The Time Machine (1960)

Die Zeitmaschine

The Time Machine (1960) Die Zeitmaschine

Oder: Back to the Future

The Time Machine

Oh, s'drülled!

Das neue Jahrtausend steht vor der Tür. 1899 hat George (Rod Taylor) seine Freunde zum Jahreswechsel zu sich eingeladen und führt seine neueste Erfindung vor. Eine Zeitmaschine. Als Humbug und Nonsens wird das Vorhaben, durch die Zeit zu reisen, betitelt und ausser dem Besten dieser Freunde, Filby (Alan Young), mag auch keiner der Gentlemen weiter über diese Absurdität diskutieren.

George jedoch will die Probe aufs Exempel machen und setzt sich in die Maschine, um in die Zukunft zu blicken. Anfänglich nur ein paar Stunden, dann Wochen, Jahre und schliesslich Jahrzehnte. Krieg, Zerstörung, Evolution und Fortschritt. All das erlebt George während seiner Reise. Als er sich beim letzten Unterbruch nur kurz vor einer Katastrophe retten kann und die Zeitmaschine rattern lässt, rasen Jahrhunderte, sogar Jahrtausende in Sekunden vorüber. Im Jahr 802'701 hält er an, um sich umzusehen.

The Time Machine

Es war einmal...

Er entdeckt, dass die Welt neu organisiert ist. Es leben friedfertige Menschen auf der Oberfläche. Die Eloi. Unter ihnen auch die hübsche Weena (Yvette Mimieux), in die sich George Hals über Kopf verliebt. Doch der Frieden ist nur oberflächlich. Denn die Eloi sind nicht die herrschende Rasse auf Erden. Das sind die Morlocks. Grünhäutige Monster, die in ihrem unterirdischen Reich die Kontrolle übernommen haben und regelmässig Menschen der Eloi zu sich holen. Als Nahrung.

Als Weena zur aktuellen Gruppe der Opfer gehört, fasst sich George ein Herz und will sie retten. Aber ein Mann gegen eine Armee von grusligen Bestien?


DVD-Rating

Zeitreisen gehören seit ewig zu einem beliebten Thema in der Filmgeschichte. Sei es rückwärts in die Urzeit, vorwärts in die Zukunft oder grad beides miteinander. 1895 schrieb H.G. Wells den Roman Die Zeitmaschine und rüttelte die Welt auf. 1960 kam die bislang beste und einzig wahre Verfilmung dieser Geschichte in die Kinos und begeistert noch heute an allen möglichen Feiertagen im heimischen TV-Programm. 2002 folgte eine grauslige, moderne und schaurig üble Version des Stoffes, die nie auch nur annähernd an die Klasse des Filmes von George Pal heranreichte.

Der Klassiker aus 1960 nimmt sich Zeit. Man geht auf die Figuren ein, lässt die einen vor Ehrgeiz strotzen und andere über gehörtes lästern. Es dauert ein wenig, bis wir uns zusammen mit George auf die Reise begeben können. Was dann aber folgt sind traumhafte, klassische und irrsinnig interessante Minuten, in denen wir eine Schaufensterpuppe durch die Jahre begleiten, uns über drei Weltkriege aufregen und mit der Hauptfigur leiden, wenn er sich mitansehen muss, wie der Mensch die Welt zerstört.

Natürlich ist das alles nur Vorspiel für ein paar der kultigsten Monster der Filmgeschichte. Bläuliche, angemalte Haut (beim brennenden Morlok sieht man sogar das Schutz-Shirt), Glühbirnen als Augen und strahlend weisses Haar. Dazu dumm wie Bohnenstroh und trotzdem eine gfürchige Bedrohung. Und inmitten dieser Viecher steht ein Mensch aus der Vergangenheit, der für seine neue Liebe, die Menschheit und für die Zukunft alles Guten kämpft. Gehts besser? ;)

Rod Taylor, der übrigens immer noch vereinzelt auf der Leinwand und in TV-Produktionen anzutreffen ist, hatte neben seinem Auftritt als Zeitreisender natürlich noch mit The Birds zu kämpfen und machte sich einen Namen als Leinwandheld diverser Western der 60-er Jahre. Co-Star Alan Young hatte als einziger Schauspieler des Originals im Remake auch noch einen Auftritt und ist in Amerika die Stimme der reichsten Ente der Welt: Dagobert Duck.

Die Zeitmaschine ist ein Klassiker vor dem Herrn, ein sehr sympathischer Film mit aufregender Geschichte und kultigen Figuren. Es gibt so viele Details, die diesen Film sehenswert machen (und somit sooooviel besser als die Neuauflage), dass sich jeder, der sich Filmfan schimpft, diesen Film als Originalfassung angeschaut haben sollte. Bravo und Danke!

Rod Taylor himself ist der Host einer Dokumentation über den Film, die Geschichte und natürlich über die Zeitmaschine selber. Angefangen von Zeitreisen im Allgemeinen, den verschiedenen Filmen zum Thema (Michael J. Fox macht den Vergleich zwischen "seinem" Delorean aus Back to the Future und der Zeitmaschine) bis hin zur aufwändigen Herstellung des Geräts. Auch wer danach alles so auf dem roten Sessel Platz nahm und versuchte durch die Zeit zu reisen, ist wirklich erstaunlich. Ebenso die Tatsache, dass sogar die Gremlins eine Hommage an den Film in ihrer Geschichte hatten. Schlussendlich gibts sogar noch eine alternative Schlusssequenz, in der die deutlich gealterten Rod Taylor und Alan Young noch einmal, ein letztes Mal, aufeinander treffen. Der Original-Trailer und einige Infos zu Auszeichnungen und Schauspielern (jeweils auf Texttafeln) schliessen das Abenteuer Zeitreise ab.

Das Bild ist hervorragend restauriert worden und hat nur noch vereinzelt ein bisschen schwammige Flecken drauf. Der Ton allerdings lässt natürlich die 40 Jahre hörbar werden. Etwas dumpf ists zwischendurch und in der deutschen Synchro ists Mono pur. Aber irgendwie gehören nicht so ganz perfekte Klänge und Bilder zu einem Film dieses Jahrgangs. Oder?

5.1 Sterne 2.6 Sterne
5.1 Sterne (13 Bewertungen) | 1 Kommentar

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09.01.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 16.11.2001

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1), Deutsch (Mono), Spanisch (Mono)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Schwedisch, Französisch, Italienisch, etc.
  • Extras: Original-Dokumentation, Trailer