Rage (2011)
Rage (2011) PC-Review
Rating
Story
Gameplay
Multiplayer
Technik
Fazit & Wertung
Statt düsterer Raumstationen und von schwachem Licht erhellter Gänge erwartet den Spieler im neusten id-Titel ein postapokalyptisches, blasses und bis zur Unkenntlichkeit verwüstetes Abbild der Erde, die am 23. August 2029 von einem Asteroiden getroffen wurde. Ein Ereignis, das eigentlich alles Leben hätte ausradieren sollen, es letztendlich aber "nur" veränderte. Denn es kam alles nicht so wie gedacht. Apophis (so heisst der Himmelskörper) kollidierte knapp vor dem Einschlag auf der Erde mit dem Mond, zerbrach in drei Stücke und richtete so weniger Schaden an als ursprünglich vorhergesehen.
Davon wussten die meisten "wichtigen Menschen" (Ärzte, Wissenschaftler, Soldaten), die die Regierung der Menschheit in Stasiskapseln - sogenannte Archen - gesteckt hatte, allerdings nichts. Die wurden nämlich schon vor der Apokalypse unzählige Meter tief in die Erde gesteckt, um dort über hundert Jahre eingefroren zu werden und nach dem "Auftauen" die Welt neu zu bevölkern. Ein hoher Militär mit Namen Cross will diese Chance nutzen und neuer Herrscher werden. Ein Plan, der ihm als Anführer der "Regierung" auch fast gelungen ist und den im Laufe der Story auch aus einer Arche kletternder Held zu durchkreuzen droht.
Rating: PC Games
Story
Entwickler id Software gilt aus gutem Grund als Urvater des Shooter-Genres. Doch seit den glorreichen Tagen von Doom und Quake sind einige Jahre vergangen. Neben seinen Stärken wollte sich id Software bei Rage auch an einige untypische Elemente heranwagen, die aber während der langen Entwicklungszeit längst gängig geworden sind. Das Geschehen ist also nicht wirklich revolutionär.
Rollenspielelemente und Rennabschnitte wie auch die Endzeit-Story sollten erfrischende Zugaben für einen id-Titel sein. Diese Elemente passen allesamt zur Story von Rage. Die Geschichte kann auf jeden Fall fesseln. Denn wer einmal angefangen hat, will erfahren, wie das Spiel endet. Die postapokalyptische Stimmung, die genau dazu beiträgt, kommt nicht zuletzt wegen der Buggys im Mad Max-Stil und der guten Grafik auf.
Gameplay
Wer genug ballert, ist überall gern gesehen. In jeder neuen Stadt muss der Spieler sich zunächst einen Namen machen, indem er Hauptmissionen erledigt. Darauf folgen Nebenaufgaben unterschiedlicher Bewohner und solche vom Schwarzen Brett. Der Inhalt ist übliche Regalware: Fahre respektive gehe zu XY und töte haufenweise Z. Das Vorgehen wiederholt sich, frei von grosser Abwechslung oder gar Twists, was dem Spielspass abseits der Ballerfreude spätestens ab der Hälfte der Spielzeit keineswegs zu Gute kommt. Auch in Sachen Bosskampf hält sich id zurück und lässt den Spieler mit einer Ausnahme nur gegen verbesserte Standardgegner antreten, die allesamt eine Raketenwerfer-Allergie haben.
Unterbrochen wird das fade Angestelltenverhältnis durch kleine Minigames wie ein Würfel-, Karten- oder zwei Geschicklichkeitsspiele in den Strassen der Städte und natürlich die spassigen Buggy-Rennen. Diese sind zeitweise Teil des Pflichtprogramms und sorgen trotz oder wohl gerade wegen ihres anspruchslosen Daseins aber für abwechslungsreiche und unterhaltsame Abwechslung. In unterschiedlichen Spielmodi gilt es hier, möglichst viele Rennkarten als Belohnung zu ergattern, mit denen wiederum Updates für eines von insgesamt vier verfügbaren Fahrzeugen eingekauft werden können. Hat man erst einmal Raketenwerfer und Minigun auf das Dach der Wüstenflitzer geschraubt, kann auch die Jagd auf motorisierte Banditen losgehen - dafür klingelt die Kasse.
Multiplayer
Einen Multiplayer enthält Rage auch. Wir hoffen, dass Bethesda den klassischen Spielmodus "Deathmatch", der zu unserer Enttäuschung fehlt, als (gebührenpflichtigen?) Zusatzinhalt ankündigen wird. Allerdings bekommt man neben der für einen Shooter vergleichsweise langen Kampagne im Mehrspieler-Bereich unterschiedliche Spielmodi der Kategorie Wüstenrennen mit bewaffneten Buggys und Coop-Missionen geboten.
Unter Road Rage versteckt sich eine Serie unterschiedlicher Fahrzeugrennen als Deathmatch oder Capture- bzw. Rally-Modus, in dem unterschiedliche Vehikel und Waffen freigeschaltet werden können: Eine nette Abwechslung für zwischendurch - viel mehr nicht. Dafür besteht die Möglichkeit, mit Freunden neun Spielsituationen, unabhängig vom Singleplayer, gemeinsam zu erleben, die auf ein Coop-Erlebnis massgeschneidert wurden. Lokal oder online gilt es, jeweils unterschiedliche Missionsziele zu erreichen oder beispielsweise gemeinsam eine blutige Folge "Mutant Bash TV" - eine Art Mad-World-Verschnitt - zu überstehen.
Technik
Die offensichtliche Stärke von Rage ist ohne Zweifel die Grafik. Die postapokalyptische trostlose Welt entpuppt sich als eindrucks- und liebevoll gestaltete Umgebung, die von tollen Lichteffekten in eine stimmige Optik gekleidet wird. Ebenfalls immer passend und vor allen Dingen durchwegs stark ist der Soundtrack. Die KI verhält sich überraschend gut, und die Treffer-Animationen der Gegner sind schlichtweg grossartig. Vor allem die diversen KI-Mutanten, die auf einen zustürmen, um im Nahkampf so richtig einzuheizen (und das sind neben den Mutanten auch einige Vertreter diverser Banditenstämme), faszinieren in dieser Hinsicht.
Bei diesen macht es nämlich einen gewaltigen Unterschied, ob man während eines Angriffs in den Körper, die Arme, Beine oder doch den Kopf schiesst. Alles löst unterschiedliche Animationen aus und verändert in Folge auch ihre Bewegungsmöglichkeiten. Darüber hinaus macht es aber auch einen Unterschied, welche Objekte sich in ihrer Nähe, bzw. wo im Level sie sich befinden. So krachen angeschossene Gegner gerne mal gegen Wände oder schlagen gegen Tische.
Fazit
Rollenspielelemente, Rennpassagen und Story-Dialoge hin oder her - Rage ist in erster Linie ein Shooter. Sicher, die sorgfältig integrierten Elemente zeigen, dass id Software nicht nur grafisch, sondern auch spielerisch mit der Zeit gehen und mehr als nur stumpfe Ballerei bieten will und kann. Doch genau das ist es letztendlich, was die Kult-Schmiede berühmt gemacht hat - und das ist auch ihrem Spiel jederzeit anzumerken. Es wäre ohne diese Ergänzungen keineswegs schlechter, denn es handelt sich um einen tollen Shooter mit guter Story und stimmungsvoller Inszenierung - viel mehr aber auch nicht.
18.10.2011 / lul
Community: | ||
| ||
| ||
Kommentare: | ||
Testwertung: |
| |
Spielspass: | (50%) | |
Gameplay: | (25%) | |
Technik: | (25%) | |

Rage (PC) | |
Release: | 07.10.2011 |
Publisher: | Bethesda Softworks, L.L.C. |
PEGI: | 18 |
Players: | 1-4 Spieler |
Erhältlich für Xbox 360, PC, PS3 | |






