Tropico 4 (2011)

Tropico 4 (2011) PC-Review

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Tropico 4

Das Aufbauen der Stadt ist mit viel Arbeit verbunden.

Wer die traditionsreiche Simulationsreihe Tropico kennt, weiss, dass die Arbeit mit Worten und Geld allein nicht getan ist: Im Grunde ist El Presidente ein ganz armes Schwein. Er soll im Handumdrehen aus einem verarmten Schweinestall ein blühendes Inselparadies machen, das während des Kalten Krieges so manchen Supermächten ein treuer Partner, anderen wiederum ein Dorn im Auge ist. In Tropico 4 gilt es einmal mehr die Wirtschaft eines Inselstaats auf Vordermann zu bringen, die Untertanen glücklich zu machen und möglichst viel Schotter in der Staatskasse zu verwahren.

Ab hier übernimmt der Spieler die Geschicke dieses Typen und damit auch die von Tropico. Von dem karibischen Flair sollte man sich nicht täuschen lassen und sich stattdessen der Welt von Propaganda, Städtebau, Intrigen und Unterdrückung widmen. Wer denkt, Cocktails schlürfen und am Strand liegen zu können, hat sich geirrt. Harte Arbeit ist tägliches Brot!


Rating: PC Games

Story

Tropico 4

Was soll ich als nächstes bauen?

Als Herrscher eines Karibikstaates hat man es nicht leicht. Man muss sich um alles kümmern, jeder will etwas von einem, und zusätzlich gilt es noch, sich ein schönes Domizil fürs Alter erbauen zu lassen. Doch wer denkt, dass hier alles mit einer einfachen Baugenehmigung getan sei und der Rest von selbst komme, hat seine Rechnung ohne die Bevölkerung und die korrupten Behörden gemacht. Denn wer sich nicht um sein Volk kümmert, hat schneller eine Revolution an der Backe, als er es sich wünscht. Also immer ein Auge haben auf Wirtschaft, Wohlergehen und natürlich auch den Export. Also nichts da mit Urlaub, Arbeit gibt es immer!

Erst sollte sich der Spieler mal um eine gesunde Infrastruktur kümmern, sodass nicht sofort all die Untertanen zu den Rebellen überlaufen. Also baut man Kliniken, Schulen, Häuser, Polizeistationen, Feuerwachen oder Märkte. Sobald der Aufbau der eigenen Bananenrepublik beginnt, merkt man sofort: Das ist alles nicht so einfach, wie es aussieht. Jede einzelne Spielkomponente ist mit allen anderen verflochten, sodass jede Entscheidung Konsequenzen hat. Es gehört auch dazu, sich um Details zu kümmern, wie zum Beispiel den Lohn der ungebildeten Arbeiter im Baubüro. Wenn die nämlich nicht zufrieden sind, dauert der Aufbau der Insel ewig.

Gameplay

Tropico 4

Naturkatastrophen können alles auf den Kopf stellen.

Wenn man sich einige Zeit mit Tropico 4 beschäftigt hat, stellt man fest, dass der neuste Teil im Prinzip eine leichte Weiterentwicklung des Vorgängers ist. Abgesehen von einer nagelneuen Kampagne, die rund 20 Kapitel mit zahlreichen Missionen und optionalen Zielen sowie einem Sandbox-Modus beinhaltet, gibt es kaum Neues. Wie es Tropico-Spieler gewohnt sind, muss auch im vierten Teil das eigene Land Stück für Stück auf Vordermann gebracht werden. Dabei gilt es stets, weise zu überlegen, wie man sich Geld verdient. Soll es aus dem Abbau von Rohstoffen stammen, die man dann im Ausland teuer verhökert oder im Inland zu Schmuck macht? Oder sollen nervige Touristen über die Trauminsel herfallen, die dann die Kassen füllen? Oder lebt die Insel ausschliesslich vom starken Export von Tabak, Zucker oder Ananas?

Das liegt alles in der Hand des Spielers. Doch halt! Ganz allein kann man dann doch nicht regieren. Denn erstmals gibt es einen Ministerrat. Dieser steht dem Spieler nicht nur zur Seite, sondern kann auch mal kritische Einwände gegen seine Entscheidungen und Planungen erheben. Auch mit Geld sollte man weit weniger verschwenderisch umgehen als noch im Vorgänger. Hierdurch bekommt das Tun eine noch grössere taktische Note. Darüber hinaus können Arbeiter nun in verschiedenen Schulen ihr Handwerk lernen, damit sie hinterher in Fabriken, auf den Plantagen und städtischen Einrichtungen effizienter arbeiten können. Das Wirtschaftssystem ist alles in allem wieder sehr komplex ausgefallen, und die Journalführung gibt jederzeit einen Überblick über die Geschehnisse auf der Insel. Für Einsteiger sind die Tutorials trotzdem ein Muss. Leider werden darin nicht alle Möglichkeiten, die die einzelnen Gebäude bieten, ausreichend erklärt.

Tropico 4

Das Inelparadies wird durch gute Grafik zum Augenschmaus.

Die Entwickler haben den Schwierigkeitsgrad diesmal recht weit ausgedehnt. Während die ersten Missionen noch recht leicht zu bewältigen sind, stehen ab etwa Mitte der Kampagne Genreneulinge vor schwierigen Problemen und könnten leicht überfordert werden. Ein weiterer Faktor, der die Planung gehörig auf den Kopf stellen kann, sind die verschiedenen Naturkatastrophen. Mal sucht ein Hurrikan die Insel auf, ein anderes Mal bebt die Erde, ein Vulkan speit Asche oder - eine Möglichkeit, die Déja-vus hervorrufen kann - vor der Insel kommt es zu einer Ölpest. Wer da nicht früh genug vorgesorgt hat, indem er sich Schiffe gekauft hat, die das Öl abpumpen können, hat ein ernsthaftes Problem.

Technik

Das Spiel punktet also vor allem beim Inhalt. Es stellt sich aber nun die Frage, ob es auch optisch gefallen kann. Die knappe Antwort: Ja! Auch wenn sich die Optik mit ihrem karibischen Flair stark an Teil drei orientiert, wurde hier und da die Grafik verschönert und verfeinert. Doch keine Sorge: Um Tropico 4 spielen zu können, bedarf es keines Highend-Rechners. Wenn Palmen sich sanft im Wind wiegen, das Meer an die Brandung rauscht und ein Sonnenuntergang den Himmel ziert, dann ist das schon sehr malerisch, und man möchte am liebsten durch den Monitor ins Spiel eintauchen. Zwar ist hier kein grafischer Overkill zu erwarten, dennoch macht das das Spiel auch mit niedrig gesetzten Grafikeinstellungen einen stimmungsvollen Gesamteindruck, und darauf kommt es an.

Tropico 4

Trügerische Urlaubsstimmung kommt auf.

Ein grosses Lob verdient sich Haemimont Games punkto Atmosphäre. Es ist immer etwas los, die Bevölkerung kann bei ihrem alltäglichen Treiben beobachtet werden, so dass Tropico 4 einen sehr lebendigen und nicht zuletzt auch dank der passenden Musik sehr stimmungsvollen Eindruck macht.



Fazit

Mit Tropico 4 haben sich die Entwickler getraut, das Spielsystem gegenüber dem Vorgänger anzupassen und zu verändern - grösstenteils mit Erfolg. Die neuen Gebäude fügen sich toll ein und erweitern das sowieso schon komplexe Wirtschaftssystem sinnvoll. Die zusätzlichen Mächte bringen noch mehr Realismus ins Spiel. Und dank des neuen Aufgabensystems gibt es trotz des gleichbleibenden Spielablaufs nie wirklich Leerlauf. Ständig gibt es etwas zu tun, zudem halten einen die Naturkatastrophen auf Trab.

Das Spiel verzichtet aber leider auf Multiplayer-Besiedlungen. Zwar gibt es ein Online-Leaderboard und die Option, auch online neue Herausforderungen zu erstellen und zu spielen, doch auf einen wirklichen Mehrspieler haben die Entwickler verzichtet. In Zeiten, in denen beinahe jedes 08/15-Game einen Multiplayer vorweisen kann, ein echter Schwachpunkt.

10.09.2011 / lul


Community:

Bewertung: 4.0 (1 Bewertung)

 

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Kommentare:

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Testwertung:

Bewertung: 4.04

Spielspass:

Bewertung: 4.0

(50%)

Gameplay:

Bewertung: 4.0

(25%)

Technik:

Bewertung: 4.0

(25%)



Cover zu Tropico 4

Tropico 4 (PC)
 

Release:

25.08.2011

Publisher:

Kalypso Media

PEGI:

16

Players:

1 Spieler

Erhältlich für Xbox 360, PC