Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (1964)

Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben

Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (1964) Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben

Oder: You can not fight here, you are in the War Room!

Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb

Hallo? Pizzaservice?

Ein Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion wurde unweigerlich die Erde in die Vernichtung stürzen. Dieses Risiko nimmt General Jack. D. Ripper (Sterling Hayden) aber auf sich, als er seiner von ihm kommandierten Kampfeinheit den Befehl gibt, mit nuklearer Bewaffnung gegen Osten vorzugehen. Er verschanzt sich mit dem mit der Situation heillos überforderten Lionel Mandrake (Peter Sellers) in seiner Kaserne und weiss genau, dass ohne die Widerrufungscodes niemand was gegen seine Absichten tun kann.

Genau das muss jetzt aber US-Präsident Muffley (Peter Sellers), der sein Kabinett einberuft und dem sowjetische Führung mittels Telefon kontaktiert und alle Register seines Könnens ziehen muss, um einen atomaren Gegenschlag der Russen zu verhindern. Denn immerhin steht das Wohl der Weltbevölkerung auf dem Spiel. Denn die Russen haben nicht nur "normale" Atomwaffen auf Lager, sondern auch eine Weltvernichtungswaffe, die einen Angriff auf die Sowjetunion gnadenlos beantworten würde. Mit dem Resultat, das kein Mensch das Gefecht überleben könnte.

Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb

Er hat den Überblick!

Da die Verhandlungen aber nicht so richtig vorwärts gehen wollen und die Widerrufungscodes nicht aufgefunden werden, machen sich die Berater des US-Präsidenten, unter dem Einfluss des schrägen Dr. Strangelove (Peter Sellers zum Dritten) bereits Pläne, wie die Welt nach dem Supergau aussehen könnte. Ein Zuchtprogramm wird diskutiert, in dem zehn Frauen auf einen Mann kommen. In Strangeloves Augen eine richtig faire Sache. Doch wird es wirklich soweit kommen?


DVD-Rating

Stanley Kubrik hat viele bekannte und berühmte Filme geschaffen. Komödien oder Satiren findet man aber nur bei ganz genauem Hingucken auf die Werke des Meisters. Spartacus ist ein Sandalen-Epos, A Clockwork Orange eine bitterböse Abrechnung mit der Gesellschaft und The Shining ein Film zum Fürchten. Mit Dr. Strangelove or how I learned to Stop Worrying and Love the Bomb schuf der Mann eine erstklassige Satire, die auch heute noch kaum an ihrem Bezug und ihrer Aktualität verloren hat.

Der Star des Films ist Peter Sellers, der grad drei Rollen übernommen hat. Die Lustigste (und gleichzeitig Böseste) davon ist sicherlich diejenige des Dr. Strangelove, der im Rollstuhl sitzt, dessen linke Hand sich immer wieder zum Nazi-Gruss erhebt und der auch sonst ein bisschen gar von der Rolle scheint. Leider kommt der Mann nur am Rand der Geschichte vor, dafür sind seine Auftritte Higlights des Films. Erwähnenswert ist noch die kleine Rolle eines gewissen James Earl Jones, der hier sein Debüt in einem Kinofilm gab und später unter anderem Conan the Barbarian bekämpfte und in The Lion King den Löwenvater sprach.

Dr. Strangelove behandelt ein heisses Thema, über das schon viel geschrieben wurde. Ein Atomangriff, ausgelöst von einem Spinner, der dann zum nervenzerreissenden Showdown ausgebaut wird, ist dabei nur ein kleines Teilchen des ganzen Puzzles. Die Charaktere sind herrlich angelegt, die Diskussionen im präsidialen Beraterraum können glatter kaum sein und wenn am Schluss sogar einer auf der Atombombe "reitet", dann sehen wir eine der wohl bekanntesten Szenen der Filmgeschichte.

Der Film ist in Schwarz/Weiss gedreht und hat zwischendurch einige Längen, die aber Interessierte nicht gross stören. Toll gespielt (Peter Sellers war halt schon ein ganz Grosser) und mit denkwürdigen Dialogen angereichert, darf aber mehr als einmal bitterbös gegrinst werden und manchem wird das Lachen im Rachen stecken bleiben.

Fazit: Untermalt von herrlicher Filmmusik und gestützt von tollen Szenen mit ebensolchen Darstellern, hat sich Dr. Strangelove zum Kultfilm gemausert und das zu recht. Es ist eine bitterböse Kriegssatire geworden, bei der man vielfach nicht weiss, ob man jetzt eigentlich lachen darf oder eher in skeptisches Stirnrunzeln verfällt.

Von Dr. Strangelove gibt es inzwischen einige DVD-Editionen, die mit interessantem Bonusmaterial angereichert sind. Die hier vorliegende "Special-Edition" hat eine kleine Doku über Stanley Kubrik zu bieten, sowie ein paar kleine Hintergrundinformationen zum finalen Film. Wer mehr Infos über die Dreharbeiten, den Regisseur oder auch die atomare Bedrohung sehen will, der sollte sich beispielsweise die Jubiläums-Edition zutun, die 2004 auf den Markt kam.

Technisch ist die DVD nicht sonderlich gut ausgerüstet. Der Ton ist leider nur in Mono-Qualität abrufbar (bei den "besseren" Editionen wurde das aufgemotzt) und das Bild variiert zwischen zwei Bildformaten, was mitunter ein bisschen nervig sein kann.

5.5 Sterne 3.0 Sterne
5.5 Sterne (38 Bewertungen) | 13 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
05.01.2009 / muri


DVD-Infos

  • Bildformat: 1.66:1; 1.85:1
  • Sprachen: Englisch (Mono); Deutsch (Mono); Spanisch (Mono); Französisch (Mono); Italienisch (Mono)
  • Untertitel: Englisch; Deutsch; Französisch; Polnisch; Spanisch; Italienisch; uvm.
  • Extras: Trailer: Dokumentation über Stanley Kubrick; Making-Of; Filmographien

Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (1964)
Bewertung: 5.5 (38 Bewertungen)
5.5 Sterne » BewertenDr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb (1964)065.4871838

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