Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Kirschblüten - Hanami
Kirschblüten - Hanami oder: Ein Bayer auf Japan Kirschblüten und Eintagsfliegen dienen als Metapher der Vergänglichkeit in Doris Dörries neuem Film. Aber Vergänglichkeit ist nur eines der vielen Themen, die die deutsche Regisseurin darin anspricht. Es geht um unerfüllte, unterbundene Wünsche, um Entfremdung, um den plötzlichen Verlust der Normalität, aber auch - und das vergisst man schnell - ums Leben. Der seltsame Twist mit dem Tod des vermeintlich gesunden Ehepartners, er lässt die Uhr in Rudi hörbar ticken. Was würde er machen, wenn er wüsste, dass er nicht mehr lange zu leben hätte? Wohl genau das gleiche. Der kurze Stillstand nach dem Schicksalsschlag tut dem Film gut, denn Tokio ist schön und erdrückend, immer wieder ein fantastischer Ort für aussergewöhnliche Bilder. Hier wird man wie Rudi vom Licht und den Leuten erschlagen. Culture Clash, natürlich, aber kein Lost in Translation, denn Rudi kommt schneller zurecht, als er wohl selber erwartet. Doris Dörrie ist Japan-Fan durch und durch. Einen klobigen Bayern dorthin zu schicken macht ihr Spass, weil auch sie mal ohne Sprachkenntnisse und nichts durch das Land trampte. Eine Dokumentation über Butoh-Tänze - welcher Trudi in jungen Jahren selber tanzte - inspirierte sie zu einem ganzen Film, gleichwohl dem rührendsten, den sie je gedreht hat. Dabei erzählt sie eine einfache Geschichte, eine kitschlose, herzerfüllende Ode an das Leben und an den fernen Osten. Und Elmar Wepper werden wir ab diesem Film keineswegs mehr unterschätzen. |

