Ben Hur (1959)

Ben Hur (1959)

Oder: Sandalen-Geplänkel mit viel Pathos

Ben Hur

Der Beginn des Dartsports?

Die Römer sind eine Weltmacht. Sie haben auch das Land von Judah Ben Hur (Charles Heston) besetzt und verbreiten dort ihre Politik der militärischen Gewalt. Ben Hurs Freund Messala (Stephen Boyd) ist neuer Tribun der römischen Garnison. Die beiden Jugendfreude zerstreiten sich, und der römische Offizier lässt Ben Hur gefangen nehmen. Er wird zum Galeerendienst verurteilt, eine Strafe ohne Wiederkehr.

Ben Hur

Als Besen noch Kopfschmuck waren.

Doch Judah Ben Hur überlebt eine blutige Schlacht und rettet dem römischen Konsul Quintus Arrius (Jack Hawkins) das Leben. Als Belohnung nimmt dieser seinen Lebensretter als Adoptivsohn in der Familie auf. Judahs einziges Vorhaben ist es, nun seine Schwester und Mutter zu befreien, die von Messala ihrer Freiheit beraubt wurden und sich an seinem Peiniger zu rächen. Die beiden treffen in einem mörderischen Wagenrennen aufeinander.


DVD-Rating

Kaum jemand dürfte das imposante, monumentale Sandalen-Epos Ben Hur noch nicht gesehen haben. Sei es an Ostern oder Weihnachten, auf irgendeinem Sender wird William Wylers Werk bestimmt zu sehen sein. Wenn es auch nicht das erste der Rom- und Christus-Epen war, das die Leinwände schmücken sollte, so ist es doch einer der grössten Filme in einem Genre, das man erst vor ein paar Jahren mit Gladiator wieder entdeckt hat.

Ben Hur ist prächtig. Alleine die aufwendigen Bauten, fantastischen Massenszenen und herrlichen Cinemascope-Aufnahmen sind für jeden Filmfan ein Muss. Die Story um den Untergang von Ben Hurs Familie und die bittere Rache ist abenteuerlich gestaltet, verbunden mit dem Hintergrund der Christus-Geschichte, die durch alle Stationen Ben Hurs Leben tangiert. Das ist gekonnt mit der Story verwoben und recht unaufdringlich, aber doch mit gediegenem Pathos gestaltet. Dass man den Jesus-Charakter nie von vorne sieht oder sprechen hört, trägt viel zu dessen "erhabener" Erscheinung bei. Miklos Rozsas Musik übernimmt einen starken Part dieses über drei Stunden dauernden Werks. Sicher wird gerade in Dialogszenen viel, manchmal zu viel Leidenschaft offenbart, das typisch weinerliche Spiel der Damen und der dick aufgetragene Pathos der Herren war halt gern gesehen in diesen Filmen.

Irgendwie gehört Ben Hur zu Weihnachten wie der Schoggihase zu Ostern. Bei beidem stösst man das "oje, schon wieder!" genauso schnell aus, wie man sich dann doch damit beschäftigt (und bei Schokolade und Film hängenbleibt). Über das atemberaubende Wagenrennen braucht man sowieso nicht weiter zu diskutieren, das ist ein filmhistorisches Highlight ohne Wenn und Aber, der Bullit Roms und die Inspiration für Lucas' Podrace in Episode 1.

Das Collector's Edition Set ist wirklich eine Augenweide. Nebst den ersten beiden DVDs, auf dem sich der Film befindet, darf man auf DVD 3 dem Stummfilm von 1925 fröhnen. DVD 4 ist dann den Dokumentationen gewidmet und die sind bei solchen älteren Filmen immer wieder äusserst interessant, vor allen Dingen das Making Of und die Screentests von *schluck* Leslie Nielsen. Wer Rozsas grosse Musik noch nicht auf CD sein Eigen nennt, kann den Score hier separat vom Film geniessen. Der Film erstrahlt in einem tollen Bild, wie man es von einer solchen Restauration erwarten kann.

4.8 Sterne 6.0 Sterne
4.8 Sterne (43 Bewertungen) | 41 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
05.12.2005 / Warner Home (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 25.11.2005

  • Bildformat: 2.76:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Polnisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Englisch, Deutsch, Portugiesisch, Czech, Slovenian, Croatian, Turkish, Danish, Norwegian, Swedish, u.v.m.
  • Extras: DVD 1 & 2: Audiokommentare, isolierte Filmmusikspur. DVD 3: Der Stummfilm von 1925. DVD 4: "The Making of an Epic", "The Epic That Changed Cinema", "A Journey Through Pictures", Probeaufnahmen, Auszüge der Oscarverleihung, Trailer.