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Beitrag Lars and the Real Girl

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Lars and the Real Girl oder: Lars bastelt sich seine Traumfrau


Einen Film über einen Aussenseiter mit Vorliebe für Gummipuppen, welche dann auch noch von der ganzen Stadt als echte Person behandelt wird, hätte leicht zum Klamauk oder zur peinlichen Schmonzette werden können. Regisseur Craig Gillespie (Mr. Woodcock) umschifft das klischeereiche Fahrwasser jedoch gekonnt, in dem er Lars und seine Bianca nie der Lächerlichkeit Preis gibt und trotzdem den Film durch leisen Humor nicht zur deprimierenden Aussenseiterballade verkommen lässt.

Ein umwerfender Ryan Gosling in der Hauptrolle vermag das Innenleben dieser vielschichtigen Figur intensiv und glaubhaft vorzutragen. Wenn er als Lars auf der Tanzfläche steht und sich den Tränen nahe freut, dass Bianca von den Mitmenschen akzeptiert und nicht mehr angestarrt wird, kommt zum Vorschein, welches grosse Schauspieltalent hier zur mittleren Reife wächst. Eine Oscar-Nomination wäre verdient gewesen.

Diese hat der Film für das beste originale Drehbuch bekommen. Nancy Olivers (Six Feet Under) Skript sprüht vor Intelligenz und Wärme und versucht nicht Lars Psychose auszuschlachten, sondern lässt sie als einen völlig natürlichen Prozess erscheinen. Um es in den Worten von Mrs. Gruner, der Familienfreundin, zu sagen: Wer hat denn in seiner Jugend nicht bizarre Dinge gemacht oder geliebt?

Bianca ist nicht nur ein Zeichen für die Toleranz und Akzeptanz von etwas Einzigartigem, sondern auch Lars' Möglichkeit, Erwachsen zu werden. Seine Verschlossenheit und seine Aversion von sozialer Interaktion sind auf seine Kindheit zurückzuführen. Mit Bianca - und mit Hilfe von Dr. Bergman - gelingt es ihm, sich seinen Ängsten zu stellen, auch, da er sich durch die Puppe ausdrücken kann. Er lehrt, Verantwortung zu tragen und taut langsam auf. Dies fordert jedoch einen Abnabelungsprozess von Bianca.

Lars and the Real Girl ist eine herzliche, emotionale Geschichte über einen liebevollen Aussenseiter geworden, der eigentlich nur jemand sucht, der ihn so akzeptiert, wie er ist. Es ist ein Film, dessen Botschaft die Wichtigkeit von Toleranz und Gemeinschaft aufzeigt und die Gefühle eines Menschen über alles andere erhebt. Denn letztlich begreift Lars, dass es wunderschön ist, jemanden lieben zu können, auch wenn diese Person dasselbe Gefühl vielleicht nicht erwidert.

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hut's Wertung: 5 Sterne

Tolle Kritik, jetzt freue ich mich noch mehr auf den Film! :)

goodspeed's Wertung: Noch nicht bewertet

Lars and the Real Girl liefert uns bereits ein weiteres Highlight des Kinofrühjahrs. Dabei zeichnet sich der Film durch eine feine Figurenzeichnung, interessante Charaktere und gute Schauspielern aus. Die Story ist zwar einwenig vorhersehbar, doch nie langweilig. Besonders ist die Geschichte nie attraktionshungrig, sondern zeigt die Figuren menschlich und ungekünstelt. Dabei gefällt vor allem Ryan Gosling als Lars. Er mimt den naiven, warmherzigen und leicht verschrobenen Lars hervorragend. Aber auch die anderen Figuren werden sympathisch verkörpert. Und für einmal wurde das Ende rechtzeitig gesetzt, so dass der Film weitgehend fern von irgendwelchem Kitsch ist.

mab's Wertung: 5.0 Sterne

Ein wunderschöner Film. Ryan Gosling ist einer von diesen schwer unterschätzten Schaupieler und Schauspielerinnen. Ryan goslings Spiel ist wunderbar und er zeigt durch sein Spiel so viele Facteten seiner "verkorksten" Figur. Bloss mit eienr Geste bringt er so viel von seiner Figur rüber ohne etwas sagen zu müssen. Sein Schauspiel ist das Highlight des Films und schwer vorstellbar was alles falsch geht bei den Oscars, ob wirklich die besten Schauspieler ausgezeichnet werden, man vergleiche doch bloss nur mit er Nomination von George Clooney.
Die Geschichte ist mutig, sehr schön, herzerwärmend, nicht kitschig und einfach etwas was man nicht aus der Hollywood Maschine erwartet hätte.
Die Nebendarsteller spielen allesamt auch gut, vorallem die schwangere Frau und Patricia Clarkson, die ihre Falton nicht mit Botox bekämpfen sollte. Patricia clarkson spielt die Ärztin/Psychiatrin sehr charmant und mit einer gewissen Coolness und Distanz, aber trotzdem liebenswürdig.
Der Film wirkt nie peinlich oder gewollt traurig oder bemitleidend. Er weckt einfach Emotionen im Zuschauer, weil der Film sehr menschlich ist.
Auch die Message des Films ist sehr schön und gut umgesetzt mit dem ganzen Film.
Die Entwicklung des ganzen Dorfes in Bezug auf "Bianca" ist auch nicht unnachvollziehbar mit ein bisschen Überlegung, da wir alle sicher mal als Kind mit unserem Teddybär geredet haben und Lars ist halt noch ein Kind und deswegen fragt er auch seinen Bruder, wann man merkt, dass man Erwachsen ist.
Nur einen kleinen Kritikpunkt gibt es und zwar, gegen Schluss ist es manchmal zu übertrieben mit der Güte und ihrer Beziehung zu "Bianca" der Menschen im Dorf.Dafür ist es im ganzen Rest nicht unglaubwürdig, bloss gegen den Schluss.
Aber sonst ein durchaus perfekter Film mit einem Ryan Gosling, der mindestens genauso gut spielt wie alle anderen Oscar Gewinner.

[Editiert von fearing is believing am 2008-04-01 12:55:37]

[Editiert von fearing is believing am 2008-04-01 16:31:14]

fearing is believing's Wertung: 6.0 Sterne

Genial.

Der Trailer lässt den Film ja leider eher als eine schlechte Komödie stehen, was dem Film aber in keinster Weise gerecht wird.

Ich bin völlig hin und weg von diesem Film. So tief berührt (Ja, auch Männer haben Gefühle) hat mich schon lange kein Film mehr.

Die ganze psychische Entwicklung von Lars - einfach ein Hochgenuss. Und auch wie der Film ganz fein erzählt wird ist wirklich schön anzuschauen.

Allerdings musste ich ein paarmal schmunzeln, weil in diversen Szenen das Mikro von oben in das Bild baumelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies beabsichtigt war, denn es lenkt eher ab, was wirklich Schade ist bei so einem Film.

LukeZone's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat LukeZone (2008-04-06 00:12:03)

Allerdings musste ich ein paarmal schmunzeln, weil in diversen Szenen das Mikro von oben in das Bild baumelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies beabsichtigt war, denn es lenkt eher ab, was wirklich Schade ist bei so einem Film.


das kommt davon, wenn der kinooperateur schlampt und die falschen blenden einstellt... wäre das richtige format eingestellt, hättest du keine mikros gesehen.

th's Wertung: 6.0 Sterne

Vielen Dank - Wieder was dazugelernt^^

LukeZone's Wertung: 6.0 Sterne

Lars and the Real Girl vermag trotz eines eher unsteten Verlauf (bezogen auf den Humor) 100 Min zu unterhalten und zu amüsieren. Ein wunderschönes Lehrstück über die Kraft der Gemeinschaft und das Akzeptieren anderer Gewohnheiten. Zwischendurch wird aber diese Message dem Film auch etwas zum Verhängnis, da alles doch sehr amerikanisch gemacht wurde. Trotzdem: Brillante Darsteller (Gosling sympathisch, Mortimer stark und Schneider einfach zum Brüllen), ein gut geschriebenes Drehbuch und immer wieder ührende Szenen (das "Wiederbeleben" des Teddybärs :)).
Schön auch am Film ist, dass der Kinozuschauer immer wieder Freude an den "ganz normalen Absurditäten des Lebens" haben kann, auch wenn sich einige Dinge wiederholen.
Lars and the Real Girl ist ein unterhaltsamer, warmherziger Film geworden, der angenehm anders ist.
4,5

Ausführlicheres Review

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-07-29 20:59:35]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat fearing is believing (2008-04-01 12:55:00)

Die Entwicklung des ganzen Dorfes in Bezug auf "Bianca" ist auch nicht unnachvollziehbar


Gut gemeinter Kommentar, aber du widersprichst mit diesem Satz dem Film etwas. Nein, es liegt eigentlich gar nicht am Satz, sondern am "Bianca". Der Film ist darauf aus, Bianca als echte Person, die nun einfach mal im Kopf von Lars existiert, zu zeigen. Da hat sie die Anführungszeichen sicher nicht verdient. ;)

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-04-20 14:29:03]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne


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