The Legend of Zelda: Skyward Sword (2011)

The Legend of Zelda: Skyward Sword (2011) Wii-Review

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The Legend of Zelda: Skyward Sword

Wirkt dynamisch, aber dürfte nicht jeden ansprechen.

Rund fünf Jahre mussten Fans auf einen neuen Teil auf einer Heimkonsole warten. Nachdem Twilight Princess auch noch auf dem Gamecube erschien, ist nun mit Skyward Sword das erste richtige Wii-Zelda da. Als es vor zweieinhalb Jahren angekündigt wurde, wollte noch keine Euphorie entstehen. Nach dem erwachsenen Look von Twilight Princess war man etwas ernüchtert, als man die verwaschenen Bilder des neuen Zelda-Spieles sah, die zwischen realistischer und Cel-Shading-Grafik standen.

Die Geschichte hingegen schien schon vielversprechender zu sein. Wie praktisch immer muss man Prinzessin Zelda retten. Doch bevor sie in Gefahr gerät, verbringt man mit ihr kurze Zeit im idyllischen Skyloft. Skyloft ist ein Ort über den Wolken, wo sich jeder meistens mit einem Riesenvogel fortzubewegen pflegt. Link und Zelda sind gute Freunde und fliegen oft miteinander aus. Bei einem Ausflug gerät sie allerdings in einen Tornado und fällt durch die Wolken. Niemand weiss so recht, was sich unter Skyloft befindet. Link macht sich dann auf, die Geheimnisse unter den Wolken zu erkunden - ausgerüstet mit dem Skyward Sword. Bald stellt sich heraus, dass Link und Zelda ein grosses Schicksal bevorsteht.


Rating: Nintendo Wii

Story

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Zelda wirkt vertrauter als gewohnt

Das Setting ist erfrischend anders und bärge viel Potenzial. Nintendo hat es endlich gewagt, die Zelda-Reihe mit in die Zukunft zu nehmen und auf gewisse Konventionen zu verzichten. Leider riskierten die Japaner die totale Umstrukturierung nicht und haben dort versagt, wo sie zu modernisieren versuchten. Einerseits nimmt sich das Spiel selbst nicht mehr allzu ernst. Als Zelda zum Beispiel Link einen Gegenstand schenkt, worauf dieser ihn wie gewohnt in die Luft hebt und die Errungenschaft anlächelt - jeder Zelda-Spieler kennt diese Momente -, quittiert dies Zelda mit einem "Quit fooling around." Das ist insofern amüsant, als man als Veteran auf die lächerlichen Konventionen bewusst hingewiesen wird, verliert aber seinen Charme dann, wenn man bemerkt, dass Nintendo allen Figuren und Situationen künstlichen Humor einzuhauchen versuchte.

Natürlich kennen wir schrille Figuren aus der Zelda-Serie bereits. Skyward Sword macht aber den Fehler, praktisch nur solche Figuren zu beherbergen. Für ein Zelda ist das ein unverzeihlicher Fehler, lebt doch die Geschichte stets von den Figuren. Die äusserst einprägsamen Charaktere sind es, die der Story jeweils Leben verleihen. Fehlen die speziellen Begleiter in Links Abenteuer, verkommt die Geschichte zu etwas Herkömmlichem.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Ich hasse Echsen!

Und genau das geschieht bei Skyward Sword. Man reist vom Himmel auf die Oberfläche und wieder zurück, aber Spannung kommt in diesem aussergewöhnlichen Setting keine auf. Dass das Geschehen durch zu viele Filmsequenzen unterbrochen wird und die Individuuen noch immer nicht sprechen, wirkt zusätzlich kontraproduktiv. Zudem, man wagt nicht einmal daran zu denken, ist Links neue Begleiterin noch zehn mal nerviger als Navi. Nach jedem noch so kleinen Event schwebt Phai hervor und kommentiert mit einem grauenhaft unpassenden Geblaber à la Okami, was wir schon längst wissen.

Gameplay

Die Figur Phai als Links Begleiterin ist bezeichnend für den misslungen Umschwung in diesem Zelda-Teil. Sie taucht wirklich ständig auf, man kommt gar nicht dazu, die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Wenn man einen neuen Gegenstand gefunden hat, liest man den Text zur Funktion, wie man sich das gewohnt ist. Dann aber taucht Phai auf und erklärt uns das Ganze erneut bzw. mit einer zusätzlichen Präzision, statt uns ausprobieren zu lassen.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Wohin des Weges, Reisender?

Der Spieler wird äusserst offensichtlich an der Hand geführt, dass er die Bewegungssteuerung auch sicher als intuitiv empfindet. Natürlich sieht man Fortschritte zu Twilight Princess, zumal man Schwerthiebe und -stiche fast eins zu eins umsetzen kann. Es ist aber immer noch ein Problem der Bewegungssteuerung an sich, dass die Präzision, die von einem Hardcore-Game verlangt wird, nicht geliefert werden kann. Dies umgeht Nintendo, indem es Zelda massenkompatibler macht.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Mann oder Frau? Das ist hier die Frage.

Statt uns also mit drei Herzen loszuschicken und bald in das erste Dungeon eintreten zu lassen, erleben wir mit sechs Herzen (!) den zähesten Einstieg in ein Zelda-Spiel, seit es die Serie überhaupt gibt. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis man schon nur die Steinschleuder sein eigen nennen darf. Bald folgen neue Gegenstände, die in ihrer Funktion aber nur mässig innovativ sind. Zu sehr sind sie auf die Bewegungssteuerung ausgerichtet, als dass sie zusammen mit dem Setting und der Geschichte ein stimmiges Gesamtbild ergeben könnten.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Ein treuer Weggefährte!

Natürlich soll nicht alles verteufelt werden, schliesslich garantierte uns die Zelda-Formel stets grandiose Spielerlebnisse. Skyward Sword ist also nicht schlecht. Noch immer erkunden wir mit Neugierde die geheimnisvolle Welt, kämpfen voller Tatendrang gegen Schergen, die allesamt eine unterschiedlich Vorgehensweise erfordern. Noch immer durchsuchen wir gespannt Dungeons nach neuen Items, stürzen uns in epische Bosskämpfe und ziehen weiter, um noch grössere, komplexere Dungeons erfroschen zu können.

Technik

Zwei Probleme bleiben aber: Die Zelda-Formel hat ausgedient. Wer die Serie kennt, fängt sich schon seit längerem zu langweilen an. Bereits Twilight Princess wurde die Innovationslosigkeit angekreidet. Skyward Sword macht zwar einiges neu, aber das ist dann auch gleich Problem Nummer zwei. Die Schwächen der Vorgänger wurden nicht ausgemerzt, und die Neuerungen schwächen den Spielspass nur ab.

The Legend of Zelda: Skyward Sword

Lass mich bloss in Ruhe!

Dazu gehört auch der Look. Objektiv betrachtet sieht das Spiel eigentlich ganz hübsch aus. Leider passt der verwaschene Stil nicht zum Zelda-Universum. Die Welt, die an sich schon weniger spannend zu erforschen ist als gar in einem Phantom Hourglass, wirkt wirr und kommt ohne klare Strukturen daher, ohne durch diese Unklarheiten besonders neugierig auf Unerforschtes zu machen. Skyward Sword ist schön, aber nicht halb so stimmig wie seine Vorgänger.


Fazit

The Legend of Zelda: Skyward Sword gibt zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte dieser Serie ein unstimmiges Gesamtbild ab. Rein mechanisch zeigt es zwar auf, zu was die Wii fähig gewesen wäre, doch bleibt das Spiel teilweise in den Konventionen stecken und scheitert dort, wo es sich neu zu geben versucht. Der Spieler wird zu sehr an der Hand geführt, anstatt auf eigene Faust auf eine spannende Reise in eine geheimnisvolle Welt und verwinkelte Dungeons geschickt zu werden. Die Kämpfe sind spannend wie eh und je, die Rätsel clever, doch ist alles auf die reine Mechanik ausgelegt. Nüchtern betrachtet eine Enttäuschung...

20.11.2011 / lsg


Community:

Bewertung: 4.0 (2 Bewertungen)

 

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Kommentare:

3 Kommentare

Testwertung:

Bewertung: 3.53.5

Spielspass:

Bewertung: 3.0

(50%)

Gameplay:

Bewertung: 4.0

(25%)

Technik:

Bewertung: 4.0

(25%)



Cover zu The Legend of Zelda: Skyward Sword

The Legend of Zelda: Skyward Sword (Wii)
 

Release:

18.11.2011

Publisher:

Nintendo

PEGI:

12

Players:

1 Spieler

Erhältlich für Wii