Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Love in the Time of Cholera
Love in the Time of Cholera oder: Diagnose unklar - Liebe oder Cholera? Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez hat mit seinem Roman "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" aus dem Jahr 1985 eine der angeblich schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur geschaffen. Leider hat Regisseur Mike Newell (Four Weddings and a Funeral) es aber trotz Starbesetzung (wie etwa Fernanda Montenegro (Central Station - Central do Brasil) in der Rolle von Florentinos Mutter), aufwendiger Ausstattung und epischer Musik von Weltstar Shakira nicht wirklich geschafft, eine mitreissende Lovestory auf die Leinwand zu bannen. Dabei hat der Film nicht einmal die Möglichkeit, wirklich kitschig zu werden, ganz einfach, weil während des ganzen Filmes kaum wirkliche Romantik aufkommt. Schuld daran ist die langatmige Inszenierung und die fast durchgehend farblose Charakterzeichnung: Die Figuren wirken allesamt flach und unsympathisch, die Männer sind entweder stereotype Tyrannen mit Zwirbelschnauz oder weinerliche Muttersöhnchen, und die Frauen sind (fast) alle einfach zu verführen und oftmals barbusig inszeniert. Auch die schauspielerischen Leistungen lassen einiges zu wünschen übrig. Javier Bardem (Mar adentro), sonst ein absoluter Garant für gutes Schauspiel, vermag hier keine Glanzleistung zu bieten und den Film so doch noch etwas aufzuwerten - was aber zu einem grossen Teil an den teilweise wirklich schrecklichen Dialogzeilen liegt -, und das Spiel einiger der Nebendarsteller, allen voran John Leguizamo (Moulin Rouge), wirkt derart übertrieben und eindimensional, dass das Ganze eher an eine Telenovela als an grosses Kino erinnert. Wieso Javier Bardems Rolle als einzige in jungen Jahren durch einen anderen Schauspieler (der ihm jedoch tatsächlich verblüffend ähnlich sieht) dargestellt wird, bleibt zudem ein absolutes Rätsel. Besser hätte man dafür auf die wirklich schlecht gemachten Altersmasken verzichtet und ganz einfach ältere Schauspieler genommen, um die über 70-jährigen Figuren zu spielen. Fraglich ist auch, wieso ausgerechnet ein britischer Regisseur diese grosse südamerikanische Saga umsetzen musste, und wieso das auch noch in englischer Sprache. Es lässt sich nur vermuten, wie der Film geworden wäre, wenn die vielen Stars des lateinamerikanischen Filmes hätten Spanisch sprechen dürfen. Gerade diese "Entwurzelung" des Stoffes lässt sich auch in den fast völlig fehlenden geschichtlichen Hintergründen des Filmgeschehens erkennen, die man so nur mehr erahnen kann. Die epischen Geschehnisse werden auf das Liebesgeschehen von Florentino und Fermina reduziert, und da man sich mit den meisten Figuren kaum identifizieren kann, vermag der Film es nicht wirklich, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Fazit: Florentino Ariza hat über 50 Jahre auf seine grosse Liebe gewartet, und fast genauso lang kommen einem die 138 Minuten des Filmes vor. Ich jedenfalls fand den Film teilweise fast peinlich klischiert, und ich habe mir den Schluss des Filmes richtig herbeigesehnt. Für die männlichen Zuschauer locken vielleicht die zahlreichen blanken Busen, wer aber wirkliche epische Romantik sucht, liest besser das Buch oder schaut sich noch einmal The English Patient an. |
Hui, ist das eine zähe Sache geworden. Nicht nur, dass die Geschichte vor allem für romantisch sehr interessierte Personen inszeniert wurde, nein, auch fehlte mir persönlich die Leichtigkeit und der Witz, der so manchen Schinken schon gerettet hat. Wie erwähnt fand ich es auch störend, dass die Dialoge in Englisch gesprochen wurden, denn man erwartet Antonio Banderas hinter jeden nächsten Ecke. Dieses Spanglisch mag für Einzelfiguren interessant sein, einen ganzen Film voll erträgt man nur schlecht. Love in the Time of Cholera ist ein Pärchenfilm par Excellence. Ein bisschen kuscheln, mitleiden und der Mann kann bare Busen gucken. Mehr ist da leider nicht draus geworden. Trotz Javier Bardem. Achja, John Leguizamo erinnert mehr als einmal an seinen nervigen Clown aus Spawn. Den bringt er wohl auch nicht mehr ganz weg.... |

