Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Bug
Bug oder: Mich kratzt's, dich kratzt's, alle kratzt's Auch einen Tag nachdem ich Bug gesehen habe, weiss ich noch nicht wirklich was ich davon halten soll. Einerseits hat mich die kammerspielartige Umsetzung, der Film basiert auf einem Theaterstück von Tracy Letts, beeindruckt. Ein Grossteil des Film spielt im schäbigen Motelzimmer von Agnes. Andererseits lässt einem der Film bewusst ratlos zurück. Wer ist wem nun auf den Leim gegangen? Spinnt Peter einfach und bildet sich seine Paranoia und die Verschwörung der Welt gegen ihn und alles nur ein? Ist die ziemlich heruntergekommene Agnes, die vor geraumer Zeit ihren Sohn auf merkwürdige Weise verloren hat, das richtige Opfer um Peters Wahn zu teilen? William Friedkin unterstreicht das Verwirrspiel, in dem er aus der Sicht von Peter und Agnes erzählt. Alles was von aussen kommt, scheint störend, Eindringling zu sein. Er lässt uns auch in die Köpfe der beiden Protagonisten sehen, zeigt kurze Bilder von Käfern und infiziertem Blut und stiftet zusätzlich Verwirrung. Es ist schon interessant zu sehen wie die labile Agnes, wirklich gut gespielt von der inzwischen weniger zu sehenden Ashley Judd, beginnt Peters Sichtweise anzunehmen. Ganz so vollmundig wie die Werbung sugeriert, würde ich nicht sein wollen. Bug ist sicher nicht William Friedkins bester Film, aber er gehört zu seinen besten seit The Exorcist und bleibt dabei optisch und inszenatorisch schön schlicht und übersichtlich. Bug lebt von der stets offenen Handlung - selbst beim aufmerksamen Zuseher, der sich an Hinweisen entlanghangelt, bleibt am Ende ein flaues Gefühl der Unsicherheit zurück. Das, die starken Hauptdarsteller - Michael Shannon hat das Stück jahrelang aufgeführt -, die intime Inszenierung Friedkins und seine Art der Charakterstudie sprechen für Bug, den ich übrigens keinesfalls als Horrorfilm bezeichnen würde (ist halt heutzutage ein starkes Marketingelement). Extras: Das Bild der DVD ist wirklich eine mittlere Zumutung. Man könnte allenfalls noch behaupten, dass Grobkörnigkeit und Unschärfe hier stilistisches Mittel sind. Im Tonbereich summt und zirpt es links und rechts, hinten und vorne. Die Aufteilung ist klar und sparsam, dem Film gut angepasst. Die Extras werden vom Regisseur dominiert, Interview, Audiokommentar und Filmeinführung gehen auf Friedkins Konto, auch die Darsteller kommen zu Wort. Sehr empfehlenswert ist das rund 25 minütige Interview mit dem Regisseur, in dem er auf seine Filme, die heutigen Bedingungen und seine Motivationen zurückschaut. |
ehrlich gesagt hatte ich recht grosse Erwartungen an Bug. Der Trailer versprach ein recht intensives Stück Horror welches mit sehr guten Schauspielern besetzt ist. Was letztendlich geliefert wurde, kam zum grösstenteils sehr Spannungslos daher und entwickelt sich dann mehr und mehr in eine Richtung, welche weder nachvollziehbar noch irgendwie interessant ist. Ja es wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet und man hat danach doch recht zu diskutieren, um was es da eigentlich gegangen ist. Mir wurde es jedenfalls langweilig und am Ende fragte ich mich nur noch "was sollte das gerade." Daher sicher gute Schauspieler, gute Kameraführung, aber ansonsten eine kaum nachvollziehbare Story langweilig präsentiert und zwei drei recht intensive Momente, mit einem flammenden Finale. |
Zitat db (2007-12-25 22:41:58)
wie geschrieben: Bug ist kein horrorfilm! und da es eine bühnenadaption ist, ist auch die art und weise der umsetzung nachvollziehbar. |
"Etwas" gestörter Film über zwei verquere Fälle! Habe das Ende auch nicht so ganz kapiert? |

