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Beitrag Shine a Light

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Shine a Light oder: Musik kennt keine Altersbegrenzung


Über Geschmack lässt sich nicht streiten, weder im Film noch in der Musik. So liegt es auf der Hand, dass niemand mit Shine a light warm wird, der mit den Stones generell nichts anfangen kann. Bekehrt werden soll hier aber auch nicht. Scorsese wollte den Altherren des Rocks genauso ein filmisches Denkmal setzten, wie er es vor zwei Jahren mit der grandiosen Doku No direction home für Bob Dylan tat.

Am besten löst man also "Start me up", "As tears go by", "Brown Sugar" und wie die Songs alle noch heissen aus dem eigentlichen Kontext, und schaut auf den Rest. Der Start des Films, eine rund zehnminütige Observation der Konzertvorbereitungen, gestaltet sich leichtfüssig und wunderbar erheiternd. Wer die Stones live noch nicht gesehen hat, merkt schon dort, dass sich hier eine gewaltige Energie aufstaut, die sich später im Konzert entlädt. Jagger ist auf der Bühne ein verjüngter Derwisch, ein wahres Phänomen. Die Kameras folgen ihm auf Schritt und Tritt, fangen jede Grimasse ein, lassen erst los, wenn gerechtigkeitshalber auch mal die anderen Bandmitglieder gezeigt werden sollen.

Sowieso: Der Teufel liegt hier im Detail. Etwa, wenn Jagger sich, eher unbewusst, für ein Handyfoto in Pose schmeisst. Wenn Richards explosiv die Zigarette ausspuckt. Wenn "Dirrty" Aguilera zum Schulmädchen wird, und alle Bandmitglieder artig ein Küsschen gibt. Fantastisch die Szene, als Drummer Charlie Watts nach dem Songende einen tiefen Atemzug Richtung Kamera tut. "I'm too old for that shit" meint man von seinem Gesicht ablesen zu können, und doch weiss man, dass ihm jeder Schlag immer noch Spass macht. Auch wenn der Herr mal Maler werden wollte.

In der Tat grandios ist die technische Umsetzung von Scorseses Vorhaben, der sich sogar die Mühe machte, das Instrument des jeweils gezeigten Musikers im Sound hervor zu mischen. Auch seine geschichtlichen Einschübe platziert er geschickt, denn manchmal ist bei all der Action auf der Bühne Auflockerung vonnöten. Shine a light ist deshalb ein überaus gelungener wie auch ambitionierter Konzertfilm geworden, der zwar zu keinem Zeitpunkt die wahre Live-Atmosphäre eines Gigs entfalten kann - was auch im Dolby-Surround Kinosaal einfach ein Ding der Unmöglichkeit ist - sich aber mit seiner technischer Brillanz auszeichnet und das Phänomen Rolling Stones imposant rüberbringen vermag.

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uas' Wertung: 4.5 Sterne

Ich finds etwas schwierig, den Film zu bewerten. Die Musik hätte natürlich ohne Frage 6 Sterne verdient. Die Jungs sind noch immer top in Form und liefern eine grossartige Show.
Scorsese hat das ganze sehr gekonnt aufgenommen und zwischendurch unterhaltsame Interviewfetzen eingeschoben. Insgesamt kann ich uas eigentlich von a bis z zustimmen. Für alle, die den Stones nicht abgeneigt sind, eine klare Empfehlung!

Zitat uas (2008-02-08 17:44:00)

Wenn "Dirrty" Aguilera zum Schulmädchen wird, und alle Bandmitglieder artig ein Küsschen gibt.

Stimmt nicht, sie hat Watts ausgelassen! }:) ;)

Btw: Jack White rockt!

jon's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat Dirty Harry (2008-04-19 19:46:19)
Zitat uas (2008-02-08 17:44:00)

Wenn "Dirrty" Aguilera zum Schulmädchen wird, und alle Bandmitglieder artig ein Küsschen gibt.

Stimmt nicht, sie hat Watts ausgelassen! }:) ;)


Wie oberflächlich...;)

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Ja, ist nicht einfach mit der Bewertung. Ich kann aber sagen, dass ich mich gestern Abend zwei Stunden lang bestens unterhalten habe. Die Kamerafahrten und explosiven Bilder waren grandios, die Musik rockt gewaltig und Scorsese hat die Stimmung des Konzerts sowieso extrem gut auf Film gebrannt. Die Interviews waren auch, vor allem wegen den schlagfertigen Antworten der Rolling Stones, eine sehr witzige Abwechslung. Vielleicht hätte Scorsese aber ein wenig konsequenter sein können, also entweder "nur" die nackte Show, oder eine gekürzte Show mit zahlreichen Backstage- und Archivbildern.

Trotzdem: Vor allem dank Schnitt, Kamera und Ton, ist Shine a Light als Konzertfilm sehr stark und mehr kann oder darf man vom Genre fast nicht erwarten. Ausserdem gibt es einen humorvollen wie ironischen Anfang und einen ebenso pointierten Schluss. Und zu den Rolling Stones selbst: die sind sowieso fit wie eh und je.

Darum aufgerundete 5 Sterne von einem zufriedenen Kinobesucher.

(Der Kauf des Soundtracks scheint mir unausweichlich...)

psg's Wertung: 5.0 Sterne

Shine a Light ist ein grossartiger Konzertfilm, in dem Nicht-Stones-Fans eigentlich nichts verloren haben. Wer hier den Vergleich zu No Direction Home sorgt, ist fürchterlich fehl am Platz. Hier gehts um die Inszenierung eines sehr guten Konzerts der vier Herren (mit Begleitung und Gästen). Das ganze Kino rockt, wenn Keith auf den Knien seine Gitarre spielt, oder wenn Ronnie an der Steelguitar rumhantiert. Dazwischen gibts einige wenige Archivaufnahmen, die aber gekonnt platziert worden sind, mehr hättens nicht sein müssen. Aber auch während des Konzerts gibts einige lustige Momente, mein absoluter Liebling dabei:

Mick: "C'mon Charlie, say hello!"
Charlie: "Hello"
Mick: "He speaks!"

Die Gäste waren auch sehr gut und passend (Buddy Guy bringts!).

Begeistert war ich von den ersten zehn Minuten, dort zeigt Martin Scorsese sein ganzes Können, die S/W-Bilder sind absolut angebracht.

Abgerundete 5 Sterne, I liked it!

Ausführlicheres Review

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-07-29 20:51:36]

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2008-04-25 23:20:19)

I liked it!


Dacht ich mir... ;)

Shine a Light und No Direction Home zu vergleichen ist wirklich sinnlos, da der eine Film ein Dokumentarfilm über einen grossartigen Musiker ist, wohingegen der andere die (Live-)Dynamik in einer ebenso tollen Band untersucht.

psg's Wertung: 5.0 Sterne


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