King Kong (1933)

King Kong und die weisse Frau

King Kong (1933) King Kong und die weisse Frau

Oder: Affentheater mit Chros-Garantie

King Kong

Quick-Lunch?

In einer harten Zeit ist die Flucht ins Kino doppelt schön. Das weiss Carl Denham (Robert Armstrong), der bekannt ist, für seine Filme über fremde Kulturen, Abenteuer im Dschungel und weit entfernte Welten. Für seinen neuesten Film will er auf eine Insel schiffern, die mysteriöser kaum sein könnte. "Skull-Island" heisst das Gebiet und hat neben einem Stamm voller Eingeborener auch eine grosse Mauer, die irgendwas davon abhalten soll, die Menschen zu attackieren. Man spricht von der Legende des "Kong". Jedoch weiss keiner so recht, was oder wer das sein soll.

Bislang sind die Filme von Mister Denham immer mit männlichen Hauptrollen besetzt worden. In diesem neuen Projekt soll eine Frau dabei sein. Und diese findet der Regisseur auf der Strasse. Sie heisst Ann Darrow (Fay Wray) und klaut grad einen Apfel. Von ihrer Schönheit und ihrem Talent überzeugt, engagiert der Filmemacher die Blondine und nimmt sie mit aufs Schiff. Dort lernen wir auch Jack Driscoll (Bruce Cabot) kennen. Der kann zwar auf den ersten Blick nichts mit Frauen anfangen und ist sich sicher, dass das Exemplar dieser Gattung auf dem Schiff nur Ärger bringen wird, verliebt sich schlussendlich aber sogar in sie.

King Kong

*schüttel*

Als nach langer und nebliger Fahrt die geheimnisvolle Insel erreicht wird, trifft die Filmcrew auf einen Stamm Eingeborener, der gerade ein junges Mädchen für die Gottheit Kong opfern will. Aber wenn die Fremden schon eine schöne Blondine dabei haben, dann schnappt man sich doch einfach die. Ann wird eines Nachts vom Schiff entführt und findet sich selber angebunden auf der anderen Seite wieder. Wo sie die Bekanntschaft von Kong macht. Einem riesigen Affen, der sich in das kleine Wesen verliebt und sie grad mal so mit in den gefährlichen Dschungel nimmt.

King Kong

King of the World?

Natürlich ist ihm die mutige Filmcrew auf den Fersen. Doch diese müssen sich erstmal mit Feuerkraft gegen Dinosaurer und Wasserungeheuer zur Wehr setzen, bevor (natürlich) Mister Denham die Idee kommt, man könne doch den grossen Affen mit den mitgeschleppten Bomben betäuben und ihn dann in New York als Attraktion vermarkten.

Der Rest ist, wie man so schön sagt, Filmgeschichte....


Kinofilm-Rating

Als Einstimmung auf Peter Jacksons Version des Stoffes um den Riesenaffen mit dem Titel King Kong, wird auch die Version aus dem Jahr 1933, neu restauriert, wieder im Kino gezeigt. Dass ein Mann mit dem Namen Edgar Wallace hier schreibtechnisch seine Finger im Spiel hatte, war mir neu. Das unterstreicht aber auch die Klasse dieses Films, den sich jedermann, der sich Filmfreund nennt, mindestens einmal anschauen sollte.

Die Geschichte ist natürlich weltbekannt. Die geheimnisvolle Insel, die blonde Frau mit dem gellenden Schrei und natürlich die Szenen mit dem grossen Affen in New York. Ein Klassiker der Filmgeschichte, die ohne Zweifel damals zum spektakulärsten gehörten, was man je im Kino gesehen hat. Dazu für die damalige Zeit (hey, der Film hat schon fast 73 Jahre auf dem Buckel!) sensationelle Trickeffekte des Altmeisters Ray Harryhausen. Abenteuerliche Gegenden, gefrässige Dinosaurier und eine Tragödie, bei dem der grosse Affe zwar den Titel als "Monster" inne hat, diesen aber auf den zweiten Blick nicht alleine trägt.

Was neben den gelungenen Aufnahmen der Viecher aus dem Dschungel ebenso überzeugt, ist die Darstellung der menschlichen Charaktere. Drei Personen stehen im Mittelpunkt der Geschichte, wobei Robert Armstrong, der mit der Erstverfilmung von Mighty Joe Young ein paar Jahre später wieder mit einem grossen Affen konfrontiert wurde, eine herrliche Figur abgibt. Unerbittlich, geradelinig und mit dem schönsten, und sogleich letzten, Satz des Filmes. "It wasn't the airplanes. It was beauty killed the beast".

Fazit: Die Erstverfilmung des berühmtesten Affen der Filmgeschichte ist ein Leckerbissen für Cineasten und Freunde des alten Hollywoodfilms. Die Qualität des Materials hat verständlicherweise etwas gelitten, aber die Geschichte, die Figuren und natürlich allen voran, die Monster und Vieher, haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Und wer sich darüber aufregt, dass in den Trailern zum neuen King Kong so viele Dinosaurier vorkommen, dem sei ein Besuch dieses Klassikers von 1933 mehr als nur ans Herz gelegt.

4.8 Sterne
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05.12.2005 / muri