Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Shrooms
Shrooms oder: Probier mal, schmeckt gut! Ich gebs ja zu. Shrooms bekommt schon mal einen Pluspunkt für das tolle Poster, das sofort ins Auge springt und erst auf den zweiten Blick klar macht, dass Pilze das Thema dieses Gruslers sind. Und wie man mit ein paar jungen Menschen, einem dunklen Wald und den aus den "magischen" Pilzchen entstehenden Halluzinationen (sind es wirklich welche?) einen soliden Film machen kann, beweist Shrooms. Ja, in diesem Wald geht's schon kurrlig zu und her. Da wandern weisse Gestalten zwischen den Bäumen durch, dem Zuschauer werden die skurrilsten Szenen gezeigt, nur um gleich darauf auf brutale Weise in die Realität zurückgeholt zu werden. Shrooms arbeitet anständig mit diesem Schema und hat schon bald nach Beginn des Films die Ausgangslage für schöne Schockeffekte und Splatterattacken eingenommen. Zwar wird man nach dem Film nicht den Eindruck haben, etwas sensationell Neues oder Aussergewöhnliches gesehen zu haben, aber immerhin kriegt der Zuschauer etwas mehr als das übliche Gehacke und Gefoltere zu sehen. Darstellertechnisch werden einmal mehr die üblichen hübschen und jungen Menschen geboten, von denen es leider (einmal mehr) keiner schafft, dass man mit dem jeweiligen Charakter leidet oder gar entsetzt zusammenzuckt, wenn er den Löffel abgibt. Der Bekannteste der Truppe dürfte Robert Hoffman sein, der momentan grad mit Step up 2 the Streets in den Kinos rumtanzt. Aber auch er bleibt blass. Fazit: Shrooms bezieht seine Faszination aus zwei Sachen. Pilze und Irland. Erstere werden vor allem in der ersten Hälfte in den Mittelpunkt gerückt, verlieren aber dann ihren Platz zu Gunsten von Gruselmomenten, die natürlich aus dem Verzehr der Pilze entstanden sind. Das Zweitere ist hauptsächlich darum interessant, weil aus Irland nicht jedes Jahr ein Horrorfilm veröffentlicht wird, den auch der Schweizer Standart-Horrorgucker anschauen kann. Ansonsten wird gute, solide Ware geliefert, der einem doch auch mal aus dem Sessel fahren lässt. Unspektakuläres gibts auf der DVD zu sehen. Neben den Trailern des Films und anderen, genreähnlichen, Produktionen, liegt das Augenmerk deutlich auf den beiden Berichten, die uns hinter die Kulissen des Filmes führen. Doch während die Interviews relativ nichtssagend sind, schafft es das Making-Of doch, dass der Zuschauer ein bisschen mehr über den Film, die Motivation der Macher und die Dreharbeiten erfährt. Das ist zwar nicht weltbewegend, aber immerhin ein bisschen interessant. Technisch ist Standard geboten. Der Sound ist okay und die Schreie der Figuren kommen klar und deutlich durch die Boxen. Da der Film relativ dunkel gehalten ist, gibt es auch zwischendurch ein bisschen Probleme mit den Bildern, die teilweise etwas unkenntlich sind. |
Shrooms oder im Rausch der Spannung? Leider nein! Horrorfilme aus Europa sehe ich immer wieder gerne, da sie meistens etwas Frisches und unverbrauchtes an sich haben. Dies ist auch bei Shrooms der Fall und obwohl er einige klassische Elemente enthält, wirkt er äusserst unverbraucht. Ein Kracher ist es deswegen nicht geworden, was auch an den üblichen Krankheiten der neuen Horrorgeneration liegt. Einige Freunde fahren irgendwo in die Wildnis und wollen mit einigen Pilzen ihre Freude haben. Dies sind natürlich nicht die Schlümpfe sondern einige Teenies, welche zum einen als Paare und auch als Single unterwegs sind. Interessanterweise fallen diese äusserst natürlich aus und obwohl der strunzdofe Bodybuilder von Anfang an äusserst negativ auffällt, lassen sie sich weniger in die üblichen Schablonenfiguren der US-Streifen einordnen. Besser schauspielern können sie deswegen nicht und weder die Jungs noch die Mädels können irgendwelche Sympathiepunkte Sammeln. Deshalb ist es auch äusserst ungünstig, wenn Shrooms in der ersten Hälfte mit der überflüssigsten Figur des Ensembles - dem Bodybuilder - irgendwelche Spannung erzeugen will, denn man wartet eigentlich nur darauf, bis der ins Gras beisst. Auch sonst fällt Shrooms nach dem äusserst viel versprechenden Trailer äusserst enttäuschend aus und vermag nicht im Geringsten die Spannung entwickeln, welche er hätte aufbauen können. Lange geschieht nichts und wenn dann mal die Visionen anfangen, vermag er zwar Punktuell ganz intensiv werden, lässt dann aber die Teenies wiederum so lange durch den Wald huschen, dass die aufgebaute Spannung wieder verpufft. Da hilft auch diese "Wahrsagung" dank den Pilzen kaum, denn wie soll man überrascht werden, wenn alle Twists bereits in diesen Visionen verraten werden? Wie auch immer, letztendlich dümpelt das ganze dahin, neutralisiert ständig die Spannung und ein krönendes Finale wird auch nicht geboten. Fazit: Shrooms gehört zu den Hochglanz-Schockern der neusten Generation, die mit viel Filtern, verzerrten und düster eingefärbten Bildern altes neu präsentieren wollen. Doch obwohl das ganze sehr gut und düster aussieht, vermag es weder mitzureissen noch zu packen. Letztendlich bleibt Shrooms ein Hochglanzgrusler mit Spannungsproblemen, der sich während der ganzen Spielzeit mit Wiederholungen von Schockmomenten und zu langen Leerläufen viel zu oft ausbremst. Schade um einen Film mit viel Potential. |

