Moby Dick (1956)
Moby Dick (1956)
Oder: Der Wahn nach Wal
"Call me Ismael". So stellt er (Richard Basehart) sich vor, als er über das Land läuft und im kleinen Städtchen ankommt und dort als Walfänger sein Glück versuchen will. Ismael wird in einem Zimmer mit dem am ganzen Körper tätowierten Harpunier Queequeg (Friedrich von Ledebur) einquartiert und hört in der Taverne zum ersten Mal von einem gewissen Kapitän Ahab (Gregory Peck), der sich einen unheimlichen Ruf erarbeitet hat.
Am nächsten Morgen heuern die beiden unterschiedlichen Männer ausgerechent auf der "Pequod" an, dem Walfänger von Kapitän Ahab. Die bunt durchgemischte Crew schrubbt den Boden des Schiffs, vertreibt sich die Zeit und ist immer auf der Suche nach Walfischen, die sie bei Sichtung natürlich angreifen und auch töten können. Für genügend zu essen ist also gesorgt. Wenn da nicht nur diese Schritte wären, welche die Männer in ihren Betten hören, wenn die Nacht einbricht. Dann nämlich wandert Ahab an Deck. Mit seinem Holzbein und einer ganz speziellen Mission.
Diese Mission, so werden die Männer tags darauf informiert, ist nicht etwa in erster Linie, viele Walfische zu fangen, sondern sich vor allem auf einen zu konzentrieren. Nämlich denjenigen, der damals das Bein von Ahab abgerissen hat und an dem sich der Kapitän rächen will. Moby Dick. Ein weisser Wal, so gross wie eine Insel und so brutal wie hundert normale Walfische. Auf jeden Fall für Kapitän Ahab.
Und während die Männer weiterhin Walfische als Nahrung töten und verarbeiten, rechnet Ahab in seiner Kabine den Wanderweg von Moby Dick aus und lässt das Schiff in dessen Richtung steuern. Denn dieser Wal ist sein Schicksal. Dass er damit das ganze Schiff in grösste Gefahr begibt, ist dem verbitterten Mann schnurzegal.
DVD-Rating
Herman Melville schrieb den Klassiker Moby Dick bereits 1851 und seither gibt es unzählige Verfilmungen des Stoffes. Diverse Schauspieler (unter anderem auch Patrick Stewart fürs Fernsehen) übernahmen die Rolle des jagenden Kapitäns Ahab, der verbittert, zerstört und voller Rache Jagd auf den weissen Wal macht. In der Filmversion von 1956 kriegen wir Gregoy Peck in dieser Rolle zu sehen.
Gregory Peck wurde mit einem Oscar für To Kill a Mockingbird ausgezeichnet und spielte in weltbekannten Filmen wie The Guns of Navarone oder Arabesque. Er verstarb 2003 an einer Krankheit. Mit seiner Darstellung des kaputten Ahab in Moby Dick konnte der Mann nochmals allen Kritikern zeigen, dass er wirklich ein guter Schauspieler war und durchaus auch anspruchsvollen Stoff überzeugend spielen konnte.
An seiner Seite sehen wir Richard Basehart, der später die Titelstimme von Knight Rider sprach. Ihr wisst schon: "Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht" und so. Halt einfach im Original. Ebenso von der (kurzen) Partie ist Orson Welles (The Third Man), der als Pfarrer einen schönen Monolog hinlegen darf. Den Rest der Schiffscrew besteht aus mehr oder minder bekannten Gesichtern, die knallharte Filmfans sicherlich irgendwo zuteilen können.
Ebenfalls im Film dabei ist ein gewisser "Mister Starbuck". Und wer jetzt an wohlig riechenden Kaffee denkt, der ist gar nicht mal so abwegig. Denn es heisst, dass die Firma "Starbucks" sich nach diesem Charakter benannt hat. Ob das wirklich wahr ist oder pure Legende, dürfte wohl kaum mehr erruierbar sein.
Fazit: Was muss man über Moby Dick noch sagen, was nicht alle bereits wüssten. Es ist ein klasse Film, eine spannende und tragische Geschichte und die Darsteller sind optimal gewählt. Zwischendurch dürfte der moderne Filmgucken ein bisschen Mühe bekunden mit den Szenen, in denen scheinbar ach so gar nichts passiert und auch das Finale lässt sich natürlich nur durch die klassische rosarote Brille als packend erachten. Aber, und da nehme ich nichts vorneweg, wenn Ahab am Wal angeschnürt auftaucht, dann ist das Dramatik pur. Halt einfach eine, über die man erst ein bisschen nachdenken muss.
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5.1 Sterne (11 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1.33:1 (4:3)
- Sprachen: Deutsch (Mono), Englisch (Mono), Spanisch (Mono), Italienisch (Mono), Französisch (Mono)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch
- Extras: Original Kinotrailer



