Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Il y a longtemps que je t'aime
Il y a longtemps que je t'aime oder: Zwei Schwestern am reconnecten Für ein Drama ist dieser Film erstaunlich ruhig gehalten. Erwartet man eine Kehrtwende oder gar ein neues einschneidendes Ereignis, ist man mit Il y a longtemps que je t'aime im falschen Film. Was diesen Streifen ausmacht ist die Entwicklung der Protagonistin, welche sich mit anfänglich leerem Blick und tiefen Augenhöhlen daran macht, die ersten Schritte im neuen Leben zu lernen. Der französische Schriftsteller Philippe Claudel erzählt in seinem Erstlingswerk die Geschichte des Neuanfangs einer Frau, die perfekt von Kristin Scott Thomas verkörpert wird. Man spürt förmlich das Schicksal, das auf Juliette lastet, das totale Desinteresse ihrer Umwelt und die befremdete Beziehung zu ihrer Schwester. Aber auch Elsa Zylberstein als Léa schafft es, ihr Familienglück und den folgenden Zwiespalt der beiden Welten glaubhaft umzusetzen. Überhaupt sind die beiden ein fantastisches Duo, rein äusserlich könnten sie schon Schwestern sein. Dazu kommen unzählige minimalistische Gesten, welche anfangs die nicht mehr vorhandene Intimität zum Ausdruck bringen, bis sie später die errungene Annäherung beschreiben. Der einzige Wehrmutstropfen ist die auf dem Silbertablett präsentierte Auflösung von Juliettes Vergangenheit. Dies nimmt ihr die Faszination an dem dunklen Geheimnis, welches der Figur ihre Tiefe gegeben hat. Manchmal will der Zuschauer eben gar nicht wissen, woran er genau ist. |
... [Editiert von lafrecciablu am 2009-06-10 11:01:08] |
Ich gebe der Outnow Kritik völlig recht. die ganze Auflösung von Juliettes Vergangenheit nimmt der Figur letztendlich ihren Reiz und macht den Schluss des Filmes zu sehr versöhnlich, für Zuschauer und für die Filmfiguren. Es hätte fast für 6 sterne gereicht, aber da gibt es mindestens einen punkt abzug. c'est domage! [Editiert von lafrecciablu am 2009-06-10 11:00:43] |

