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Inland Empire oder: Wers kapiert, kriegt 'nen Keks


Wenn der Name David Lynch als Regisseur und Macher eines Films auftaucht, fängt der normale Mensch an zu schwitzen. Wer gibt schon gerne zu, dass er Filme wie Mulholland Dr. oder Lost Highway eigentlich gar nicht verstanden hat, aber frisch und fröhlich mitnickt und -lacht, wenn darüber diskutiert wird. Ja, bei David Lynch geht es immer etwas struber zu und her und das ist natürlich in Inland Empire auch so.

Anfänglich nützt die Konzentration wahre Wunder. Die Geschichte macht einigermassen Sinn, die Darsteller sind teilweise bekannt und das einzige, was ein bisschen zu stören vermag, sind die komischen Wackelbilder der Kamera. Aber auch darüber schaut man gerne weg, denn man "versteht" einen Film von David Lynch. Dumm nur, dass nach einer guten Dreiviertelstunde die Geschichte Formen und Masse annimmt, die unter keine Kuhhaut passen. Und spätestens dann ist es Zeit, das Hirn mal durchzulüften und die Bilder, die Töne und die Figuren einfach auf sich wirken zu lassen.

Darstellerisch ist Inland Empire hochkarätig besetzt. Laura Dern machte sich kinotechnisch rar in letzter Zeit, zeigt aber hier, dass sie durchaus mehr kann, als wie in Jurassic Park mit offenem Mund in die Kamera zu staunen. Das kann sie dann in Jurassic Park 4 wieder tun, der 2008 in die Kinos kommen soll. Jeremy Irons ist wie immer einen Blick wert und Harry Dean Stanton macht aus einer kleinen Rolle das Bestmöglichste. Auch Julia Ormond (Simillas Sense of Snow, First Knight) darf sich mal wieder zeigen. Und das überraschend gut.

Fazit: Nein, so ganz begreifen kann man Inland Empire nicht auf Anhieb. Obs beim wiederholten Mal gucken klappt, sei ebenfalls dahingestellt. Wer sich aber auf "Mindfucks" steht, sich auf wahrscheinlich ellenlange Diskussionen nach dem Filmende einstellen will und David Lynch eh als einen seiner Favoriten sieht, der kriegt hier ein Ding geliefert, das richtig durchputzt. Und das nicht mal im negativen Sinn.

Recht bescheiden ist die DVD ausgestattet. Das Bonusmaterial beschränkt sich leider nur auf Texttafeln über Produktion und Crew, sowie den Trailer und eine Fotogalerie. Auch technisch gabs ein bisschen Schwierigkeiten. Das Bild ist zwar recht gut transferiert worden und wird nur in den dunklen Szenen etwas gar unscharf, dafür ist der Ton komisch gemischt worden. Teils sind die Dialoge fast nicht verständlich, weil irgendwas gemurmelt wird, dann übertönt die Musik die Worte und das Ganze während fast drei Stunden. Ein hartes Stück Arbeit.

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muri's Wertung: 2.5 Sterne


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