Psycho (1960)

Psycho (1960)

Oder: Oma hat euch alle lieb!

Psycho

For Sale?

Marion Crane (Janet Leigh) ist eine Sekretärin und möchte eigentlich ihren Freund heiraten. Sie will weg von den heimlichen Treffen und endlich eine Familie gründen. Sam (John Gavin) fühlt sich allerdings finanziell noch nicht abgesichert genug und will erst zu etwas Geld kommen, bevor er den Schritt in die Ehe wagen will.

Als Marion in ihrem Büro den Auftrag erhält, 40'000 Dollar für einen Kunden zur Bank zu bringen, sieht sie ihre Chance auf Reichtum gekommen. Sie schnappt sich die Kohle und macht sich aus dem Staub. Allerdings lässt sie durch ihr auffälliges Verhalten bald einmal einen Polizisten auf sie aufmerksam werden. Das anschliessende Auto tauschen bei einem Händler hilft auch nichts und die junge Dame taucht in einem Motel unter. Dem "Bates Motel".

Psycho

Ob ich die wiedermal waschen sollte?

Der Besitzer dieses Motels ist ein junger Mann namens Norman Bates (Anthony Perkins), der natürlich sofort Interesse zeigt an der attraktiven Frau. Norman scheint alleine zu sein. Bis auf seine Mutter, die er im nachbarlichen Haus pflegen muss. Als Marion ihre Tat einmal mehr überdenkt und zur Entscheidung gelangt, das gestohlene Geld zu retournieren, nimmt sie eine verhängnisvolle Dusche, wo sie Bekanntschaft mit Normans Mutter macht.

Norman findet die Leiche der jungen Frau, beseitigt diese und die Spuren der Tat und sogar das Geld wird im See versenkt. Jedoch haben die Freunde und Bekannten von Marion die Suche nach der Vermissten bereits aufgenommen. Und eines Tages steht auch ein Cop vor der Tür von Norman Bates. Und dieser hat ein schreckliches Geheimnis, das er auf jeden Fall hüten will.


DVD-Rating

Alfred Hitchcock braucht man nicht vorzustellen. Der Engländer mit der bekannten Siloutte schuf ein paar der bekanntesten Filme der Geschichte und war zu seiner Zeit ein Garant für Spannung, Thrill und fesselnde Geschichten. Noch heute werden seine Filme regelmässig in irgendwelchen TV-Programmen gezeigt und finden sich mehrfach auf den vorderen Plätzen jeglicher Ranglisten der "besten Filme aller Zeiten". Psycho ist sicherlich einer seiner bekanntesten Filme, wenn nicht sogar derjenige, der weltweit am Beliebtesten und gleichzeitig am Gefürchtetsten ist.

Psycho ist ein Klassiker geworden. Diverse Anspielungen in anderen Filmen (Scream, Carrie) machen aus dem Thriller um einen geistig gestörten Motelbesitzer eine Referenz in der Popkultur. Von den verschiedenen Fassungen des berühmten Streicher-Themas ganz zu schweigen.

Psycho wird gern auf eine einzelne Szene reduziert, die für damalige Verhältnisse schon fast revolutionär war. Natürlich ist hier die Duschszene gemeint, die in vielen Schnitten, angereichert mit der erwähnten Musik und einer schreienden Janeth Leigh halt auch heute noch als absolut geniale Szene gilt. Zumal der Zuschauer nie sieht, wie das Messer in den Körper sticht und anstelle von Blut Schokoladensirup den Abfluss runter fliesst. Faszinierend.

Als Bösewicht ging Anthony Perkins durch seine Verkörperung des Norman Bates ebenfalls in die Geschichtsbücher ein. Auf den ersten Blick ein harmloser junger Mann, der sich bei näherem Hinsehen als verrückter, von seiner Mutter getriebender Killer entpuppt. Er verstarb 1992 an AIDS. Vorher hatte er die Rolle des Mr. Bates noch ein paar Mal gespielt, jedoch kam keine der Fortsetzungen auch nur annähernd an das geniale Original heran.

Janet Leigh, welche die flüchtende Sekretärin nervös und drum recht überzeugend darstellt, ist die leibliche Mutter der Schauspielerin Jamie Lee Curtis (Freaky Friday, A Fish called Wanda) und hatte nach ihrem Abgang in Psycho (für diese Rolle wurde sie für einen Oscar nominiert) noch ein paar weitere Auftritte in vorwiegend gruseligen Thrillern, schaffte es aber nicht mehr, an ihre damalige Popularität anzuknüpfen.

Fazit: Psycho ist ein Klassiker, den es sich lohnt anzugucken. Jüngere Zuschauer werden sich vielleicht fragen, was jetzt an diesem Film so speziell sein soll, da selbst in der missglückten Neuverfilmung des Stoffes von 1998 (mit Vince Vaughn unter der Regie von Gus Van Sant) einiges mehr an Brutalität zu sehen war. Aber in Psycho gehts nicht um zur Schau gestellte Brutalität, sondern um eine verzwickte Geschichte, einen excellenten Twist und der Tatsache, dass Alfred Hitchcock wahrscheinlich auch das Zürcher Telefonbuch spannend hätte verfilmen können.

Texttafeln sind angesagt, in den Extras dieser DVD. Wer gerne liest, kann sich über die Produktion und die Schauspieler schlau machen. Der originale Trailer hats ebenfalls in die Auswahl geschafft, aber das wars dann. Auch technisch macht diese Version keine hohen Sprünge. Mono-Ton in drei Sprachvariationen verleihem den Film allerdings den nötigen Stil und stören nach ein paar Minuten nicht mehr so gross. Das Bild selber ist sehr gut restauriert und wird in klassischem Widescreen-Format angezeigt.

5.4 Sterne 2.6 Sterne
5.4 Sterne (51 Bewertungen) | 18 Kommentare

5.55.5
10.08.2007 / muri


DVD-Infos

  • Bildformat: 1:1.85 (16:9)
  • Sprachen: Englisch (Mono), Deutsch (Mono), Polnisch (Mono)
  • Untertitel: Englisch, Schwedisch, Holländisch
  • Extras: Produktionsnotizen, Trailer, Biographien