The Paleface (1948)
Sein Engel mit den zwei Pistolen
The Paleface (1948) Sein Engel mit den zwei Pistolen
Oder: There's a million Indians out here against one coward!
Calamity Jane (Jane Russell) ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch brandgefährlich. Die Revolverheldin sitzt aber zum Glück hinter Gittern und kann so keine Probleme mehr verursachen. Bis sie in jener Nacht von zwei maskierten Männern befreit und einer Gruppe Männer vorgeführt wird. Dynamit würde von Weissen in das Gebiet der Indianer geschmuggelt werden und die Gefahr eines Indianerkrieges sei darum enorm. Der Auftrag für Jane, sollte sie die Bedingungen akzeptieren, ist es, diese Lieferungen zu stoppen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Im Gegenzug wird sie von der drohenden Gefängnisstrafe befreit.
Natürlich nimmt die Gute den Job an und reitet ins nächste Dorf, wo ihr Kontaktmann warten soll. Der hat aber bereits eine Kugel im Rücken und Janes Tarnung als liebende und harmlose Ehefrau scheint gefährdet. Da fällt ihr Auge auf einen Mann, der als Retter in der Not prädestiniert, dessen Tätigkeit mutig und dessen Person an Harmlosigkeit nicht zu überbieten ist. Denn "Painless" Peter Potter (Bob Hope) ist Zahnarzt.
Natürlich braucht es für eine schöne Frau keine grosse Überredungskunst und die Heirat der Beiden steht an. Die Tarnung sitzt also, der Wagentreck verlässt die Stadt und der schusselige und ängstliche Zahnarzt wird mit den Gepflogenheiten des Wilden Westens konfrontiert. Und das stärker, als es ihm lieb ist. Als er bei einer Belagerung 12 (in seinen späteren Erzählungen sinds auch gerne mal ein bisschen mehr) Indianer "erschiesst" (Jane schiesst, er glaubt er wärs selber gewesen), entwickelt sich das Ego des Zahnis in Richtung Überheblichkeit.
Doch Calamity Jane wird dafür sorgen, dass ihr "Ehemann", der ihre Küsse immer speziell in Erinnerung behalten wird, wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht wird. Denn ihr Auftrag wird immer gefährlicher und als sie von Indianern an den Marterpfahl gefesselt wird, ist "Painless" Peter Potter ihre einzige Hoffnung auf Rettung.
DVD-Rating
Immer wenn Dokumentationen im TV laufen oder Specials irgendwo zu lesen sind, die sich mit den "goldenen Zeiten von Hollywood" befassen, taucht ein Name relativ schnell auf. Bob Hope war einer der grössten Stars unserer Zeit. In fast 60 Jahren drehte er über 80 Filme, von denen einer erfolgreicher war als der andere. Ausserdem wurden dem Mann 4(!) Sterne auf dem Walk of Fame errichtet, er bekam Auszeichnungen und Ehrungen en masse und hatte Rollen neben Grössen wie Katherine Hepburn und mehrfach an der Seite von Bing Crosby.
The Paleface war ein grosser Schritt für Bob Hope. Der Film war nämlich sein erster Auftritt in Farbe. Neben der (damaligen) Sexbombe Jane Russell konnte er damals als Clown im Wilden Westen glänzen und der Film hat bis heute nichts von seiner Unterhaltung und Witzigkeit verloren. Die Geschichte an sich ist nicht besonders spektakulär, wird aber durch die wirklich lustigen Szenen mit Bob Hope extrem aufgewertet. Teilweise ist es sogar erstaunlich zynisch, wie die Sprüche der Hauptpersonen rüber gebracht werden. Zum laut loslachen gibt es definitiv mehr als genug. Wem das nicht reicht, soll sich Son of Palface anschauen, der ein paar Jahre später, mit den gleichen Hauptdarstellern, veröffentlicht wurde.
Während Bob Hope also seine Paraderolle als tollpatschiger Schwerenöter spielt, verlässt sich Jane Russell auf ihr Äusseres und schnappt sich aber fix die Momente, in denen ihr Partner Pause macht. Darin beweist auch sie, dass sie lustig sein kann und den Männern zu ihrer Zeit wohl reihenweise den Kopf verdrehen konnte.
Fazit: The Paleface ist ein herrlicher Western-Spass aus dem "guten alten Hollywood". Natürlich sind die Rollen klar verteilt, so dass die Indianer halt als wildes, unzivilisiertes Volk abgestempelt werden, während die Cowboys ja sowieso im Recht sind. Zu lachen gibts jede Menge, die einzelnen Szenen sind herrlich (Stichwort: "Yeehaa!") und der mit dem Oscar ausgezeichnete Song "Buttons and Bows" ist sehr passend und gut vorgetragen. Ein richtiger Klassiker der guten Laune, dieser Film.
Dass The Paleface schon über 50 Jahre auf dem Buckel hat, merkt man dem Film natürlich an. Das Bild flackert ein bisschen und die Szenen in der Dunkelheit sind ein bisschen gar "dunkel" geraten. Der Ton ist akzeptabel, wenn man bedenkt, dass man hier keinesfalls mit dem höchsten Standart rechnen darf. Extras hats leider keine auf der DVD.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 03.05.2007
- Bildformat: 1.33:1
- Sprachen: Englisch (Mono 2.0), Deutsch (Mono 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Ungarisch, uvm.
- Extras: Nix



