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Elizabeth: The Golden Age oder: Hüpfende Dekolletés


Woman. Warrior. Queen. So lautet die Tagline des Films. Wer nun ein historisches Drama erwartet mit einer kriegerischen Königin im Zentrum, wird wohl etwas enttäuscht. Denn in erster Linie ist Elizabeth hier Frau und Königin und erst gegen Ende darf sie in den Krieg ziehen wie eine Jeanne D'Arc in silberner Rüstung, mit wehendem Haar auf einem weissen Ross.

Davor und danach geht es in diesem wunderschön gemachten Film um Elizabeth als Frau, die sich zur Virgin Queen hochstilisiert hat und sich nun angesichts des verwegenen Mr. Raleigh in einem Dilemma wieder findet. Die ersehnte Liebe ist unmöglich, das Cinderella-Thema wird für einmal umgekehrt. Nur wird hier Mr. Raleigh nicht durch Heirat in den "höheren Stand" erhoben sondern per Ritterschlag. Die Dreiecks-Konstellation um ihre Lieblingskammerfrau Bess - die mit vollem Namen ebenfalls "Elizabeth" heisst - macht das auch nicht leichter. Eindrücklich bleibt dabei der Kampf, den Elizabeth in diesen beiden Rollen als Frau und Königin mit sich selbst auszufechten hat, den sie mit ihrem berühmten, leicht abgeänderten Zitat aus dem ersten Film trefflich umschreibt:

"I am called the Virgin Queen.
Unmarried, I have no Master.
Childless, I am Mother to my people.
God give me strength to bear this mighty freedom."

Elizabeth: The Golden Age ist ein Chick Flick in historischem Kostüm. Der Film bietet jedem Kaffeekränzchen Gesprächsstoff: von der unmöglichen Liebe, der Dreiecks-Geschichte über die Leiden einer Karrierefrau bis zu den prächtigen Kostümen und einzigartigen Perücken. Vom knackigen Sir Raleigh und dem gefährlich schönen, grimmig dreinblickenden König Philip (Jordi Mollà) ganz zu schweigen. Auch an den schauspielerischen Leistungen ist abgesehen von der etwas unscheinbaren Abbie Cornish wenig auszusetzen. Trotzdem: Zu offensichtlich könnte man die Story auch in anderer Verpackung erzählen, zu sehr sind gerade Kostüme, Perücken, Musik, Palast und Politik nur opulentes Beigemüse einer Liebesgeschichte. Zu lange dauert die Vorfreude auf die grosse Seeschlacht gegen die spanische Armada, die es zwar in sich hat, aber dann auch zu schnell wieder vorbei ist.

Elizabeth: The Golden Age wird Seifenopernfans nicht enttäuschen. An den Vorgänger von 1998 kommt er jedoch nicht heran. Und eine Geschichtslektion ist auf keinen Fall zu erwarten, denn um der verhinderten Lovestory willen ist dem Drehbuch so einiges an historischen Facts zum Opfer gefallen.

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ema's Wertung: 3.5 Sterne

Zitat ema (2007-12-10 14:47:00)

die sich zur Virgin Queen hochstilisiert hat


Wenn ich hier was Neunmalkluges von mir geben darf (:i): Elizabeth hat sich zu gar nichts hochstilisiert. Dass sie als "Virgin" bekannt war, dazu war sie lediglich wegen eines Umstandes gewungen: Der damalige König von Spanien, Karl V., wollte sie heiraten, doch schlussendlich kam es nicht dazu. Es lief darauf hinaus, dass Elizabeth niemanden in ganz Europa heiraten konnte, denn das Land, welchem ihr Mann angehört hätte, wäre sofort von Spaniens gefürchteter Streitmacht (=> Armada) angegriffen worden.

El Chupanebrey's Wertung: Noch nicht bewertet

Klar darfst du das, brauchst auch nicht rot zu werden. :)

Das glaube ich dir sofort, dass es bei der Königin Elizabeth so war. Im Film - am Ende von Elizabeth I - wird das aber m.E. so dargestellt, dass sie diese Wahl selber trifft. Und zwar eben genau darum, weil von ihr erwartet wird, dass sie heiratet, sie das aber aus den gegebenen Umständen nicht kann / oder will.

Sie erklärt sich dort doch selber zur Virgin Queen und zwar um sich zu schützen und ihren unverheirateten Zustand zu legitimieren: Ohne Kinder und ohne Mann kann ich besser für mein Volk sorgen oder ähnlich. (So hat man mir früher mal die Notwendigkeit des Zölibats erklärt). So habe ich das jedenfalls verstanden.

ema's Wertung: 4.0 Sterne

Geschichtspuristen werden natürlich auch diesesmal einiges rumzumäckern haben, aber allen Kino- und Filmfans kann dies ruhig egal sein. Die Geschichte funktioniert so wie sie ist tadellos, ab und zu gab es zwar einige zu abrupte Entwicklungen denen etwas mehr Zeit gut getan hätte, aber seis drum.

Es wird kräftig intrigiert, begehrt, gehasst und getötet, also alles beim alten auf Queen Elizabeth Hof. Schauspielerisch freut man sich natürlich auf die sichtlich gereiften und nach wie vor äusserst symphatischen Schauspieler Cate Blanchett und Geoffrey Rush. Erstere geht wieder vollends in ihrer Rolle auf...kein Wunder bei der Ausstattung und Kostümen!

Grosses Lob auch an The Moving Picture Company für die formidablen Effekte.
Der Score wurde diesesmal von Craig Armstrong und A.R Rahman, zwei Königen der Melodramatik, beigesteuert und das hört man von anfang bis Ende.

Unterm Strich ein visuell und akkustisch sehr betörender, wenn auch etwas oberflächlicher Film, der aber allen Historien- und Kostümfilmliebhabern gefallen dürfte. Besonders aber allen Fans des ersten Teils.

8/10 aufopferungsvolle Königinnen

goodspeed's Wertung: 4.0 Sterne

danke goodspeed, das nenne ich doch ein aufschlussreiches votum!
warte schon fast ein ganzes jahr auf dieses epos und nun freue ich mich richtig darauf :)

farossi's Wertung: 5.0 Sterne

nun hab ich's tatsächlich auch noch ins kino geschafft, um mir diesen mit spannung und grossen erwartungen ersehnten film anzusehen - und ich bin...
überwältigt.

im gegensatz zum ersten teil beginnt "the golden age" farbiger und sogar mit dezentem humor versehen. und hier liegt mein erachtens auch die grösste schwäche des films: irgendwie ein schon fast pompöser einstieg droht zur königshofkomödie zu mutieren. den hervorragenden schauspielern sei dank, dass dies dann doch nicht eintrifft, denn irgendwie scheint die geschichte nicht so richtig in fahrt zu kommen.

doch mit der zunahme von intrigen entwickelt sich auch der film:
farbenprächtige und emotionsgeladene bilder, untermalt mit einem pompösen score,

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es mag vielleicht makaber klingen, aber die hinrichtung von schottlands queen mary stuart z.b. ist ein musterbeispiel dafür, wie bild und musik förmlich miteinander vesrschmelzen - wahrlich eine grossartige szene, die mir die tränen in die augen trieb.

sowie endlos-geräumig wirkenden kameraeinstellungen in den gebäuden und eine cate blanchett, die jede und jeden an die wand spielt.

alles in allem übertrifft "the golden age" meiner meinung nach sogar seinen vorgänger von 1998, obwohl man die beiden filme nicht unbedingt miteinader vergleichen kann:
der erste war von der krimi-stimmung und vom mittelater-styling her sicher um längen besser - war auch vom handlungsverlauf her viel komplexer.
"the golden age" ist dann doch eher melodramatik, dies aber dann wirklich auch packend und schön inszeniert.

von mir gibt's daher für beide filme 5 ganz grosse sterne.

[Editiert von farossi am 2008-01-03 10:51:07]

farossi's Wertung: 5.0 Sterne

Wunderschöner Kostümfilm. Bilder, Farben, Musik einfach genial!

Markus' Wertung: 4.0 Sterne

Meine Befürchtungen aufgrund etlicher schlechter Kritiken haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Absolut sehenswerter Film!

Arminius' Wertung: 4.0 Sterne

Ein typischer Kostümfilm. Visuell ist der Film absolut überzeugend und Cate Blanchett spielt ihre Rolle wieder einmal hervorragend. Das Drehbuch hat allerdings einige Lücken und wirkt phasenweise etwas "zusammengeschustert". Alles in allem ein unterhaltsamer Film, den man aber wahrscheinlich auch schnell wieder vergessen haben wird.

John Hartigan's Wertung: 4.0 Sterne


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