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Beitrag Unser täglich Brot

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Unser täglich Brot oder: Auf die Barrikaden, ihr Vegetarier!


Nikolaus Geyrhalter, der Macher von Unser täglich Brot durfte in seiner Karriere bereits einige verdiente Preise für seine Filme entgegennehmen. Bereits 2005 produzierte er einen Blick hinter die Kulissen der Nahrungsmittelindustrie, der ohne zusätzlichen Ton auskommt und den "normalen" Wahnsinn bei der Beschaffung von Nahrung aufdeckt. Unser täglich Brot spart dabei nicht mit der Aufzeichnung monotoner Arbeitsabläufe, brutalen Bildern und langen Sequenzen.

Der Zuschauer wird beim Sehen dieses Filmes auf eine doppelte Probe gestellt. Einmal sind es die nicht kommentierten Szenen, in denen Abläufe zu sehen sind, die vielen Leuten unbekannt sind. Fragen nach dem "Was", "Warum" und "Wo" werden ebenso wenig beantwortet, wie diejenigen nach den dort arbeitenden Menschen und ihrer Auffassung der Arbeit. Gibt's Gewissensbisse beim Kuhzerstückeln? Wo ist die Ekelgrenze? Hier wären kurze Kommentare aus dem Off oder auch mal Ansichten der Leute wünschenswert gewesen.

Der zweite Schrecken kommt ganz klar in den Schlachtszenen zum Vorschein. Kleine Schweinchen, die ohne Betäubung kastriert werden. Kühe, die nach dem Bolzenschuss noch sekundenlang zittern. Schweinen wird maschinell der Bauch aufgeschlitzt, so dass die Innereien rausquellen und kleine Bibeli von Schachtel zu Schachtel geschmissen, ohne Rücksicht auf Konsequenzen. Ist hart, gehört aber wohl zum Standard, wenn der Kunde nach Frischfleisch verlangt.

Neben diesen Bildern, die jedem Fleischesser ein schlechtes Gewissen machen, kommen dann leider auch die Sequenzen über die Pflanzen und Getreide ein wenig zu kurz, sprich sie dienen der "Erholung" des Zuschauers. Auch hier wären Kommentare, was eigentlich grad auf der Leinwand geschieht, sicherlich nicht verkehrt gewesen.

Fazit: Ob Unser täglich Brot grosse Scharen an Zuschauer anlocken wird, darf bezweifelt werden. Solche Blicke hinter die Kulissen der Tierverwertungsanlagen gab es auch schon im Fernsehen zu sehen. Allerdings, und da widerspreche ich mir grad selber, kommen diese Szenen nur mit dem Originalton der Maschine oder den Lauten der Tiere halt schon noch krasser rüber. Und diese Methodik wird konsequent angewendet, was den Film zu einem respektablen Werk macht.

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muri's Wertung: 4 Sterne

Wieso der Film jetzt gerade "Pro-Vegetarier" sein soll, erschliesst sich mir nicht.Von den Bildern her grossartig, verlangt er ein trotzdem gewisses Grundwissen, das einfach bei grossen Bevölkerungsteilen, nicht oder nicht mehr vorhanden ist. Ein Begleitkommentar, so schulmeisterisch er auch gewirkt hätte, wäre nicht von Nachteil gewesen.
Letzendlich zeigt der Film sonst nichts als die Realität und gewisse Reaktionen zeigen eigentlich nur wie katastrophal es mit Information und Bildung steht.

[Editiert von euros am 2008-03-22 19:51:45]

euros' Wertung: 5.0 Sterne

Zitat euros (2008-03-22 19:36:11)

Wieso der Film jetzt gerade "Pro-Vegetarier" sein soll, erschliesst sich mir nicht.Von den Bildern her grossartig, verlangt er ein trotzdem gewisses Grundwissen, das einfach bei grossen Bevölkerungsteilen, nicht oder nicht mehr vorhanden ist. Ein Begleitkommentar, so schulmeisterisch er auch gewirkt hätte, wäre nicht von Nachteil gewesen.
Letzendlich zeigt der Film sonst nichts als die Realität und gewisse Reaktionen zeigen eigentlich nur wie katastrophal es mit Information und Bildung steht.

[Editiert von euros am 2008-03-22 19:51:45]

Welche "Reaktionen" meinst du?

muri's Wertung: 4.0 Sterne

Sorry war ein älterer Kommentar in nem "Bauernforum", die Jungs sahen den Film als persönliche Attacke auf "Beruf und Ehre".
Denke was jeder von diesem Film davontragen sollte ist, Lebenshaltungskosten unter 10% des Einkommens (wie jetzt in der EU) sind kaum mit ländlicher Klischeeidylle, Biobauerntum und Produktionsmethoden ala 19th Jahrhundert möglich.Worauf der Film kaum eingeht ist die sanitäre Verbesserung dieser Industrieprodukte gegenüber dem was uns als "heile Welt von früher" verkauft wird.

euros' Wertung: 5.0 Sterne

Für mich sind diese Fakten nichts neues, es ist grausam, traurig und zeigen den Menschen von seiner verrohten, dunklen Seite und seinem Streben nach Reichtum bzw. einer rentablen Vermarktung, koste es was es wollen!

Dazu gibts nur eins zu sagen: Man sollte Fleischprodukte und Allgemein (Qualität vor Quantität) in Massen geniessen und der "Es lebe billig" Politik aus dem Weg gehen, welche genau diese Konsequenzen (Massenproduktion etc.) zufolge hat, wie sie im Film gezeigt werden!

lutzefutz's Wertung: 5.0 Sterne


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