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Beitrag There Will Be Blood

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There Will Be Blood oder: Da staunt sogar Oligarch Abramowitsch ab so viel Öl


There Will Be Blood ist ein bisschen wie das Öl selber: Der Film ist schwer, bedrückend, düster, unheimlich und trotzdem so voller Energie, voller Schönheit und Kraft. Es ist das Epos geworden, für das wohl auch die Vorlage - Upton Sinclairs Roman Oil! - bestimmt gewesen ist. Mit einer Laufzeit von beinahe 3 Stunden benötigt der Zuschauer enormes Sitzleder, denn handlungsmässig geboten bekommt er nur wenig. Es ist ein Film, der nicht für den Mainstream konzipiert ist und sich auch dementsprechend davon abhebt. Den amerikanischen Kritikern zu urteilen, die ja im Winter immer ihre vielen Preise vergeben, kommt der Stoff, aus dem die Träume sind, aber gut an. Einen Golden Globe für Day-Lewis und zudem etliche Nominationen aus allen Bereichen sind ein guter Gradmesser für die Academy Awards, welche den Mut des Filmes denn auch ziemlich sicher in Nominationen ummünzen werden.

There Will Be Blood ist die Tragödie eines Mannes, der bestimmt dazu ist, Grosses zu leisten und schliesslich an sich selbst und an seiner Gier nach Macht scheitert. Diesen Mann spielt Daniel Day-Lewis mit einer selten gesehenen Intensität. Es ist schwer, sein Schauspiel in Worte zu fassen, da er, wenn er wieder einmal auf der Leinwand zu sehen ist, diese gleich völlig einnimmt. Er spielt Plainview nicht, er ist es. Wenn er gesteht, dass er nichts, aber auch gar nichts an den Menschen entdeckt, was liebenswürdig ist und er tiefe Abscheu für sie empfindet, um kurz darauf in Gelächter auszubrechen, widerspiegelt sich dieser selbstherrliche Wahnsinn in Day-Lewis' ruhigem und bedrohlich-sanften Spiel, nur um kurz darauf wie ein Vulkan auszubrechen. Mit dieser Meisterleistung dürfte ihm der Oscar sicher sein. Umso erstaunlicher kann deshalb auch Paul Danos Leistung betrachtet werden, welcher als Gegenpol fungiert und trotz seines jungen Alters erstaunliche Leinwandpräsenz beweist. In den Szenen mit Day-Lewis hat aber auch er seinen Meister gefunden.

Regisseur Paul Thomas Anderson, der mit diesem Film Neuland betritt (seine zuvor inszenierten Meisterwerke Boogie Nights und Magnolia stehen eher in der Tradition von den Ensemble-Filmen Robert Altmans), erweist mit There Will Be Blood Filmen wie Treasure of the Sierra Madre, Giants, aber auch Citizen Kane Referenz. Nicht nur spiegelt sich in all diesen Filmen die grössenwahnsinnigen Ambitionen eines Individuums wieder, sondern auch die Fatalität der Entscheidungen, welche getroffen werden.

Viel zur Atmosphäre von There Will Be Blood tragen die staubtrockenen, aber wunderschönen Bilder von Kameramann Robert Elswitt bei. Die endlosen Weiten der kalifornischen (aber in Texas aufgenommenen) Landschaft, welche Elswitt in hellen, erdigen Tönen filmte, zeugen von der Schönheit des menschenleeren Raumes. Wenn dann aber die Ölfördermaschine in Flammen steht (das konzipierte Highlight des Filmes) und die Rauchsäule in den Himmel steigt, wird daraus das fragile Wirken des Menschen mit der Natur sichtbar.

Die brillante, ohne Dialog auskommende Anfangssequenz, unterstützt durch die avantgardistische und überraschende Filmmusik von Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood, lässt die folgenden Geschehnisse bereits in einem bedrohenden Licht erscheinen. Sowieso sind es immer spezielle Ereignisse - Unglücksfälle, das Auftauchen gewisser Personen -, welche die Motivation der Figuren begründen und deren Handeln unaufhörlich ins Verderben leiten. In den kommenden zweieinhalb Stunden wird sich dies immer stärker manifestieren. Für viele Zuschauer wird dies zu lange sein und der Film wird sie enttäuschen, doch jene, welche sich auf ihn einlassen, werden von seinem Sog angezogen werden.

Wenn schliesslich im Abspann There Will Be Blood in gotischen Buchstaben erscheint, hat ein Film, ein Epos, sein Ende genommen, dass in der heutigen Filmlandschaft so einzigartig, so komplex, so widersprüchlich und so unnahbar ist, wie es Kunstkino nur fertig bringen kann. Paul Thomas Anderson ist es gelungen, Themen - Religion, Machtgier, Familie - zu einem Film zu vereinen, der einem noch Tage nach dem Kinobesuch überraschen, schockieren und verwundern wird.

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hut's Wertung: 6 Sterne

Zu diesem Thema wurden insgesamt 48 Beiträge geschrieben.
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Das klingt ja mal vielversprechend. Bin höchst gespannt. Ein Muss!

ebe's Wertung: 5.0 Sterne

Der Film, den ich neben No Country For Old Men am sehnlichsten erwarte. Daniel Day-Lewis ist sowieso ein Meister, der die Konturen seiner Figuren stets sehr schön und detailliert herausarbeitet.

Die Bilder und der Trailer sehen viel versprechend aus und mit huts Kritik fühle ich mich bestätigt, dass da etwas Grosses in unsere Kinos kommt.


psg's Wertung: 6.0 Sterne

Ich kanns fast nicht glauben, aber meine Erwartungen wurden mit der Kritik sogar noch gesteigert. Lange mussten wir auf Andersons neusten Film warten, aber es scheint sich gelohnt zu haben. Die Spanung steigt.

goodspeed's Wertung: Noch nicht bewertet

Da bin ich aber auch mal sehr gespannt. Bei IMDB ist der Film bereits auf Platz 16 der besten Filme.

gianni-gt's Wertung: Noch nicht bewertet

...läuft in ZCH nur in 1 Kino?!!

muri's Wertung: 5.0 Sterne

In Luzern läuft er auch nur in einem Kino (Bourbaki), dafür hats im Bourbaki jetzt ein absolutes Hammerprogramm! :)
- There Will Be Blood
- Into the Wild
- I'm Not There

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

So, ich war im Corso 2.

Dieser Daniel Day-Lewis ist S-A-G-E-N-H-A-F-T. Er hat die schwierige Aufgabe, einen Film volle drei Stunden zu tragen, und meistert sie grossartig. Da kann ich nur sagen: Gebt dem Mann sofort den Oscar! Ohne wenn und aber!

Übrigens fand ich gar nicht, dass sooo viel Sitzleder nötig ist. Klar, der Einstieg ist etwas harzig, aber sehr bald war ich wirklich gefesselt und keineswegs gelangweilt. Spannung ist nämlich vorhanden, wenn auch nicht oberflächlich, sondern wirklich durch den ganzen Film hindurch, und auch sonst kann man sich ja an den Landschaftsaufnahmen und dem Spiel von Lewis nicht sattsehen. Jedenfalls ein richtig gutes Drehbuch, wobei der (für mich) Höhepunkt des Filmes mit dem Brand eigentlich relativ früh kommt.

Zu sagen ist jedoch, dass mich Paul Dano nicht speziell umgehauen hat und das Ende irgendwie unpassend war. Naja es passte schon zum Charakter von Plainview und ich wünsche mir selbstverständlich kein Happy End, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass ich da ein wenig mehr erwartet hätte.

[Editiert von Dirty Harry am 2008-02-15 02:26:51]

jon's Wertung: 5.0 Sterne

der film ist irgendwie komisch, fokussiert voll auf den hauptcharakter, welcher durch lewis sehr gut dargestellt wird, aber ansonsten fehlt einfach der spannungsbogen im film, und das ende, etwas schroff, oder nicht? fand die sache nicht berauschend.

[Editiert von Ghost_Dog am 2008-02-16 00:46:47]

Ghost_Dog's Wertung: 3.0 Sterne

Spannungsbogen ist vorhanden, wenn auch wie gesagt nicht so oberflächlich ala Matrix. Halt etwas subtil, die Sache. ;)

Deine Meinung in Ehren, aber der Film ist eindeutig nicht "durchschnittlich"!

jon's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2008-02-14 07:59:29)

In Luzern läuft er auch nur in einem Kino (Bourbaki), dafür hats im Bourbaki jetzt ein absolutes Hammerprogramm! :)
- There Will Be Blood
- Into the Wild
- I'm Not There

Eastern Promises nicht zu vergessen... Ich glaube damit kehre ich der Kitag den Rücken und gehe nur noch dorthin.

NOFX's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat Dirty Harry (2008-02-16 01:50:45)

Spannungsbogen ist vorhanden, wenn auch wie gesagt nicht so oberflächlich ala Matrix. Halt etwas subtil, die Sache. ;)

Deine Meinung in Ehren, aber der Film ist eindeutig nicht "durchschnittlich"!

haha, ja genau, wenn kein wirklicher spannungsbogen vorhanden ist, einfach das wort "subtil" anbringen und mit nem aaaaabsolut passenden und brillianten popcorn movie vergleich untermauern, n1. ;)

ich bleibe dabei, der film hat mich durchschnittlich gelangweilt, trotz der wirklich superben darstellerischen leistungen.

so verschieden die menschen, so verschieden die geschäcker. |)

Ghost_Dog's Wertung: 3.0 Sterne

Daniel Day-Lewis spielt grandios und hat den Oscar mehr als verdient. Der restliche Film trifft leider nicht meinen Geschmack. Der Anfang war noch vielversprechend doch dann war der Film zu langatmig. Da konnten auch die schönen Sets nicht drüber hinwegtäuschen. Ich bin überzaugt, dass dem Film 20 Minuten weniger Spielzeit besser getan hätten.

Paul Dano hat mir in Little Miss Sunshine sehr gut gefallen, doch die Rolle hier war zu viel für den Jungschauspieler. Den Obergläubigen habe ich ihm nicht abgenommen und bei den Dialogen mit Lewis ging er nur noch unter - totale Fehlbesetzung.

Leider muss ich das selbe zur Musik sagen. Noch selten war eine Filmmusik so unpassend wie diese hier.

Fazit: Schöne Sets, Kulisse, eine spannender Hintergrund und ein genialer Daniel Day-Lewis schaffen es leider nicht einen zu lang geratenen und stellenweise langweiligen Film grandios zu machen. Schade, hier wäre viel mehr drin gelegen :(

sj's Wertung: 5.0 Sterne

Lang erwartet, endlich gesehen! Ich weiss gar nicht, wer mich in seinen Bann gezogen hat, Daniel Day-Lewis mit seinem Spiel oder Daniel Plainview selbst, denn der vielleicht extremste Schauspieler der Welt spielt nicht, sondern er wird zu Plainview, was für den Zuschauer umso beängstigender ist. Man hat die ganze Zeit vor Augen, dass Plainview eigentlich ein schlechter Mensch ist, trotzdem geht man mit dieser Figur und fühlt mit ihr. Das ist so faszinierend wie der Film selbst: Ein Epos, das uns eine saubere Regie spüren lässt und von tollen Schauspielleistungen nur so strotzt. Und Paul Dano hätte unbedingt für den Oscar nominiert werden sollen, vielleich, so leid es mir tut, anstelle von Philip Seymour Hoffman oder Casey Affleck, denn mit ihnen kann der junge Schauspieler locker mithalten!

Was versteht ihr denn genau unter einem Spannungsbogen? Für mich bestand die Spannung daraus, diesem besessenen Menschen zu folgen und dann, wenn man glaubt diesen Plainview einigermassen durchschaut zu haben, wieder im Dunkeln zu tappen.

Fazit: Viel besser kann man eine solche Geschichte nicht erzählen: Im neuen Film von Anderson geht es wie schon in magnolia oder Boogie Nights, auch wenn etwas versteckter, um Lebenslügen, eingepackt in grossartige Bilder. Und Daniel Day-Lewis gibt die bisher beste Performance des neuen Jahrhunderts. Ein hypnotisierendes Meisterwerk.

psg's Wertung: 6.0 Sterne

so verschieden die geschäcker.

ups, hier darf also auch geschäkert werden :), herrlich

also zum Film:
1. Den Oscar an Daniel Day-Lewis, das ist doch ganz klar.

2. Der Film ist sehr gut aufgebaut; die Geschichte bleibt über die ganze Länge spannend. Der Einstieg in den Film würde ich schon fast als genial bezeichnen: Plainview verletzt am Boden, weit und breit keine Hilfe und trotzdem kommt er durch (die Kameraeinstellung in die Einöde ist einfach der Hammer und hat mich an Sergio Leones "The Good, The Bad and The Ugly" erinnert). Da wird dem Zuschauer gleich klar, was in den nächsten Stunden auf ihn zukommt.

3. Der Film ist sehr ruhig erzählt. Sicher nicht jedermanns Sache, aber mir hat's gefallen.

2 kleine Abzüge gibt es aber:

1. Paul Dano ist teilweise nahe am "overacting". Die Szenen verkommen dadurch teilweis zu Klamauk. Die Reaktionen des Kinopublikums in der Schlussszene waren bezeichnend dafür. Innerhalb von Sekunden wich das Gelächter dem Entsetzen über den Fanatikger Plainview.

2. Die Antagonisten altern nicht und sehen auch nach einem 20-Jahre-Zeitsprung noch gleich aus. Wurde wohl von Anderson bewusst so gewählt, widerspricht meiner Meinung nach aber dem Konzept eines Epos'. Schade.

Fazit: Der Film ist so gut, dass auch diese beiden Abzüge nicht so stark ins Gewicht fallen, so dass weiterhin die Höchstnote vergeben werden muss.

schmoov's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat schmoov (2008-02-17 18:46:25)

2. Die Antagonisten altern nicht und sehen auch nach einem 20-Jahre-Zeitsprung noch gleich aus.


Wen meinst du konkret damit?

psg's Wertung: 6.0 Sterne

ich meine den plainview und eli am schluss, sehen doch beide immernoch genau gleich aus, nur dass der plainview ein bisschen stärker hinkt.

schmoov's Wertung: 6.0 Sterne

Stimmt, das mit dem altern wollte ich in meinen Kommentar auch noch reinschreiben - hat mich auch gestört.

sj's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat schmoov (2008-02-17 23:33:54)

ich meine den plainview und eli am schluss, sehen doch beide immernoch genau gleich aus, nur dass der plainview ein bisschen stärker hinkt.


Wieso sagst du dann Antagonisten? Plainview ist doch, trotz seiner Widerlichkeit, ganz klar Protagonist! Ich finde Daniel Day-Lewis hat den Altersunterschied mit seinem Spiel sehr gut rübergebracht, ausserdem hat er auch weisse Bartstoppeln und mehr Stirnfalten. Aber stimmt, grosse Unterschiede gibt es da nicht. Fand ich aber überhaupt nicht schlimm.

psg's Wertung: 6.0 Sterne

Also ich kann da eure Begeisterung nicht so ganz teilen. Ich bin auch der Meinung, dass der Spannungsbogen fehlt und das ganze viel zu stark in die Länge gezogen wird. Zum Glück fällt mal ab und zu jemandem eine Bohrstange auf den Kopf, da war ich immer gleich wieder hellwach ;)! Natürlich, Daniel Day-Lewis ist ein super Schauspieler und er spielt auch hier sehr gut, aber das macht die gepflegte Langeweile auch nicht wett. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, ist die Stimmung im Film, teilweise sehr beklemmend. Ich finde den Film allerdings trotzdem etwas überschätzt, Paul Thomas Anderson hat schon bessere Filme gemacht, z.B. Magnolia.

pyrrha's Wertung: 3.0 Sterne

Zitat sj (2008-02-17 12:26:18)

Leider muss ich das selbe zur Musik sagen. Noch selten war eine Filmmusik so unpassend wie diese hier.

Seltsam - ich behaupte genau das Gegenteil. Die Musik war grandios! Die benuruhigend sirenenartig auf- und abklingenden Streicher am Anfang oder das rhythmische Crescendo während der Brandszene beispielsweise gehören für mich zum Besten und Innovativsten, was ich in Sachen Filmmusik in den letzten Jahren erlebt habe.

Ansonsten schliesse ich mich der vorherrschenden Meinung hier an. Paul Thomas Anderson ist ein Meister darin, die audiovisuellen Möglichkeiten des Kinos optimal zu nutzen. Dies hat er schon in Magnolia und dem imho stark unterschätzten Punch Drunk Love unter Beweis gestellt. Abzug gibt's einzig für den Schluss, der mir etwas too much war.

[Editiert von ebe am 2008-02-21 09:24:46]

ebe's Wertung: 5.0 Sterne

bin ich eigentlich ständig im falschen film? wieso zur hölle läuft ein streifen mit oscarnominierungen in den wichtigsten kategorien gerade mal in 6 bescheidenen kinos schweizweit während ein film wie "27 dresses" 19 säle "blockiert"? ich seh's schon kommen, beim start von "no country for old men" werd ich mich auch wieder schwarz ärgernx(...mein geschmack scheint nicht massenkompatibel zu sein.

TheOutlaw's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat TheOutlaw (2008-02-23 01:35:58)

bin ich eigentlich ständig im falschen film? wieso zur hölle läuft ein streifen mit oscarnominierungen in den wichtigsten kategorien gerade mal in 6 bescheidenen kinos schweizweit während ein film wie "27 dresses" 19 säle "blockiert"? ich seh's schon kommen, beim start von "no country for old men" werd ich mich auch wieder schwarz ärgernx(...mein geschmack scheint nicht massenkompatibel zu sein.


Zumindest hast du Geschmack.
Hab jetzt beide gesehen, imho ist "No Country" noch einen Tick besser als der ausgezeichnete "There will be blood".

euros' Wertung: 6.0 Sterne

Guter Film. Hat mir echt gefallen. Ein Mann, der zwar den American Dream monetär zwar erreicht, aber als Mensch total versagt. Sehr schön.

Die Bilder und die Musik sind hervorragend.

DDL spielt wie immer brilliant. Und sein Oscar verdient.

Aber die vielen 6-Sternlis wie auch sein Platz auf IMDB (#23 in den Top250) kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Wäre die letzte Szene nicht gewesen, so hätte ich dem Film wohl nur 4 Sterne gegeben.

Markus' Wertung: 5.0 Sterne

Brahms vom Abspann ( Big SUISA ist watching us )

http://de.youtube.com/watch?v=91pOqBcvQ7M

euros' Wertung: 6.0 Sterne

Ganz in Ordnung das Filmchen, aber nicht der gepriesende Knaller wie überall zu lesen!

Allerdings ist das ganze mehr oder weniger (erwartungsgemäss) ne One-Man Show von Daniel Day-Lewis, den mehr als Mister Plainview beim bohren, handeln und rumspinnen zuzusehen gibts es in dem Streifen nicht! Die ganze Charakterentwicklung vom Scharfsinn zum Wahnsinn ist aber grandios gespielt und wurde zurecht mit dem Männchen belohnt!

Abseits davon bietet sich einem eine nette aber bisschen langatmig erzählte Geschichte über die Entwicklung der Ölförderung sowie ein Machtspiel zwischen Geschäftsmann und Kirche, wobei doch alle eigentlich aufs selbe Ziel hinarbeiten! Die Spannung hält sich dabei aber in Grenzen!

4 Sterne! DDL grandioses Schauspiel kompensiert die eher mässig interessante Story!

Chemic's Wertung: 4.0 Sterne

Habe mir den Streifen gestern auf DVD nochmals angeguckt und war auch das zweite Mal wieder schwer beeindruckt von Robert Elswits epischen Bildern, Paul Thomas Andersons Regie und Buch, der Ausstattung, der einzigartigen Musik von Greenwood und natürlich dem fantastischen Daniel Day-Lewis.

Negative Stimmen, der Film lebe einzig und allein von Daniel Day-Lewis kann ich nicht verstehen, zudem erstens der Film sowieso in erster Linie eine Charakterstudie über Plainview ist und zweitens auch Paul Dano einen grossartigen Gegenpart verkörpert. Langatmig fand ich den Film auch beim zweiten Schauen nicht. Klar, der Film hat mit 153 Minuten eine Überlänge, aber die psychologische Spannung liegt irgendwie immer in der Luft, so dass There Will Be Blood einem bis am Schluss nicht mehr loslässt. Der "dritte Akt" (in der Villa 1927) allein ist übrigens etwa 30 Minuten lang, aber ein absolut krönender Abschluss dieses meisterhaften Öl-Epos.

psg's Wertung: 6.0 Sterne

There Will Be Blood oder: Dedicated to the Academy

Nun habe ich ihn also auch noch gesehen - There Will Be Blood. Ich habe mich überreden lassen, die angeblich "beste Performance des neuen Jahrhunderts" (Daniel Day-Lewis) zu sehen. Und ich bin wirklich etwas enttäuscht.
Klar, Daniel Day-Lewis gehört von Haus aus nicht zu meinen Lieblingsschauspielern, aber wie man in Scorseses Gangs of New York gesehen hat, kann man aus dem gestandenen Theatermimen durchaus etwas Leinwandtaugliches herausholen.Die Aufgabe eines Regisseurs lautet nämlich: den Schauspielern Grenzen setzen! Und das hat Paul Thomas Anderson hier vergeigt. Er liess Day-Lewis seine Ego-Show abziehen, jedes Gestöhne, jede Bewegung der Augenbraue ist einstudiert und die Schlussszene schlägt dem Fass den Boden aus. Auf Englisch würde man sagen "He hams!". Ein Gestöhne und Gezeter wie man es auf einer grossen Bühne, wo der oberste Balkon die Emotionen auch mitbekommen soll, bringen muss, gehört meiner Meinung nach nicht auf die Leinwand. Doch darauf fährt die Academy nun mal ab, da war der Oscar auch kein Wunder.
Eine weitere zweifelhafte Sache von There Will Be Blood ist die Musik von Johnny Greenwood, die gesucht originell ist und mit ihren dissonanten Klängen das Ohr des Zuschauers/-hörers mehrmals beleidigt. Ausserdem passt sie in einigen Szenen überhaupt nicht zum Leinwandgeschehen.
There Will Be Blood ist ein weiterer Versuch eines Amerikaners, einen europäisch angehauchten Arthouse-Film zu drehen und mit Verlaub: Das kommt selten gut. So auch hier. Paul Thomas Anderson hatte hier nicht nur seine Schauspieler nicht im Griff - Daniel Day-Lewis übertreibt drauflos (Erinnerungen an Marlon Brando (The Godfather) oder Rod Steiger in seinen schlimmsten Zeiten (In the Heat of the Night ausgenommen) werden wach) und Paul Dano versucht mit einer Schrei-Tour-de-Force mitzuhalten - nein, ihm entglitt beim Schreiben des Films auch jegliche Dramaturgie. Nicht dass der Film langweilig wäre! No, sir! Selten haben 151 Minuten so wenig gelangweilt wie hier! Aber There Will Be Blood hangelt sich von Katastrophe zu Katastrophe ohne jemals eine emotionale Anbindung an eine Figur aufzubauen. Um es mit Gerhard Polt zu sagen: "Alles ambivalente Personen!" Es ist schon fast ironisch, dass ein Film, der There Will Be Blood heisst, dermassen blutleer daherkommt. Dennoch kann man richtiggehend herauslesen, wie genial Paul Thomas Anderson sein Skript fand. Dies zeigt sich im alttestamentarischen Grundton des Films (Höhepunkt dieses Grundtons: Plainview, der von einem Lamm zu reden beginnt). Dabei ist dieses Drehbuch jetzt nicht einmal so besonders brillant. Natürlich sind einige gute Einfälle drin (die stummen Sequenzen gefallen wenigstens teilweise), doch mehr als ein einziger etwas zynischer Spruch von Plainview hätte dem Film gut getan. Zudem ist die ganze Atmosphäre zwar stimmig rübergebracht worden (besonders das blinde Folgen der Kirchgänger), aber alles wirkt gestellt und gekünstelt archaisch. Der Film möchte gerne schwer und bedrückend sein, verfehlt dieses Ziel aber um einige Meter.
Selbstverständlich gibt es nicht nur negative Punkte. Der Oscar für Robert Elswit beispielsweise geht völlig in Ordnung. Auch der Schnitt (nicht der Tonschnitt, da hatte es ein paar derbe Schnitzer drin) ist sehr gut gelungen, die Ausstattung sowieso.

Einige Leute geben wegen der Schlussszene mehr Sterne als sie geplant hatten, bei mir ist es umgekehrt. Weil There Will Be Blood ein ambitioniertes, interessantes Stück Film ist, hatte ich vor, aufgerundete 4 Sterne zu geben. Doch diese Bowlingbahnszene hinterliess einen schalen Nachgeschmack. Einerseits das nicht besonders gelungene Make Up, andererseits das übertriebene Spiel von Dano und (vor allem) Daniel Day-Lewis störten mich einfach (Bei Daniel Day-Lewis grenzte es schon ans Peinliche!). Hinzu kommt noch die absolut unpassende Musikuntermalung des Abspanns und die abgerundeten 3 Sterne sind perfekt.

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-12-08 12:10:04]

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

und wieo hinterliess die schlussszene einen schalen nachgeschmack?

pb's Wertung: 5.0 Sterne

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Zitat pb (2008-12-08 12:53:58)

und wieo hinterliess die schlussszene einen schalen nachgeschmack?


Sie passte irgendwie nicht so zum Rest des Films... Während der Rest des Films eher spartanisch gehalten ist, ist die Schlussszene etwas...naja...überkandidelt.

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

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ich weiss nicht was du mit überkandidelt meinst in dem zusammenhang? ist es überkanditelt

Spoiler zum Lesen Text markieren

einen verhassten schein-christen zu erschlagen der wiedermal geld braucht und der den protagonisten, der von machtgier geleitet ist, vor seiner kirche zum affen gemacht hat, insbesondere nachdem Daniel Day-Lewis scheinbar (auch durch seinen Suff) durchgedreht ist.

überkanditelt?

[Editiert von pb am 2008-12-08 18:00:28]

pb's Wertung: 5.0 Sterne

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Sorry, El Chupa, aber wie du wahrscheinlich schon vermutet hast, kann ich deine Kritik nicht so stehen lassen.

Aber eins nach dem anderen:

Zitat El Chupanebrey (2008-12-08 12:04:21)

Die Aufgabe eines Regisseurs lautet nämlich: den Schauspielern Grenzen setzen!


Wo hast du denn das gelesen? There Will Be Blood ist eine Charakterstudie und lebt von der Figur des Monsters (!) Daniel Plainview. Hätte sich da Daniel Day Lewis zurückgehalten, so würdest du wohl noch mehr Mühe mit dem Film haben.

Ein Gestöhne und Gezeter wie man es auf einer grossen Bühne, wo der oberste Balkon die Emotionen auch mitbekommen soll, bringen muss, gehört meiner Meinung nach nicht auf die Leinwand.


Im Gegensatz zu dir schätzen aber viele Leute, mich eingenommen, den theatralischen und dramatischen Aspekt von There Will Be Blood und ich bin froh, wurde Daniel Day Lewis' Leistung mit der Kamera eingefangen, denn die Bühne ist immer nur für ein kleineres und engeres Publikum zugänglich.
Die Fähigkeiten von Filmschauspielern sind begrenzter als diejenigen von Bühnenschauspielern, das weisst du ja selber: Warum aber soll sich jetzt einer wie Daniel Day Lewis für eine Monsterrolle wie Plainview zurücknehmen und ihn unterspielen?

Eine weitere zweifelhafte Sache von There Will Be Blood ist die Musik von Johnny Greenwood, die gesucht originell ist und mit ihren dissonanten Klängen das Ohr des Zuschauers/-hörers mehrmals beleidigt. Ausserdem passt sie in einigen Szenen überhaupt nicht zum Leinwandgeschehen.


Dissonanz ist also beleidigend? Das war wohl schon dein Problem bei "Sweeny Todd". Gesucht originell? Was soll denn das heissen? Wenn nach Originalität gesucht wird, ist das doch ein positives Zeichen. Du sagst, die Musik passe nicht zum Leinwandgeschehen. Das ist ungefähr so wie wenn du behaupten würdest, das Drehbuch passe nicht zum Film.
Gib's zu, du hast schlicht und einfach ein Problem mit Daniel Day Lewis und darum passt dir jetzt auch sonst nichts mehr an diesem Film.


Selten haben 151 Minuten so wenig gelangweilt wie hier!


Kannst du diese Aussage, die wohl im krassen Kontrast zu deiner restlich Kritik seht, bitte begründen? Daniel Plainview hat dich 151 Minuten lang interessiert, aber Daniel Day-Lewis hat's nicht hingekriegt? Ich bin verwirrt.

Aber There Will Be Blood hangelt sich von Katastrophe zu Katastrophe ohne jemals eine emotionale Anbindung an eine Figur aufzubauen.


Und was ist mit dem Sohn?

Es ist schon fast ironisch, dass ein Film, der There Will Be Blood heisst, dermassen blutleer daherkommt.


Ironie gefällt dir also nicht?

Dabei ist dieses Drehbuch jetzt nicht einmal so besonders brillant.


Hast du es gelesen?

Zudem ist die ganze Atmosphäre zwar stimmig rübergebracht worden, aber alles wirkt gestellt und gekünstelt archaisch.


Ein weiterer Widerspruch. Vielleicht muss ich dich enttäuschen, aber eine Atmosphäre wird für einen Film nun mal "inszeniert" oder, um es mit deinen Worten zu sagen, "gestellt". Wenn sie deiner Meinung nach also "stimmig rübergebracht worden" ist, muss es doch stimmen.

Der Film möchte gerne schwer und bedrückend sein, verfehlt dieses Ziel aber um einige Meter.


Was ist es denn, eine Komödie? Paul Thomas Anderson nennt There Will Be Blood einen Horrorfilm, also war "schwer und bedrückend" zu sein bestimmt nie sein Ziel.

Einige Leute geben wegen der Schlussszene mehr Sterne als sie geplant hatten, bei mir ist es umgekehrt.


Bei dir war es umgekehrt. Das heisst aber nicht, dass die Schlussszene darum einen "schalen Nachgeschmack" hinterlässt.

Hinzu kommt noch die absolut unpassende Musikuntermalung des Abspanns und die abgerundeten 3 Sterne sind perfekt.


Perfekt? Nein, eher unpassend.

psg's Wertung: 6.0 Sterne

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Zitat pb (2008-12-08 17:59:51)

ich weiss nicht was du mit überkandidelt meinst in dem zusammenhang? ist es überkanditelt

Spoiler zum Lesen Text markieren

einen verhassten schein-christen zu erschlagen der wiedermal geld braucht und der den protagonisten, der von machtgier geleitet ist, vor seiner kirche zum affen gemacht hat, insbesondere nachdem Daniel Day-Lewis scheinbar (auch durch seinen Suff) durchgedreht ist.

überkanditelt?


Überkandidelt ist vielleicht das falsche Wort, da hast du Recht. Nein, es passte einfach nicht so toll zum Rest des Films, aber das ist vielleicht nur ein kleiner Teil davon. Was mich sonst an dieser Szene störte habe ich ja bereits weiter oben geschrieben.

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

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Zitat El Chupanebrey (2008-12-08 18:35:29)

Nein, es passte einfach nicht so toll zum Rest des Films,(...)


Da haben wir es ja wieder. Immer dieses Wort "unpassend" als Begründung. Das erklärt ja wohl gar nichts.
Das kannst du besser.

psg's Wertung: 6.0 Sterne

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ich fand das ende konsequent und ein resultat aus den vorgängen

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(dem cholerischen ölboss verliert die fäden, die er lange zeit selber zu ziehen vermochte, und er verliert seinen ziehsohn, schliesslich ist er einsam, unttätig... seinem erzfeind, dem bibelheini lässt er das als einzigen auch physisch spüren).

es ist die konsequenz eines unerbittlichen lebens.

pb's Wertung: 5.0 Sterne

Sorry Chupa, aber auf mich wirkt das auch etwas so als ob du da eine persönliche Rechnung mit Day-Lewis bereinigen wolltest.

Gerade weil Anderson One-Man-Show und Charakterstudie so facettenreich kombiniert, gehört "There Will Be Blood" zu den Filmen, die man sich auch noch ein zweites und drittes Mal ansehen kann.

@pb
Ich denke wir können das Kriegsbeil endgültig begraben? :p

jon's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat psg (2008-12-08 18:34:27)

Sorry, El Chupa, aber wie du wahrscheinlich schon vermutet hast, kann ich deine Kritik nicht so stehen lassen.


Das habe ich schon erwartet. ;)

Zitat El Chupanebrey (2008-12-08 12:04:21)

Die Aufgabe eines Regisseurs lautet nämlich: den Schauspielern Grenzen setzen!


Wo hast du denn das gelesen? There Will Be Blood ist eine Charakterstudie und lebt von der Figur des Monsters (!) Daniel Plainview. Hätte sich da Daniel Day Lewis zurückgehalten, so würdest du wohl noch mehr Mühe mit dem Film haben.


Das muss man nirgendwo lesen, das ist einfach so! Ränder stärken und Grenzen setzen, das ist der Job des Regisseurs, was die Darsteller anbelangt. Hollywood-Regisseure haben es tagaus, tagein mit Diven zu tun (Nein ich meine nicht Daniel Day-Lewis, no worries!), denen sie nicht alles erlauben können.

Ein Gestöhne und Gezeter wie man es auf einer grossen Bühne, wo der oberste Balkon die Emotionen auch mitbekommen soll, bringen muss, gehört meiner Meinung nach nicht auf die Leinwand.


Im Gegensatz zu dir schätzen aber viele Leute, mich eingenommen, den theatralischen und dramatischen Aspekt von There Will Be Blood


...was ihn aber etwas unrealistisch macht.

Die Fähigkeiten von Filmschauspielern sind begrenzter als diejenigen von Bühnenschauspielern


Präziser: spezialisierter.

Und nur so nebenbei bemerkt: Das Ende der übertriebenen Schauspielerei war eigentlich der Tonfilm (siehe Sunset Boulevards).

Warum aber soll sich jetzt einer wie Daniel Day Lewis für eine Monsterrolle wie Plainview zurücknehmen und ihn unterspielen?


Weil vielleicht gerade das von Klasse zeugen würde. Ausserdem muss man eine Person wie Plainview nicht mit übertriebener Mimik darstellen.

Eine weitere zweifelhafte Sache von There Will Be Blood ist die Musik von Johnny Greenwood, die gesucht originell ist und mit ihren dissonanten Klängen das Ohr des Zuschauers/-hörers mehrmals beleidigt. Ausserdem passt sie in einigen Szenen überhaupt nicht zum Leinwandgeschehen.


Dissonanz ist also beleidigend?


Ich verallgemeinere nirgendwo! Dissonanz kann durchaus auch gefallen.

Das war wohl schon dein Problem bei "Sweeny Todd".


Nein, da wars mir einfach zuviel, die Texte waren zu schwach und die Melodien nicht besonders eingängig (und natürlich die Sache mit dem Realismus, aber lassen wir das). Ausserdem kann man There Will Be Blood und Sweeney Todd, und sei es nur beim Thema Musik, nicht vergleichen. Das ist sinnlos!

Gesucht originell? Was soll denn das heissen? Wenn nach Originalität gesucht wird, ist das doch ein positives Zeichen.


Du weisst, was ich meine. Ich gebe zu, dass sich das nicht so einfach erklären lässt. Es wirkte einfach so auf mich.

Du sagst, die Musik passe nicht zum Leinwandgeschehen. Das ist ungefähr so wie wenn du behaupten würdest, das Drehbuch passe nicht zum Film.


???
Ein Film basiert auf seinem Drehbuch, aber nicht auf seiner Musik! Du vergleichst gerade Äpfel mit Birnen, das geht nicht!

Gib's zu, du hast schlicht und einfach ein Problem mit Daniel Day Lewis und darum passt dir jetzt auch sonst nichts mehr an diesem Film.


Wie du meinem Kommentar weiter oben zweifelsfrei entnehmen konntest: In Gangs of New York fand ich Gefallen an Daniel Day Lewis! Es zeigt nicht gerade von Sportsgeist, wenn man einen langen Text von jemandem einfach auf die Abneigung gegen einen Schauspieler reduziert.

Selten haben 151 Minuten so wenig gelangweilt wie hier!


Kannst du diese Aussage, die wohl im krassen Kontrast zu deiner restlich Kritik seht, bitte begründen? Daniel Plainview hat dich 151 Minuten lang interessiert, aber Daniel Day-Lewis hat's nicht hingekriegt? Ich bin verwirrt.


Ein Film besteht aus mehr als Figuren bzw. Schauspielern. Ich konnte mich manchmal nicht sattsehen an den meisterhaften Aufnahmen von Robert Elswit!
There Will Be Blood irritiert in den ersten (stummen) Minuten etwas. Doch nach und nach lässt man sich darauf ein und findet sogar Gefallen an der Erzählweise (die ich nicht im Besonderen kritisiere). Es ist wie, wenn man sich im Auto in einer endlosen 30er-Zone befindet. Anfangs ist man vielleicht etwas genervt, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an das Tempo und es fällt einem gar nicht mehr auf.
Wie ich schon sagte: There Will Be Blood ist ein interessantes Stück Film.

Aber There Will Be Blood hangelt sich von Katastrophe zu Katastrophe ohne jemals eine emotionale Anbindung an eine Figur aufzubauen.


Und was ist mit dem Sohn?


Sehr zweifelhafte Person.

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Ich weiss ja nicht, aber wenn jemand ein Haus abfackelt, egal wessen, dann fällt es mir schwer, mich mit dieser Person zu identifizieren.

Es ist schon fast ironisch, dass ein Film, der There Will Be Blood heisst, dermassen blutleer daherkommt.


Ironie gefällt dir also nicht?


Was soll jetzt diese Frage?! Ich liebe Ironie! Aber nur wenn sie absichtlich ist (Ich hoffe, du hast mein blutleer nicht so interpretiert, dass ich gerne mehr Blutvergiessen gehabt hätte. Aber das ist wohl eine unbegründete Befürchtung. ;))

Dabei ist dieses Drehbuch jetzt nicht einmal so besonders brillant.


Hast du es gelesen?


Langsam driften wir ins Lächerliche ab. Man muss ein Drehbuch nicht lesen, um zu wissen, wie es ist. Hast du es gelesen? Man kritisiert so manchen Film, ohne das Drehbuch wirklich gelesen zu haben, aber man merkt dem Film doch ein gutes oder weniger gutes Drehbuch an, oder?

Zudem ist die ganze Atmosphäre zwar stimmig rübergebracht worden, aber alles wirkt gestellt und gekünstelt archaisch.


Ein weiterer Widerspruch. Vielleicht muss ich dich enttäuschen, aber eine Atmosphäre wird für einen Film nun mal "inszeniert" oder, um es mit deinen Worten zu sagen, "gestellt". Wenn sie deiner Meinung nach also "stimmig rübergebracht worden" ist, muss es doch stimmen.


Atmosphäre lässt sich mit der Kamera schaffen. Doch der Rest wird anderweitig dargestellt, hier nicht besonders glaubwürdig.

Der Film möchte gerne schwer und bedrückend sein, verfehlt dieses Ziel aber um einige Meter.


Was ist es denn, eine Komödie? Paul Thomas Anderson nennt There Will Be Blood einen Horrorfilm, also war "schwer und bedrückend" zu sein bestimmt nie sein Ziel.


[deep sigh]
Nein, There Will Be Blood ist keine Komödie (obwohl manche Szenen von du-weisst-schon-welchem-Schauspieler unfreiwillig komisch wirkten *Schlussszene*).
Ein guter Horrorfilm (diese Bezeichnung für There Will Be Blood ist aber etwas fragwürdig) ist schwer und bedrückend.

Einige Leute geben wegen der Schlussszene mehr Sterne als sie geplant hatten, bei mir ist es umgekehrt.


Bei dir war es umgekehrt. Das heisst aber nicht, dass die Schlussszene darum einen "schalen Nachgeschmack" hinterlässt.


Das habe ich alles in meinem langen Text erwähnt.

Hinzu kommt noch die absolut unpassende Musikuntermalung des Abspanns und die abgerundeten 3 Sterne sind perfekt.


Perfekt? Nein, eher unpassend.


Ich verallgemeinere nicht. Ich sage nur: So komme ich auf die 3 Sterne.

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

Zitat Dirty Harry (2008-12-08 19:47:18)

Sorry Chupa, aber auf mich wirkt das auch etwas so als ob du da eine persönliche Rechnung mit Day-Lewis bereinigen wolltest.


Sorry, wenn es so wirkt. Es geht mir nicht bloss um Daniel Day-Lewis.

Gerade weil Anderson One-Man-Show und Charakterstudie so facettenreich kombiniert, gehört "There Will Be Blood" zu den Filmen, die man sich auch noch ein zweites und drittes Mal ansehen kann.


Nimm es mir nicht übel, aber das werde ich vermeiden. ;)

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

Tja, die Geschmäcker sind halt verschieden und irgendwann sollten die Leute auch erwachsen werden ;)

euros' Wertung: 6.0 Sterne

Zitat euros (2008-12-08 20:13:05)

Tja, die Geschmäcker sind halt verschieden


Sign!

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

Jaja, euros hat ja (wie immer) absolut recht, und eigentlich ist es mir auch nicht wert lange mit dir zu diskutieren, wir reden sowieso aneinander vorbei. Ich konnte die Kritik einfach nicht so stehen lassen, das ist alles. Aber bei Paul Thomas Anderson und Q. Tarantino sind unsere Geschmäcker wirklich grundverschieden. Darum: lass die Finger von denen, sonst rege ich mich nur auf! ;)

psg's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat Dirty Harry (2008-12-08 19:47:18)

@pb
Ich denke wir können das Kriegsbeil endgültig begraben? :p

das wir ja eigentlich nie so richtig ganz ausgegraben haben... ;)

pb's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat psg (2008-12-08 20:40:25)

Aber bei Paul Thomas Anderson und Q. Tarantino sind unsere Geschmäcker wirklich grundverschieden.


Ah, c'mon! Boogie Nights fand ich ja gut (gut bis sehr gut, um genau zu sein)! ;)

Darum: lass die Finger von denen, sonst rege ich mich nur auf! ;)


Ich werde sehen, was ich tun kann. Aber hitzige Diskussionen werde ich vermeiden, ok. ;)

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

Zitat psg (2008-12-08 20:40:25)

Darum: lass die Finger von denen, sonst rege ich mich nur auf! ;)

nana, eine meinung zu filmen darf man durchaus haben. egal zu welchen, man muss aber auch bereit sein, wenn nachgehackt wird.

pb's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat pb (2008-12-08 20:45:30)

man muss aber auch bereit sein, wenn nachgehackt wird.


Das bin ich immer! ;)

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-12-09 08:12:38]

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

Ich weiss, die Fans des Films (und insbesondere auch die von Daniel Day-Lewis, den ich nicht hasse, um es noch einmal zu betonen!) werden mir den Kopf abreissen, aber da ich herausgefunden habe, dass Michael Caine ein Buch über die Schauspielerei geschrieben hat, welches auf Deutsch Weniger ist mehr heisst, habe ich mich noch einmal etwas umgesehen und bin auf folgende Zitate gestossen:

Zitat Wikipedia

Overacting can be excessively dramatic to the point where the performance becomes awkward or unintentionally amusing to the audience.

[...]

However, it is not always the fault of the actor as the director has the ultimate role of assessing and influencing the acting.

Theater actors often have to project their voices more than film actors and enunciation can lead to exaggeration.

Ich gebe zu, dass das so ist, aber eben: Weniger ist mehr.

Und um das ganze abzurunden:

Zitat Alex Remington

There Will Be Blood: And Plenty of Overacting

"There are times when I look at people and I see nothing worth liking", says Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis), the main character of There Will Be Blood. That seems to be the approach that Paul Thomas Anderson, the writer-director, has taken toward his cast of characters. His film is a well-made but empty portrait of a battle of evil against evil, greed against greed. In two and a half hours, there is no character development: the end is telegraphed in the title, which like the film itself is ploddingly unnuanced.

Day-Lewis's whiskered face is in the center of nearly every frame; his whiskey-soaked voice rasps over nearly ever measure of the bombastic, atonal score. He's an oil prospector in the Old West, but in his performance there's more Al Pacino than Al Swearengen -- the only thing missing was a hoo-hah. He's a compelling figure, but a one-note man. All he wants is oil. Occasionally he turns in friendship to his son H.W. (Dillon Freasier) or brother Henry (Kevin J. O'Connor), but the relationships end badly and he turns back to his only true love.

The film proceeds episodically, beginning in 1898, when Plainview finds his first big lump of black gold, through 1902 when he first sees liquid begin to bubble, and finally to 1911, when he builds a successful derrick and learns of a new field literally filled to the brim with oil. These first shots are masterfully done, capturing the unholy grime of the prize and the sludge that surrounds it. Despite the occasional dialogue the opening scenes seem lifted from a silent movie. The rest of the movie retains that quality: powerful images and gorgeous scenery, backed by a loudly irrelevant score and an inanely chattering script, and fronted by snarling protagonists.

As soon as Daniel comes to the new site, he runs into problems in the form of the son of the owner of the first tract he buys. This son, Eli (Paul Dano), is a preacher and faith healer of sorts who builds a church that in short order claims every townsperson as a congregant save Daniel. Needless to say, the preacher is as blackguardly and unsympathetic as Daniel himself. Their moral struggle propels the rest of the movie. Daniel periodically attempts to redeem himself in his ministrations toward his son, who is struck deaf by an oil blast, and by opening up his inner monologue to his brother, who arrives unexpectedly after hearing of his success, but simply cannot do so. The minister is never afforded even a modest chance to win the audience over, but it's doubtful he'd do much with it if he could.

Jonny Greenwood of Radiohead composed the score, and it is a sorely schizophrenic thing, something like the Kronos Quartet playing Jerry Goldsmith's imitation of Arnold Schoenberg. Like the film, it's occasionally beautiful, but way too loud, and all its dissonance is on the surface. It suffers from the film's conviction that its characters are irredeemable. Like the images beneath it, the musical tension badly needs resolution; without it the dissonance is mere discord. The film is a jaundiced view of human misanthropy, but its jaundice is shown through the eyes of flawed men, men whose souls are as closed as H.W.'s ears. By the end of the film, the soundtrack makes deafness seem a blessing.

Like M. Night Shyamalan, P.T. Anderson the director may be hampered by P.T. Anderson the screenwriter. A collaboration with a more practiced hand, one who could match the period more eloquently, might have helped him restrain the movie's excesses and trade on its still profoundly beautiful cinematography. Anderson would have been a fantastic silent film director; the broad strokes with which he paints the characters would have been perfectly served in a medium which wholly relied on that. As it is, he remains a gifted but flawed filmmaker, with greater ambition than knowledge of his limitations, still in search of the masterpiece that should by rights be his.


Ich höre schon jetzt den Vorwurf von vielen Leuten, ich wolle nur noch einmal auf dem Film herumhacken. Nein, auch wenn ihr das gerne glauben würdet, mache ich das nicht. Ich setze mich sachlich damit auseinander und frage mich, warum ein überspielender Schauspieler hier all dieses Lob bekommt. Ich weiss es schlichtweg nicht! Und das ist möglicherweise mein Problem.
Nochmal zur Zusammenfassung: Ich hasse weder den Film, noch seinen Hauptdarsteller, ich sehe einfach in beiden nicht die Genialität, die ihnen nachgesagt wird. Das wars. Kein Bashing, keine Anfeindungen, nichts.

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne

Hmmm, was sagt uns jetzt dieser Beitrag?

Dass du von dem Film enttäuscht warst, wissen wir schon.
Dass du die Genialität von DDLs Performance nicht verstehen kannst, wissen wir schon.
Dass man zu jedem Film schlechte Kritiken findet, wissen wir schon.
Dass es unterschiedliche Konzepte der Schauspielkunst gibt, wissen wir ebenfalls.

Akzeptiers einfach, dass die du hier anders tickst als die Vereinigte Filmgemeinschaft. Kein Geschmack ist perfekt. ;)

jon's Wertung: 5.0 Sterne

Ich fand lediglich, dass ich meine Argumente bei meiner ersten Kritik nicht richtig untermauern konnte und dass meine Aussagen teilweise falsch verstanden wurden. Ich habe nun diesen zusammenfassenden Beitrag als verspäteten Schlussstrich gezogen.

Und das mit den verschiedenen Konzepten: Es gibt das Konzept des Filmschauspielerns und das des Theaterschauspielerns. Welches für einen Film geeigneter ist, erklärt sich ja schon im Namen. ;)

Und nun, RIP, Diskussion.

El Chupanebrey's Wertung: 3.0 Sterne


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