD gepresst worden. Allerdings auch (inzwischen zum dritten Mal) die vielen Trailers. Mit den Originalschauspielern Pierre Brice und Ralf Wolter begeben wir uns in einem schönen Feature zurück in die Jagdgründe der Apachen. Nämlich ins ehemalige Jugoslawien. Dort werden Geschichten erzählt, über verstorbene Kollegen getrauert und nach Erklärungen gesucht, warum ausgerechnet diese Geschichten von Karl May doch so erfolgreich waren. Zusätzlich gibt es schöne Ausschnitte aus der Wochenschau von anno dazumal, mit Premierenbildern und schrägen Frisuren. Das interessanteste Feature ist allerdings das Filmfehler-Quiz, in dem anhand von einigen Szenen der Zuschauer aufgefordert wird, die Fehler zu erkennen. Mal ists eine sich selbstständig machende Krawatte, mal ein Autobus im Hintergrund. Wer gute Augen hat, ist hier definitiv im Vorteil. Eine schöne Fotogalerie beschliesst diese etwas mageren, aber durchaus interessanten Extras.
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3.6 Sterne (18 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
- Bildformat: 2.35:1
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 2.0)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Original Kinotrailer, Interview-Dokumentation, Ausschnitte der Wochenschau, Filmfehler-Quiz, Fotogalerie


