Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Ex Drummer
Ex Drummer oder: Trainspotting auf Belgisch Der Wahnsinn hat in der Filmgeschichte einen weiteren Namen bekommen: Ex Drummer. Radikal geht hier Regisseur Koen Mortier keineswegs an die Grenze, sondern konsequent darüber hinaus. Zuallerletzt hätte man ein solches Sammelsurium an Gewalt und Diskriminierung aus dem bescheidenen Filmland Belgien erwartet. Nun schickt sich dieser Streifen an, mit voller Wucht ein Exempel zu statuieren. Die Romanvorlage des enfant terrible der belgische Literaturszene, Herman Brusselmans, galt als unverfilmbar, doch Mortier sah das nicht so und startete das Projekt. Als nach über acht Jahren (Mortier fand lange keine Geldgeber) der Streifen fertig war, wurde er von der einheimischen Filmkommission als "schlechtester flämischer Film aller Zeiten" kommentiert. Das verwundert nicht, denn als bebrillter Bergman-Anhänger dürfte dieses Stück rohes Fleisch garantiert nur übel aufstossen. Dabei zeichnet Ex Drummer neben all der Provokation auch eine faszinierende visuelle Ästhetik aus. Ivans Appartement steht zum Beispiel immer auf dem Kopf - ein Einfall, der Ivan besser charakterisiert als irgendetwas sonst im Film. Richtig stark sind auch die Live-Aufnahmen gelungen. Wer schon mal bei einem Rockkonzert zu einem reinen Spielball der Menschenmenge wurde, wird verwundert sein, wie unheimlich real die Eindrücke rüberkommen. Aber nochmals sei gesagt: Ex Drummer ist eine ziemlich kranke Angelegenheit geworden, eine Herausforderung. Bevor man dieses Machwerk sieht, sollte man zuerst seine persönliche Ethik für 90 Minuten ausschalten. Dieser Film mag anstössig, provokativ, eklig oder auch nur laut sein. Eins ist er indes nicht: Schlecht. |
Wart mal...der Film ist irgendwann hier im Winter/Frühling oder so im Kino gelaufen. Hab jedenfalls hier nicht viel gutes darüber gehört. Desshalb ist er auch nicht wirklich lang bei uns im Kino gelaufen (UGC ANTWERPEN falls es jemand kennen sollte Vielleicht liegt es ja nur bei Brusselmans Fans das ganze richtig zu verstehen. Fand den Trailer alleine schon eklig und doof, sodass ich mir das ganze erst recht nicht angetan habe... |
"Ex Drummer" ist ein heilloser Abstieg in eine dreckige, abgestumpfte Welt ohne irgenwelche Perspektiven oder Hoffnungen.Die Figuren sind glaubwürdig und können einen aufgrund ihrer niedrigen Intelligenz leid tun. Der neue Drummer indes kann aus diesem Zirkus der Abartigkeiten ausbrechen und frönt anderen Dingen, in einer scheinbar heilen Welt.Doch auch diese Welt ist hinüber, was man sieht sind dumme Fragen über einen König der wohl ermordet wurde und Sex der über viele Belanglosigkeiten auf die Dauer nicht hinweg trösten kann. Die anderen Mitglieder der Band sind entweder Schwul oder Frauenhasser.Das Finale schlägt in eine andere Kerbe, denn diese bemitleidenswerten Individuen werden auf einen Schlag von einem geistigen Krüppel über den Haufen geballert. Das Ende zeigt deutlich, das für diese kaputten Typen kein Platz auf dieser Welt ist, nicht einmal in ihrer eigenen. Sex und Gewalt wirken abstossend und einzig die wilden Rocksessions im Probenraum oder beim Contest sind von berauschender Schönheit. Alles was dazwischen liegt, zeigt einen Haufen leicht zu manipulierender Nerds. Mit "Trainspotting" kann man diesen belgischen Wüterich nicht vergleichen, denn die Charaktere hier sind noch abgedrehter und kranker, als die englischen Guys. Insofern ist "Ex Drummer" ein eigenständiger Film, der seinen Fokus auf die grandiose Musik legt und vor keinem Tabubruch zurückschreckt und herrlich Geschmacklos ist und im inneren Kern ehrlicher ist, als der ganze Pseudo - Autorenspast auf Hollywood. |
Kino Kontrovers Nummer 7 aka Ex-Drummer! Nach dem die KK-Reihe nach den beiden Noe-Krachern sowie Salo massig an Qualität verloren hatte wurde mit Ex-Drummer meiner Meinung nach wieder ein richtig guter Film ausgewählt! Ex-Drummer lenkt den Fokus auf eine Punkrock-Band aus der niedrigsten Gesselschaftsschicht Belgiens, die ganz banal einen neuen Drummer suchen und beim Erfolgsautor und gut verdienenden Koen fündig werden! Koen ist einverstanden und verlässt seine "hohe" gesselschaftliche Stellung um in den dreckigen Sumpf voller Gewalt, Sex und Drogen einzutauchen! Da gibts den schwulen Bassisten mit ner fetten Mutter zu Hause die ihren Mann ans Bett fesselt. Der Sänger ist ein notorischer Frauenhasser und killt etwa jeden zweiten Tag ne Nutte. Und der Gittarist ist ein Junkie der zu Hause seine Frau terrorisiert und sein Kleingeborenes mit Hasch ruhig stellt. Tja und dem Herrn gefällt es richtig gut am Boden und er hat auch noch Spass daran auf zynische Weise seine Umgebung zu beeinflussen! Was noch harmlos anfängt, endet mit einem Riesen-Knall und es fliesst jede Menge Blut! Tja am anfangs ist irgendwie noch witzig, wenn plötzlich so 3 Typen im Rewind-Modus bei unserem Koen vorbeischauen! Doch je länger der Abstieg in das Leben unserer, zugegeben völlig überzeichneten, Personnen dauert desto mehr nimmt das ganze immer bedrohlichere Anzüge an wo völlig klar ist das das ganze überhaupt nicht gut enden kann! Soundtechnisch ist der Streifen mit feinsten Depro-Rock und Punk unterlegt und fügt sich sehr gut ein! Viel Musik und auch eine sehr schön gedrehte Konzertsequenz! Optsich hat der Film einige Spielreien zu bieten! Da gibts die ersten 5 Minuten des Filmes nur im Rewind, das Zimmer des Sängers, sowie er selbst steht auf dem Kopf und auch sonst ist die ganze Umgebung sehr dreckig und ungemütlich gemacht! Absolut passend und authentisch zum Stoff des Filmes! Fazit: Tja nur für Leute die auf provokative und kontroverse Filme stehen! Wer sich darauf einlässt kriegt einen sehr guten Film voller Freaks und etwas Gesselschaftskritik zu sehen der mit einem tollen Soundtrack unterlegt ist! Die KK-DVD von Legend hat übrigens den Soundtrack gleich auf ner Extra-CD gepresst! [Editiert von Chemic am 2008-04-08 08:01:53] |

