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Beitrag The Omega Man

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The Omega Man oder: Allein in LA.


The Omega Man ist quasi der Vorgänger des aktuellen I Am Legend mit Will Smith, nur ein bisschen radikaler und kultiger. Kultig ist der Film, weil ihn ein 70er Jahre Flair von Anfang bis Ende umgibt, kultig ist auch die "family", die religiös animierte Gemeinschaft der aussätzigen Überlebenden mit ihrem fast B-Picture mässigen Aussehen (die weissen Haare der afroamerikanischen Darsteller sind einfach zum Schiessen... Mr. Heston nimmt das sogar wortwörtlich!). Und kultig ist die Musik von Ron Grainer, die nicht nur total nach 1971 klingt, sondern auch völlig an der Dramaturgie des Films vorbeimusiziert und ihren eigenen Weg geht, was sie schon fast wieder besonders, aber nicht besser, macht.

Unser liebster Waffenfetischist, Charlton Heston, ist der grosse Star dieses düsteren, aber unbeabsichtigt spassigen Endzeitvehikels. Heston gebührt viel Screenzeit, die er genüsslich und einprägsamen auskostet. Anthony Zerbe ist sein Gegenspieler Matthias, ein von Wahn und Selbstüberzeugung geprägter Charakter, der der selbstverliebten und nicht weniger herrscherischen, aber deutlich desillusionierteren Person von Heston in Nichts nachsteht. Gruselig sind Matthias und seine "family" aber eigentlich nie. Deren fast suizidales Verhalten ist in etwa gleich unglaubwürdig wie die platte Sidestory mit dem vom Virus befallenen Richie und seiner "lüsternen" black power Schwester Lisa (Rosalinda Cash).

Die besten Momente hat The Omega Man im ersten Drittel, wenn Neville durch das menschenleere Los Angeles fährt, auf Einkaufstour geht und sich mit sich selber und einer Büste von Julius Cäsar (seinem Schachpartner) auseinandersetzt. Schwach wird der Film immer dann, wenn die kurligen Actionszenen (mit lustigen Doubles) vonstatten gehen und wenn der Film versucht, allzu logisch und ebenso moralisch zu sein - das wird dann schon mal ungewollt komisch.

Zusammen mit dem später erscheinenden Soylent Green ist The Omega Man dennoch ein gelungenes Double in Sachen Endzeitprognosen, das vergangene TV-Zeiten als Kiddie weckt. Der Erstere besticht allerdings mit weitaus mehr Gehalt, ausgeglicheneren und glaubwürdigeren Charakteren und einer besser verfilmten Story.

Extras: Erfreulich, dass Warner ein wenig Bonusmaterial für den Film zusammengestellt hat. Die Originaldoku aus dem Produktionsjahr ist sympathisch veraltet und manchmal genauso (unfreiwillig) schräg wie der Film und das sogenannte Vorwort hätte durchaus ein Mehr an Länge vertragen. Aber immerhin.
Das Bild zeigt sich von seiner besten Seite, befreit von jeglichen Artefakten macht es wirklich Spass, den Film in seinem 2.40:1 Format geniessen zu können. Eher mager ist der in Mono gehaltene Ton ausgefallen, Dialoge und Effekte klingen recht muffig manchmal wie einer Blechdose entspringend.

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pb's Wertung: 3.5 Sterne


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