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Beitrag Irina Palm

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Irina Palm oder: Nach der Arbeit bitte Hände waschen!


Wenn Sänger(-innen) ihr angestammtes Metier verlassen und versuchen, im Filmbusiness aufzutauchen, dann kommt selten was Gutes dabei raus. Eine derjenigen, die den Spagat zwischen Musik und Film gut hingekriegt haben, ist Marianne Faithfull. Auftritte in Marie Antoinette, Paris je t'aime oder im ausgezeichneten Intimacy sprechen da eine deutliche Sprache. Ihre beste Rolle bis anhin spielt die Dame aber ganz klar in Irina Palm.

Jawohl. Marianne Faithfull legt Hand an bei den Männern, die ihr bestes Stück durch ein Loch in der Wand strecken und auf Erleichterung warten. Das klingt nicht nur skurril, sondern hat ein paar herrliche Szenen zu bieten. Wenn die von der erwähnten Dame gespielte Grossmutter ihr Kämmerlein mit allerlei Bilder von Zuhause ausstattet und nach anfänglichem Ekel die Handarbeit locker vom Hocker erledigt und als "normal" betrachtet, dann beginnt man als Zuschauer schon recht zu grinsen.

Irina Palm ist aber keine Komödie, sondern ein Drama um einen kleinen Jungen, der ohne Grosis Hilfe keine Überlebenschance hätte. Die Art, wie das nötige Geld aber aufgetrieben wird, bringt natürlich auch Unruhe in die Familie und sorgt für allerlei Dramatik. Dies wird gut in Szene gesetzt und vermag absolut zu überzeugen. Das liegt natürlich auch an den toll besetzten Darstellern, die in England bekannte Grössen sind.

Und trotzdem, Irina Palm ist nicht über alle Zweifel erhaben. Dazu hat die Geschichte schlussendlich leider ein paar "Bremser" zuviel drin und es wird bald einmal klar, das man hier vergeblich auf eine Intensivierung der Geschichte wartet, wenn der Witz mit der Handabfertigung mal passé ist.

Fazit: Irina Palm ist sehr überzeugend gespielt und bringt Marianne Faithfull schönen und verdienten Kredit. Die Geschichte mag nicht ganz das zu halten, was man sich eigentlich davon versprochen hatte, kriegt aber schlussendlich die Kurve doch noch. Wer also mal was "anderes" gucken will, der hat hier die Möglichkeit dazu.

Auf der erhältlichen DVD ist leider nur ein kurzes Making-Of abrufbar, das uns einen kleinen Blick hinter die Kulissen erlaubt, aber nicht wirklich viel Neues offenbart. Die Bild- und Tonqualität ist als gelungen einzustufen, auch wenn natürlich die heimischen Boxen keinesfalls überbeansprucht werden.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

muri's Wertung: 4 Sterne

ich fand den einfach klasse!!! so eine wundervolle geschichte könnte ich mir auch in einigen biederen schweizer gemeinden vorstellen. das getuschel und gequacke so einiger bünzlimitbewohner kann man sich ausmalen.

pb's Wertung: 5.0 Sterne


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