Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Charlie Wilson's War
Charlie Wilson's War oder: Jetzt treten wir den Sowjets in den Ar*** Meisterregisseur Mike Nichols, welcher schon mit Filmen wie Regarding Henry und Closer internationale Erfolge verbuchen konnte, begeistert auch mit seinem neuesten Streich. Charlie Wilson's War erzählt eine wahre, surreale, tragisch-witzige Geschichte und stützt sich auf den Bestseller von "CBS News"-Journalist und Autor George Crile. Auch in seinem neuesten Werk tummeln sich wieder etliche gemachte, wie emporkommende Stars: neben den prominent und passend besetzten Hauptrollen, mimen Jungstars wie Amy Adams (kürzlich als verträumte, Kleider nähende Märchenprinzessin in Enchanted zu sehen) die treue Assistentin von Charlie; Ned Betty (u.a. Deliverance) den Doc Long und die immer schöne Emily Blunt aus The Devil Wears Prada eine von Charlies Sekretärinen. Innert gut 100 Minuten erzählt Mike Nichols die unglaubliche Geschichte des US-Kongressabgeordneten Charlie Wilson mit bissigem Humor und etlichen Seitenhieben auf die amerikanische Aussenpolitik. Der an sich bedenkliche Stoff wird dabei nicht auf eine reine Komödie reduziert. Viel mehr kriegt der Zuschauer gepfefferte und äusserst schnelle, geistreiche Dialoge voll gepackt mit Details zu Waffenhandel sowie diplomatischen und politischen Manövern. Diese Wortwechsel werden von der Besetzung, besonders zwischen Tom Hanks und Philip Seymour Hoffman, gelungen und witzig präsentiert. Doch auch Julia Roberts ist, wie im letzten Nichols Film Closer, nicht auf den Mund gefallen. Sie palavert über Waffen und kriegerische Vorkommnisse wie ein Maschinengewehr, zieht sich dabei nach einem Schäferstündchen mit Charlie im Badezimmer den Liedstrich nach und hat dazwischen auch noch bissige Retourkutschen auf Charlies dazwischen geworfenen Sticheleien parat. Dabei muss der Zuschauer während der gesamten Filmlänge die Ohren massiv gespitzt halten und mit den Augen in einem zügigen Tempo entlang der weissen Untertitel wandern. Dies kann besonders am Anfang des Filmes, wo der gesamte Kontext noch etwas fehlt bzw. erst eingeführt wird, ermüdend sein. Durchhalten lohnt sich jedoch. Tom Hanks zuzusehen, wie er den "nicht üblichen" Kongressabgeordneten mimt, der sich ständig Alkoholisches "on the Rocks" hinter die Binde giesst und als grosser Frauenmacker mit einer, zu beginn, beängstigenden Ahnungslosigkeit durch die Politwelt rauscht, macht grossen Spass und lässt, besonders im Zusammenspiel mit Philip Seymour Hoffman, kein Auge trocken. Dass aufgrund der Komik ein paar politische Zusammenhänge und geschichtliche Details vernachlässigt wurden, fällt für diesen Streifen nicht weiter ins Gewicht, denn Infos werden einem hier schon reichlich geboten. Jeder Satz mehr, hätte die Politsatire schleppend werden lassen. Fazit: Charlie Wilson's War ist ein sehr amüsantes bis verstörendes Spiel auf dem Schachbrett der Weltpolitik geworden, welches den Zuschauer mit Tempo und Detailreichtum zwar fordern wird, dies der Unterhaltung aber keinen Abbruch tut. Unbedingt ins nächste Kino sausen! |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 18 Beiträge geschrieben.
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Sorkin delivers again... |
Werde ich mir auch ansehen. Aber auf Deutsch. Bei so Dialoglastigen Filmen krieg ich sonst Kopfweh vom extremen konzentrieren auf die englische Sprache da ich leider trotz guter Englischkenntnisse noch bei weitem nicht alles reibungslos verstehe. Vor allem wenn etwas nicht sauber ausgesprochen wird. Bereits der letzte Nichols hat deshalb für mich auf Deutsch viel besser funktioniert. Bin sehr gespannt! Grüsse [Editiert von Swizzer am 2008-01-17 13:32:04] |
Ab an die Vorpremiere! |
Charlie Wilson's War ist eine unterhaltsame Politsatire, die niemals langweilig oder pathetisch wirkt. Die Schauspieler spielen alle einwandfrei, Philip Seymour Hoffman hat die Oscar-Nomination völlig verdient! Auch habe ich nun wieder Respekt vor Amy Adams, die hier ihr Talent weniger lächerlich vorträgt als in Enchanted. Ebenso hervorragend sind die Dialoge, die rasant und schmissig geschrieben wurden und vorgetragen werden. Und das Wilson-Zitat vor dem Abspann sorgt noch für den abschliessenden Lacher. [Editiert von El Chupanebrey am 2008-02-07 17:41:18] |
Am Anfang hatte ich ziemliche Mühe nachzukommen, denn alles geht viel zu schnell, Informationen werden einfach umeinander geschmissen und kompliziert wird es dann auch, wenn die Schrift weiss ist und der Hintergrund dann auch. Aber dies war nur am Anfang des Filmes so, nach kurzer Zeit wird es dann besser, man kommt nach und die Schrift ist lesbar. |
Wo Sorkin draufsteht, bekommt man auch Sorkin. Wie ich die schnellen Dialogen während des Gehens vermisst habe Ein brilliantes Zeugnis eines Kapitels des Kalten Krieges, dass man nicht vergessen darf. Hanks spielt den alksüchtigen Texaner erstaunlich gut. Hätte ich ihm nicht gegeben. Hoffman's CIA Agent ist einfach brilliant Keine Saubermann-Satire, wie man sie sonst auf dem Amiland kennt, sondern eine saubere Sicht der Dinge...Man hat zwar die böse Russen bezwungen, hat aber die Saat des eigenen Verderbens gelegt... |
Ist dies wirklich eine Politsatire? Oder ist die Botschaft "Die USA stehen immer auf der Seite der Guten" gar ernst gemeint - stehen Afghanistan etwa für den Irak, die Sowjets für die Parteigänger Sadam Husseins? Das Sowjetregime ist zerschlagen. Der Kalte Krieg ist zuende. Aber auf der Leinwand sehen wir noch immer die tapferen Kämpfer gegen die bösen Kommunisten. Ich habe ein ungutes Gefühl. [Editiert von Granunaile am 2008-02-12 01:11:33] |
Also ich versteh nicht wirklich, wieso der Film derart gelobt wird. Schauspielerisch hab ich von sämtlichen Beteiligten schon bessere Leistungen gesehen, witzige Dialoge gabs auch schon bessere, und politisch/historisch ist das Ganze nun wirklich sehr vereinfacht. Will uns der Film wirklich weiss machen, dass der Kampf um Afghanistan der Grund für den Zerfall der UDSSR war? Ich hab mich auch die ganze Zeit gefragt, wieso kein einziges Mal das Wort "Taliban" fällt. Zum Glück wird die nach-sowjetische Situation in Afghanistan am Schluss noch (ganz kurz) angetönt, trotzdem fand ich den Film nicht wirklich satirisch genug, sondern zu vereinfachend und bei weitem nicht so kritisch und bissig, wie ich es erwartet hatte. Bin ziemlich enttäuscht! |
Habe mich gut Unterhalten. Die Thematik ist sehr interessant. Die Dialoge witzig und die Schauspielerische Leistungen gut. Würde den Film weiter empfehlen. |
Man muss halt wirklich Fan von schnell gesprochenen, aber langwierigen - mit Informationen vollgestopften Dialogen sein. Wenn man nicht 100% aufmerksam ist, verliert man schnell den Faden. |
Zitat pps (2008-02-12 00:36:52)
Dear Lord! Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber bitte zuerst etwas nachschlagen bevor du Dinge hier reinschreibst Der Grund, warum im Film nie von Taliban die Rede war, ist einfach. Die gab es noch nicht: (Link) Und das Afghanistan der Grund für den Zerfall der UDSSR war, wurde ja nie behauptet...Es war einer der Hauptgründe, aber sicher nicht der einzige...Papa Reagon hatte auch noch was damit zu tun... [Editiert von Markus am 2008-02-24 11:42:34] |
Zitat Markus (2008-02-24 11:37:48)
Ok, die gab es unter dem Namen noch nicht, aber die Taliban kamen ja nicht einfach so aus dem Nichts, das waren weitgehend Kämpfer, die von den Amerikanern unterstützt und ausgebildet wurden, um gegen die Russen zu kämpfen. Und die haben dann halt nachher ihrerseits ein "böses" Regime "aufgestellt". Zitat Markus (2008-02-24 11:37:48)
Doch, eigentlich sagt der Film das schon - am Anfang wird ja Charlie geehrt und es wird in etwa gesagt, dass ohne ihn das alles nicht möglich gewesen wäre. Und wir bekommen ja nicht wirklich mit, dass er ausser Afghanistan noch andere Verbindungen zum Konflikt USA-UDSSR hatte. Ausserdem: diese Sicht der Ereignisse möchte ich nicht unbedingt unterschreiben. Die UDSSR ist doch vor allem deshalb untergegangen, weil das System einfach nicht mehr funktioniert hat. Ein zu grosses Land, das aus zu vielen Ländern bestand, die sich unabhängig machen und "frei" wie die westlichen Nachbarländer sein wollten, ein Wirtschaftssystem, das an den Konsumenten total vorbeigezielt hat, usw. Das Land ist sicher auch durch die Politik des Westens "umgemodelt" worden, aber letztlich ist es von innen heraus auseinandergefallen. [Editiert von pps am 2008-02-24 12:52:19] |
Zitat pps (2008-02-24 12:05:02)
Um das geht es doch im Film....Wo ist dein Problem? Man muss den Leuten nicht noch sagen, dass das im Fall die Taliban waren, die man da aufgerüstet hat...Genauso wenig wie es sinnvoll gewesen wäre, dass man einen Osama Bin Laden mit Tom Hanks gezeigt hätte. So hat er viel mehr wirklich...Man muss noch 'etwas' studieren. Zitat pps (2008-02-24 12:05:02)
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Ich fand den Film intelligent und vor allem extrem unterhaltsam. Tolle Dialoge! Tolle Schauspieler! |
Der erste Film den ich mir dieses Jahr angeschaut habe und gleich ein Volltreffer. Die Schauspieler und die Dialoge waren toll. Allen voran Philip Seymour Hoffman, der einfach allen die Show stahlt. Tolle Leistung! Auch Tom Hanks und Julia Roberts (die einfach umwerfend aussah) haben sehr gute Arbeit geleistet. Mir gefiel der Mix aus ernstem Thema und Witz sehr gut. Ein sehr guter Film, den ich nur wärmstens weiter empfehlen kann! [Editiert von roescchi am 2008-03-03 10:13:26] |
War schon recht lange nicht mehr im Kino gewesen und freute mich deshalb besonders, wiedereinmal einen Streifen auf der Grossleinwand sehen zu dürfen. Momentan läuft ja so mancher Oscarfilm. Aber irgendwas in mir, wollte einfach diesen Film von Mike Nichols sehen. Vermutlich war es der Trailer oder die 3 bekannten Akteure die darin agieren sollten. Also gut. Eintritt bezahlt, im Sessel platz genommen, es konnte los gehen. Doch siehe da. Anstatt die amüsante Linie weiterzufahren, die mir der Trailer gezeigt hatte, wurde mir ein Polit- Film geboten, der von mir verlangte, 90 Minuten lang konzentriert bei der Sache zusein. Obwohl die Darsteller, allen voran Philip Seymour Hoffman, ihren Job eigentlich recht gut machen, vermochte mich der Film am Anfang einfach nicht richtig packen. Dennoch fand ich irgendwie Gefallen an diesem Krieg des Charlie Wilson. Er hatte was in sich, dass mich interessierte. |
Richtig amusant das Ganze, glaub Cranky hat den Nagel auf den Kopf getroffen, vor Allem was die "Audience" eben nicht nur in den USA, angeht. |

