Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Pars vite et reviens tard
Pars vite et reviens tard oder: von der Pest, gebrochenen Herzen und anderen Katastrophen Um eins gleich klarzustellen. Saat des Todes ist nicht der vierte Teil irgendeiner Serie - die Zahl Vier repräsentiert ein Schutzsymbol, welches im Mittelalter benutzt wurde, um sich vom Schwarzen Tod - also der Pest - zu schützen, dem Hauptthema von Saat des Todes . Was interessant und spektakulär klingt, entpuppt sich als sehr realistische und gerade deswegen als ebenso unspektakuläre Angelegenheit. Zuerst beschäftigt sich Saat des Todes primär mit dem Pariser Alltag. Die überall erscheinende, verkehrte Vier ist der Hauptanhaltspunkt, und erst später wird langsam der Pestmythos in die Handlug hineingeflochten. Selbst das erste Auftauchen der mit schwarzen Flecken überzogenen Leiche wird eher nüchtern und unbeeindruckt aufgenommen. Dieses Unbeeindrucktende zieht sich durch den ganzen Film. Kühl sind die Polizisten unter der Leitung von Adamsberg (José Garcia) am Werk, versuchen, zuerst das Rätsel um die komische verkehrte Vier zu lösen und später den Verursacher dieser Pesttoten zu finden. Obwohl die Schauspieler durchwegs gute Leistungen bringen, bleibt die Spannung aus und selbst die Ermittlungen dümpeln langweilig und unpackend dahin. Vor allem wegen dem fehlenden Soundtrack, der trägen Kameraführung und dem ungünstigen Schnitt kommt nur in sehr wenigen Szenen ansatzweise das Gefühl auf, dass da ein Wettlauf gegen die Zeit stattfindet. Dafür wird umso mehr Zeit damit verbracht, im vergangenen Liebesleben des Kommissars herumzustochern. Fazit: Saat des Todes ist nicht einmal annähernd so spektakulär wie sein Titel und präsentiert sich eher wie ein Routine-Krimi auf TV-Niveau, als ein wirklich interessanter, geschweige denn spannender Kino-Kracher. Schlecht ist er deswegen nicht, gute Schauspieler und ein sehr realitätsnah umgesetztes Szenario können durchaus überzeugen. Für eine bessere Bewertung als Durchschnitt reicht es dennoch nicht, denn dafür läuft einfach zu wenig und eine zu leichte Auflösung wird geboten. Die DVD zwingt dem Käufer nach dem Einlegen erstmals drei Trailer auf, und kann auch mit dem Bonusmaterial, welches aus ein paar Outtakes und kommentierten Deleted Scenes besteht, keinen guten Eindruck machen. Der Film selber wird in einer körnigen Qualität aber sonst recht scharfem Bild präsentiert. Der Sound ist schwach und kommt primär aus der Center Box. Durchschnitt. |
Zitat db (2007-12-27 21:55:00)
Die Regel, sich generell nicht mehr über die deutschem Verleihtitel zu wundern, gilt insbesondere auch für den französischen Film. Zitat db (2007-12-27 21:55:00)
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Zitat rm (2007-12-27 22:52:05)
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Die Deutschen greifen tatsächlich zu immer unverfroreneren Methoden, um billig zusammengekaufte Filme einem falschen Zielpublikum anzudrehen... Vielleicht wäre es hilfreich, wenn der Reviewer bei solchen Mogelpackungen jeweils vorher abklärt, aus welcher Ecke / Schule ein Film überhaupt kommt (es handelt sich hier um die Verfilmung eines Romans der Schrifstellerin Fred Vargas) und was er überhaupt bezwecken wollte (wenn ein alter Hase wie Régis Warnier im Zusammenhang mit der Pestthematik eher auf Nüchternheit als auf Spektakel setzt, dann tut er das ja wohl mit einem Hintergedanken). Aber ja, eine DVD an ihrem Umschlag zu messen ist natürlich jederzeit legitim. Ich freu mich schon drauf, wenn Ne touchez pas la hache als "Vorsicht mit der Axt!" rauskommt - auch hier kann man's ja dann für die deutsche DVD kurz machen: Zuwenig Hackebeil, zuviel Scheiss |
Ich kann nicht bei jeder DVD die mir über den Tisch läuft die ganze Entstehungsgeschichte nachprüfen. Hier habe ich mich einfach über den genaueren Inhalt informiert und um was es genau mit dem Symbol geht. Die Saat des Todes erweckt wie du gemerkt hast, falsche Erwartungen, aber auch wenn man etwas anderes erwartet, ist das nicht mehr als ein Routine-TV-Krimi. |
Zitat db (2007-12-28 22:11:03)
Nix da sorry |

