Rebel without a cause (1955)

...denn sie wissen nicht, was sie tun

Rebel without a cause (1955) ...denn sie wissen nicht, was sie tun

Oder: Gel und Kamm dabei?

Rebel without a cause

"Nei, gimmer min Strähl wieder!"

Jim (James Dean) ist mal wieder in der örtlichen Polizeistation. Betrunken hätte er rebelliert und wartet nun darauf, dass ihn seine Eltern abholen. Ausser ihm sind noch zwei andere Halbwüchsige vor Ort. Der ebenfalls junge Plato (Sal Mineo) hat genau so seine Schwierigkeiten, seinen Platz im Leben zu finden, wie die schöne Judy (Nathalie Wood), deren Liebe im elterlichen Haus nicht mehr geduldet wird.

Am ersten Schultag freundet sich Jim mit Plato an. Respektive hängt sich der verstörte Junge Plato seinem auf den ersten Blick sympathischen Kollegen an den Rockzipfel. Begegnungen mit der Gang "The Wheel" verlaufen noch glimpflich, was sich bald ändern soll. Natürlich hat Jim ein Auge auf Judy geworfen. Und ebenso natürlich will diese keinesfalls etwas von diesem Typen wissen, sondern hängt mit ihrer Clique und am Arm des Anführers Buzz (Corey Allen) herum und versucht die freie Zeit tot zu schlagen. Denn was anderes kommt ihrer Generation scheinbar nicht in den Sinn, verwirrt wie sie alle sind.

Rebel without a cause

got milk?

Die Begegnungen mit Jim lassen dann aber wirklich nicht auf sich warten. Beim Ausflug zum Planetarium spitzt sich die Angelegenheit erstmals zu. Jim lenkt die Aufmerksamkeit der Gang auf sich und diese revanchiert sich, in dem Buzz die Reifen von Jims Wagen einsticht. Das darauf folgende Duell mit Messern kennt zwar schlussendlich einen Sieger, wird aber nur als Vorwand für das eigentliche Duell genommen. Ein "Chicken-Race". Zwei Autos fahren gegen einen Abgrund und wer zuerst aussteigt, ist ein Feigling. Warum sie das machen? "What else can we do..."

Dieses Autorennen und die tödlichen Folgen lassen Jim in weitere Selbstzweifel versinken. Zuhause bei der starken Mutter und dem ihr unterlegenen Vater findet er keine Antwort. Obwohl der Vater versucht, seinem Sohn ein Vorbild zu sein, wird er immer wieder von seiner Frau bevormundet und muss sich zuerst selber von dieser Klammerung lösen. Währenddessen machen sich Jim, Judy und Plato auf zu einer alten Villa, in dessen Räumen es zur finalen Konfrontation mit Buzz' Gang kommt, die auf Rache sinnen und nicht wissen, was sie da heraufbeschwören


DVD-Rating

Über James Dean zu sinieren würde den Rahmen dieses Reviews sprengen und ausserdem weiss ja wirklich jeder, dass er mit seinem Porsche verunfallt und somit auf tragische Weise am 30. September 1955 im Alter von 24 Jahren verschieden ist. Überhaupt, sind alle drei Hauptdarsteller von Rebel without a Cause eines unnatürlichen Todes gestorben. Einer, wie erwähnt, bei einem Autounfall, Nathalie Wood ertrank 1981 und Sal Mineo wurde ermordet. Zufall oder ein Fluch über dem Film? Diese und andere mysteriösen Tatsachen umgeben nicht nur diesen Film, sondern auch die Person von James Dean, der mit seinem Motto "Live fast, die young" zum Vorbild und Idol einer ganzen Generation geworden ist.

Die Ohnmacht, die Langeweile und die Vewirrtheit der Teenager wird in Rebel without a Cause zum Hauptthema gemacht. Die jungen Menschen wissen nicht, was sie im Leben erreichen wollen und leben dasselbige ziellos vor sich hin. Ablenkungen wie Mutproben oder Strassenkämpfe sind an der Tagesordnung. Dazu kommen Elternteile, die ebenso einen machtlosen Eindruck machen und nicht die Führer und Lehrer ihrer Kinder sind, die sie eigentlich sein sollen. Mit diesem Bild im Hintergrund hat Regisseur Nicholas Ray einen Film geschaffen, der auch heute nichts von seiner Aktualität eingebüsst hat. Vielleicht sind die Tätigkeiten der Jugendlichen anders geworden, aber grundsätzlich gibt es immer noch zu viele Menschen, die nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen.

Der Film lebt natürlich vom Mysterium eines James Dean. Er improvisiert, er lebt und atmet diese Rollen des rebellischen jungen Mannes, der sich über alles hinwegsetzt und seinen eigenen Weg sucht. Die Zigarette baumelt cool im Mundwinkel, die Frisur sitzt perfekt und sein trauriger Blick in die Kamera vermag auch heute noch zu fesseln. Seine Partner stehen ihm in nichts nach. Obwohl sie nicht ganz die Intensität und die Hingabe des Hauptdarstellers erreichen, passt das Bild, das sie abgeben, hervorragend zum Film und der Geschichte. Eine Geschichte, die dramatischer kaum sein kann und den Glanzzeiten Hollywoods entspringt. Heute würden sich die Kinobesucher die Finger lecken, wenn solche Dramen zu sehen wären.

Fazit: Rebel without a Cause ist ein starker Film, auf den man sich einlassen muss. Eigentlich in Schwarz/Weiss gefilmt und nachträglich coloriert, spricht die Geschichte ein Thema an, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Die Rollen sind optimal besetzt, die Autos megacool und das Filmfinale an Dramatik kaum zu überbieten. Wer gute Augen hat, wird sogar noch den Easy Rider Dennis Hopper in einer kleinen Nebenrolle entdecken. Aber das hätte ich ohne Hinweise auf den verschiedenen Fanseiten nie und nimmer bemerkt....

Die DVD bietet auf der ersten Disc, zusammen mit dem Film, einen Audiokommentar, der in solchen Geschichten mehr als nur interessant ist. Dazu noch den originalen Trailer. Auf Disc Zwei gehts dann dokumentarisch heftig zur Sache. Den Anfang macht eine Dokumentation über den Mythos James Dean, in der Kollegen, Freunde und Schauspielkollegen wie Nathalie Wood oder auch Sammy Davis Jr. zu Wort kommen und welche die Tragik dieses Rebellen wiedergibt. Das nächste Feature ist ein Bericht (ca. 35 Minuten) über den Film und die Darsteller drin. Screen- und Garderobentests (ziemlich witzig) sind ebenfalls abrufbar, ebenso wie nicht verwendete Szenen (ohne Ton) und ein Blick hinter die Kameras.

Ton und Bild kommen gut daher. Der Ton (im Original) ist sauber und klar. Das Bild hat ein paar Flackereien, was aber sicherlich dem Alter zu zuschreiben ist.

4.9 Sterne 6.0 Sterne
4.9 Sterne (13 Bewertungen) | 11 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
24.10.2005 / muri


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 16.09.2005

  • Bildformat: 2.55:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 1.0), Englisch (Dolby 5.1), Spanisch (Dolby 1.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, uvm.
  • Extras: Audiokommentar, Trailer, Screentests, unveröffentlichte Szenen, Garderobentests, Dokumentation über James Dean, Behind the Camera, Bericht über die Dreharbeiten und den Film