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Restless oder: Ein Poetendasein in der Kneipe

Moshe ist ein Arschloch. Zu diesem klaren Schluss braucht es vielleicht zehn Minuten, eher noch weniger. Er wird verprügelt und pöbelt herum, er ist hochgradig unsympathisch und hat seinen Sohn im Stich gelassen. Eigentlich gibt es gar nichts an diesen verhärteten und selbstsüchtigen Mann zu mögen. Dass Moshe anders sein kann, freundlich, verständnisvoll, lustig, dass kann man sich gar nicht erst vorstellen.

Die Wandlung vom Saulus zum Paulus schafft Moshe mit Poesieauftritten. Eine schöne Läuterung, aber eine ohne gross Fleisch am Knochen. Macht pure Aufmerksamkeit aus einer so vergrämten Person wirklich einen Gutmenschen? Nun, hier ist es halt so. Mehr Freunde gleich weniger trinken, auch diese Rechnung macht der Film. Und eine dreifache Witwe erzählt er vor ihrem Tablettentod eine letzte Geschichte, die er nicht beenden kann. Irgendwie mögen alle Moshe wieder, vielleicht haben sie ihn gar nie richtig gehasst, man weiss es nicht.

In dieser Zeit von grossen Taten und diversen Bonmots wartet man eigentlich nur noch auf die Konfrontation mit Tzach, die vorher in der Geschichte mit den politischen Ansichten stärker angeheizt wird, als mit ihren persönlichen Diskrepanzen. Das scheint in einem Film um Israel so nötig, wie in einem brasilianischen die Thematisierung der Favelas. Gut hätte man aber auch darauf verzichten können, und dafür Moshes Person noch ein bisschen mehr Feinschliff geben können. So endet Restless zwar versöhnlich, grosse Emotionen wollen sich jedoch trotzdem nicht einstellen.

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uas' Wertung: 3 Sterne


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