Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Kingdom
The Kingdom oder: Nie ohne meine Weste Amerika und der Krieg gegen den Terrorismus sind bekannte Themen, die oft in filmischer Gegenwartsverarbeitung münden und sich damit bevorzugt auf eine Seite des Kampfes stellen. Meist sind die Amis die Guten, während alle anderen ganz üble Kerle sind. The Kingdom nimmt dieses Thema auf und Regisseur Peter Berg (Welcome to the Jungle) versucht, mit seiner Geschichte einen Schritt weiter zu gehen. Unterstützt vom Produzenten Michael Mann (Collateral, Heat) lässt er eine kleine Gruppe FBI-Agenten in eine bekannte und gleichzeitig so fremde Zivilisation eindringen, um dort ein Verbrechen zu klären und den heimischen Zuschauer fingernägelkauend im Kinosessel sitzen zu lassen. The Kingdom beginnt spannend. Ein gelungener Vorspann, dessen Ausführungen wohl nicht zufällig an Fahrenheit 9/11 erinnert, verspricht eine politisch brisante und thematisch sehr interessante Geschichte. Bald darauf folgt der Anschlag in der amerikanischen Wohnsiedlung und der Zuschauer wird zum ersten Mal Zeuge brutaler und sehr realistisch in Szene gesetzter Action. Ebenso hängt man an den Lippen der Politiker, welche diese Tat ungesühnt lassen wollen, nur um die politischen Verbindungen beider Länder nicht zu gefährden. Doch zum Glück gibts Jamie Foxx und Konsorten, die sich das nicht gefallen lassen und mal kurz den Arabischen Botschafter im Auto bequasseln, damit dieser ihnen eine Landeerlaubnis besorgt. In Saudi-Arabien wird dann erstmal eine Stufe zurückgeschaltet. Die Amis dürfen nicht so wie sie wollen, die Frau im Team soll gefälligst ihre Möpse verdecken wenn der Prinz anrauscht und dumme Sprüche werden trotz der ernsten Ausgangslage auf das Kinopublikum losgelassen. Erst als den Ermittlern die unsichtbaren (aber stets präsenten) Handschellen abgenommen werden, nimmt auch der Film wieder Fahrt auf und hat mit der Verfolgung des Geiselopfers seinen dramatischen Höhepunkt. Schauspielerisch hat man mit Jamie Foxx einen anständigen Griff getan. Zwar bleibt er weit unter seinen mimischen Fähigkeiten von Ray zurück, aber The Kingdom verlangt mehr körperliche Fitness, denn Ausdruckskraft. Jennifer Garner darf einmal herzhaft austeilen, hat sich sonst jedoch mit dem Bedecken ihrer Brüste oder mit dem Zusammensetzen von tödlichen Murmeln zu beschäftigen. Chris Cooper (grad im viel interessanteren Breach zu sehen) kommt ebenfalls nicht richtig zur Geltung, dafür hat Jason Bateman (Smokin Aces) seine eindrücklichen Momente. Wenn die A-Liste der Darsteller nur bedingt überzeugen mag, besteht die Chance, dass jemand aus der zweiten Garde ins Rampenlicht rücken kann. In The Kingdom gelingt das Ashraf Barhom eindrucksvoll. Seine Figur des Polizisten Al-Ghazi ist nicht nur die mit Abstand interessanteste des Films, sondern sie wird auch überzeugend porträtiert, in wiefern sich dieser Mann für sein Land einsetzt und den schmalen Grad zwischen Heimatliebe und Fanatismus jeden Tag in Frage stellt. Sehr gut. Fazit: The Kingdom hat ein paar sehr intensive Momente (Entführung, Bombenattentat), leider aber auch Hollywood-typischen Leerlauf. Ausserdem wird der Zuschauer nach dem fulminanten und gut inszenierten Start leider nicht mit einem politisch interessanten Thriller bedient, sondern mit einem Actionfilm, der es zwar krachen lässt und einem am Schluss mit komischen Gefühlen aus dem Saal marschieren lässt, der aber halt nicht so gelungen ist, wie es der Trailer und die diversen Werbungen versprechen. Trotzdem mag The Kingdom zu gefallen und ist, wos draussen wieder kalt ist, einen Besuch im Kino wert. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 22 Beiträge geschrieben.
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Servus, dieser Kritik kann ich mich überwiegend absolut anschliessen, auch wenn mich die reine "Hollywood"-Behandlung des Themas dann schon etwas mehr gestört zu haben scheint. "Operation: Kingdom" Terror in Saudi-Arabien Inmitten eines Quartierfestes in Riad, Saudi-Arabien, zerreisst plötzlicher Schusslärm gefolgt von einer Bombendetonation die vermeintliche Idylle. Verheerender Bombenanschlag Heikle Thematik
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Geiler Film. Finde ihn wirklich realistisch. Fehlen nur noch die Blackwater Soldaten. Wirklich intensiv, unterhaltsam und fesselnd. |
Das Ding sieht schwerstens nach einer Pro-Irak-Krieg-Pathos-Orgie aus Aber die vielen Sternlis, die ihr da verteilt |
Laut "Cinema" ist das überhaupt nicht der Fall: Zitat Cinema
[Editiert von thatssno am 2007-10-22 16:08:53] |
Zitat Markus (2007-10-22 15:46:52)
Wenn du dich da aber mal nicht täuschst... |
» Die Interviews zum Film (Jennifer Garner, Jamie Foxx und Ashraf Barhom) |
So hab Ihn nun auch gesehen. Ich fand das der Film sich mehr auf Unterhaltung konzetrierte als auf einen spannenden Politthriller. Der Anfang fand ich Klasse mit der Einführungszene und mit dem Anschlag. Danach gab es einen langsamen Aufbau, bei dem The Kingdom ein paar hänger aufweist. Die zweite hälfte versprach dann was man aus dem Trailer schon gesehen hat. Es knallt und es gibt Action von der höchsten Stufe. Schauspielerisch machen alle Ihre Arbeit ganz gut. Fazit: Sehr realistischer und intensiver Actionfilm. |
Naja richtige Action gibts in der Anfangszene und im letzten 5tel des Films. Dafür eine hohe Dosis. PS: Jennifer Garners Synchronstimme ist ja der Horror. |
Für einmal ist der Krieg gegen Terrorismus richtig beurteilt : was kann man dagegen tun ? Naja, dieses Film ist Klasse, keine amerikanische Fahne, keine Guten, kein Super-Hero (also ok, nur in Action), nur Fragen und eine grosse Kritik gegen die amerikanische Kriegspolitik. |
ein aktuelles thema wird erfrischend angegangen! die performance des saudi-polizisten ist super, den dürfte man gerne wieder in einem film sehen, der auch in unsere breitengrade kommt! der anfang ist beklemmend und packt einen sofort, dann hängt der film leider etwas, um dann gegen schluss voll aufzudrehen. spitze sind auch die letzen paar minuten, als man erfährt, wer was zu wem genau gesagt hat, sowas regt schon zum nachdenken an und zeigt mit einem winzigen kleinen satz, was für grosse probleme die welt mit dem islamischen terror eigentlich hat... gute sache! nicht zu vergessen: die häuserkampf-szene ist sehr geil, auch vom akustischen her top! [Editiert von Ghost_Dog am 2007-11-03 09:52:44] |
Zitat Ghost_Dog (2007-11-03 09:52:00)
Hmm, Probleme mit dem islami(sti)schen Terror? Es geht doch wohl eher darum, dass die Probleme nicht nur auf einer Seite erzeugt werden, sondern dass die Gewaltspirale von beiden Seiten in Gang gehalten wird. Wer da welche Probleme verursacht ist längst undurchschaubar geworden. |
Zitat Ejup Bayrami (2007-11-03 13:37:35)
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Also ehrlich gesagt war ich schon ein wenig enttäuscht vom Verlauf der Geschichte. Ich hätte mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Nach der Entführung folgt der Handlungsstrang ja praktisch nur noch der Befreiungsaktion von Leavitt und der ursprüngliche Grund für den Aufenthalt der Amis gerät völlig in den Hintergrund. Bis am Ende "zufälligerweise" zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden... Das ist mir doch etwas zu weit hergeholt. Also wer einen spannenden Politthriller mit Subtilität und Story-Twists sucht, wird durch den offensichtlichen, eindimensionalen Handlungsverlauf doch etwas unbefriedigt den Kinosaal verlassen! |
Zitat thatssno (2007-11-03 14:19:50)
x-actly, das hab i au gemeint, man möge verzeihen, hab mein review en passant in windeseile geschrieben ;) |
Zitat selano (2007-11-04 01:29:33)
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Ein wirklich super gelungener, spannender und auch packender Film. Der ganz gut zeigt, dass hier alle "Mitspieler" was zu verbergen/zu wahren haben und es nur durch Tricks weitergeht. Auch der Schluss (von vielen hier so bemängelt) passt super! All dieses Anti USA Geplapper hier nervt echt. Der Film ist extrem gut dargestellt und überhaupt nicht ein "PRO USA" Kriegsfilm. Ich kann es echt nicht mehr lesen oder hören. *brrrrrrr* Spoiler zum Lesen Text markieren
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Zitat V8 Power (2007-11-11 20:09:22)
Wie man auf diesem Foto sieht, trägt Jamie Foxx hier ein G3. Deshalb vermute ich, dass die Waffe nicht aus dem Arsenal des FBI stammt, denn die verwenden das Sturmgewehr nicht. Die Waffen gehören wahrscheinlich zur Ausrüstung der Araber. |
turbulent-rasenter Actionstreifen mit ausführlicher politischer Situationsbeschreibung mit brutalen Bildern wie wir sie sonst nur aus den Nachrichten kennen! Der Einführungsteil lässt bereits eine spezielle Stimmung aufkommen im Kinosaal. Kurz darauf geht es dann auch schon los mit Schiessereien, Bombemanschlägen und die Telefone sämtlicher geheimen Institutionen, seitens USA wie auch Arabiens, laufen heiss. In diesem Krieg mischt jeder mit, sogar der amerikanische Botschafter... Der Film besticht durch 100% Spannung, Action vom Feinsten und eine kleine Prise Humor. |
Seit The Kingdom gehört Jamie Foxx zur Zeit sicherlich zu meinen lieblings Schauspielern. Einfach nur genial wie er in diese Rolle passt. Zum Film: Dieser Streifen bietet viel an Geschichte, aber noch mehr an Gegenwart. Er zeigt wie schlimm die Situation in Ländern des nahen Ostens ist. Der ganze kampf rund um (Öl,) Terrorismus und Sicherheit betrifft viele unschuldige Menschen. Klar, der Film könnte auch heissen The "wir Amerikaner sind die Besten und bringen alle Bösen um und sichern somit unsere Existenz" Kingdom, aber wenn wir mal das ganze Theater um die Amis weglassen, dann zeigt dieser Film eindrückliche Bilder, gespickt mit guter Action und auch ein wenig Humor. Ganz wenig grenzt er, meiner Meinung nach, an einen (Anti-)Kriegsfilm, was mir aber persönlich gefallen hat. Fazit: Der Film braucht am Anfang ein bisschen Zeit bis er in die Gänge kommt und der Zuschauer muss zu Beginn auch viele Infos schlucken und verarbeiten bis es dann wirklich losgeht. Danach ist aber immer was los, Langeweile kommt nie auf und der Schluss war auch ganz gut. Schauspieler waren top, Chris Cooper vielleicht sogar ein wenig unterfordert |
Hab nicht gedacht, dass dieser Film mich vom Hocker reisst. Aber der Beginn ist wohl absolut krass-toll und die restlichen Filmminuten haben mich doch überzeugt. In meinen Augen ein guter Film mit heiklem Thema! |
Schöner Film mit steigernder Action- und Spannungskurve! Ein hochaktuelles Thema interessant umgesetzt. Prima! Gruss BooBee |

