The Great Escape (1963)
Gesprengte Ketten
The Great Escape (1963) Gesprengte Ketten
Oder: Nix wie raus hier!
Im Süddeutschland von 1944 wird eine neue und ausbruchsichere Anstalt für Kriegsgefangene aus dem Boden gestampft. Dorthin sollen all diejenigen Männer kommen, die aus ihren bisherigen Gefängnissen ausbrechen wollten und welche die deutsche Armee unter Kontrolle halten will. Schotten, Engländer, Amerikaner oder Iren werden hier vermischt und unter der Fuchtel von Kommandant Von Luger (Hannes Messemer) im Auge behalten.
Als eine neue Ladung Gefangener ankommt, machen sich diese Männer kurz nach der Ankunft bereits darauf, einen Fluchtplan zu entwickeln. Roger Bartlett (Richard Attenborough), auch "Big X" genannt, übernimmt die Führung. Als Berater immer an seiner Seite: Sandy Mac Donald (Gordon Jackson).
Die Gruppe will drei Tunnels graben, die sie "Tom", "Dick" und "Harry" taufen. Einer der Tunnels soll schlussendlich zur Flucht genutzt werden, während ein anderer als Ablenkung dienen soll. Die Gruppe wird durch diverse Spezialisten vervollständigt: Bob Hendley (James Garner) organisiert das Material, Danny Charles Bronson) ist der Meister des Tunnels, Louis Sedgwick (James Coburn) wird als Handwerker gebraucht und Colin Blythe (Donald Pleasence) fälscht Dokumente und Ausweise.
Die Operation läuft an und entwickelt sich prächtig. Die internen Alarmzeichen sind ausgeklügelt, den Deutschen wird auf der Nase rumgetanzt und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Massenausbruch durchgeführt werden kann. Doch was passiert, wenn die Leute draussen sind? Für diese Frage wird der Amerikaner Virgil Hilts (Steve McQueen) kontaktiert. Er, der schon diverse Mal Ausbrüche durchgeführt hat und jedes Mal wieder in den "Bunker" abkommandiert wurde (wo er mit Baseball und Handschuh die Zeit killen musste), soll ausbrechen, auskundschaften und sich wieder einfangen lassen.
Ein Ausbruch aus einem streng bewachten Gefangenenlager. Unter den Argusaugen deutscher Soldaten soll die Aktion durchgeführt werden. Dumm nur, dass den Verantwortlichen bei den Berechnungen des Tunnels ein paar Fehler unterlaufen sind....
DVD-Rating
"Based on True Events" müsste man sagen, wenn man von The Great Escape spricht. Denn dieser Massenausbruch soll tatsächlich stattgefunden haben. Allerdings wurde für die Kinofassung von 1963 ein bisschen an der Wahrheit rumgeschnippelt, so dass schlussendlich ein Hollywoodklassiker aus dem Stoff entstand. Erstaunlicherweise wurde The Great Escape damals nur für einen Oscar vorgeschlagen (Bester Schnitt) und den bekam man noch nicht einmal.
The Great Escape dauert fast drei Stunden. Bei einer solchen Filmdauer fragt man sich natürlich, ob denn die Geschichte auch hält, was die Namen dahinter versprechen. Bei The Great Escape darf das mit einem dicken, fetten "Ja" beantwortet werden. Während der Film anfänglich überraschend locker und witzig daherkommt, entwickelt sich die Geschichte mit zunehmender Filmdauer zu einem spannenden und teilweise tragischen Drama, der keineswegs dann aufhört, wenn der titelgebende Ausbruch vollendet ist.
Wenn man sich die Liste der Schauspieler anschaut, die bei The Great Escape eine Rolle verkörperten, dann kommt man aus dem Staunen fast nicht mehr raus. Natürlich wird Steve McQueen als Hauptdarsteller genannt. Er hat allerdings nicht mehr zu tun als seine britischen Kollegen. Im Gegenteil. Dort im Gefängnis geben sich Weltstars die Klinke in die Hand: Charles Bronson (Once upon a Time in the West), James Garner (Maverick), Donald Pleasence (Halloween, The Fantastic Voyage), James Coburn (Hudson Hawk, Eraser) oder natürlich Richard Attenborough (Jurassic Park) sind nur ein Teil der auftretenden Darsteller. Es ist fast unglaublich, dass damals so viele bekannte Gesichter an nur einem einzigen Film arbeiten konnten.
Wer sich The Great Escape anschaut, bekommt einen hervorragenden Film geboten, der zu Recht als einer der ganz Grossen in die Bücher Hollywoods einging. Spannend, witzig, kultig, dramatisch und in der Originalfassung sprechen die grossen Namen sogar Hochdeutsch, was teilweise recht kurrlig tönt. Da der Film ja, wie bereits erwähnt, auf realen Tatsachen basieren soll, wird sich ausserdem der eine oder andere Zuschauer dabei ertappen, wie er sich über die damaligen Geschehnisse schlau macht. Und das zu Recht, denn diese ganze Sache war sackspannend.
Wer sich die Zeit nicht nehmen kann (oder will?), um in den Tiefen des Internets nach irgendwelchen Fakten über The Great Escape zu suchen, der hat mit der DVD des Films die Möglichkeiten dazu. Auf der Extra-Disc wird nämlich auf die damaligen Geschehnisse und Personen eingegangen und man kriegt Neuigkeiten, Fakten und schier Unglaubliches zu hören. Interviews mit Zeitzeugen, Dokumentationen über den Tunnelbau und die damalige Zeit, die wahren Personen hinter den Filmfiguren oder natürlich Berichte zum Filmdreh und den Voraussetzungen dazu. All das wurde in ein paar schöne und sehr interessante Dokumentationen verpackt und präsentiert sich auf der zweiten Disc dieser Doppel-DVD-Edition von The Great Escape. Dazu gibts den Kinotrailer und diverse Fotogalerien, durch die man sich auch eine schöne Zeit lang durchklicken kann.
Technisch wurde der Film überarbeitet und kommt nun in schönen und vollen Bildern daher. Auch Tonmässig wurde einiges restauriert, so dass der Zuschauer kein Knacken oder ähnliches mehr erdulden muss.
Alles in allem also eine hervorragende DVD zu einem filmischen Klassiker, der eigentlich in keinem Regal fehlen sollte.
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5.2 Sterne (15 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
Cinema Premium, erschienen am 17.06.2002
- Bildformat: 2.35:1 (anamorph Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Dokumentation: Der wahre Virgil Hilts, Hintergründe zum Film, Interviews, Audiokommentare, Trailer, Fotogalerie




