Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag One Way
One Way oder: 2 sind ein Paar, 3 ist eine(r) zu viel Mit One Way wird eine weitere grosse, internationale Filmproduktion präsentiert, die einen internationalen Cast mit Till Schweiger in der Hauptrolle unter der Flagge des Schweizer Regisseurs Reto Salimbeni vereint. Das Resultat ist ein klar europäisch angehauchtes, eindrückliches Drama, mit kühlen Bildern und einem schwierigen Thema. Schon in den ersten paar Minuten wird der Zuschauer durch eine Frau aufgeschreckt, die schreiend durch den Wald rennt und später gnadenlos vergewaltigt wird. Bereits da wird klar, dass hier ein ziemlich unangenehmes Thema behandelt wird, das nicht oft in Filmen zur Sprache kommt. Nach dem durchaus aufrüttelnden Intro wird allerdings erstmals ein Gang zurückgeschaltet. Wir beschäftigen uns primär mit Eddie Shneider (Till Schweiger) und begleiten ihn zwischen Seitensprüngen und Präsentationen. Solch abrupte Genrewechsel und Storytwists gibt es noch einige, was One Way kurzweilig und spannend macht. So wird aus der anfänglichen Vergewaltigung die Story eines erfolgreichen Marketingexperten, welche anschliessend zu einer Intrigenmühle und später zu einem Gerichtsfall führt. Die geschickte, kalte Bildwahl und die passende musikalische Unterhaltung, kombiniert mit ruhigen Szenen und intensiven Bildern, die unter die Haut gehen, machen One Way zu einem sehr gut inszenierten Drama. Eine Abwärtspirale wird porträtiert, die nur im Tod oder im Gefängnis enden kann. Unter den Schauspielern überzeugen vor allem das Vergewaltigungsopfer Angelina (Lauren Lee Smith) und ihr Peiniger Antony (Sebastien Roberts). Beide spielen ihre Rollen perfekt und machen die Thematik noch eindrücklicher. Die übrigen Schauspieler geben ebenfalls eine solide Leistung ab, erreichen jedoch nicht dieselbe schauspielerische Intensität, wie die zuvor genannten Akteure. Fazit: One Way kombiniert geschickt mehrere Genres miteinander. Dem versammelten Cast gelingt es, die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der sich mit seinen Lügen mehr und mehr in eine Situation manövriert aus der es beinahe kein Entkommen mehr gibt. Humorvolle Szenen, wie Eddies Präsentationen der neuen Marketingkampagnen, bilden einen sehr guten Kontrast zu den wüsten Vergewaltigungsszenen und der bisher wohl einzigartigen Rache des Opfers. Insgesamt bleibt One Way aber ernüchternd kalt und der Balanceakt zwischen den Genres gelingt nur bedingt. Dennoch: wer sich darauf einlässt, erhält ein gelungenes, eindrückliches Drama, welches durchaus überzeugen kann und sicher zum Diskutieren anregt. Über die Testdvd wird keine Bildqualitätswertung abgegeben. Es bleibt zu hoffen, dass die Kaufdvd nicht so überblendete und unscharfe Bilder hat. Das Bonusmaterial ist geprägt durch Till Schweiger, der nicht nur die Einführung zur DVD macht, sondern auch den Kommentar zu den Deleted Scenes spricht. Hier stellt er klar, wie viel ihm der Film bedeutet und warum genau gewisse Szenen herausgeschnitten wurden. Ein Audiokommentar und ein Musikvideo runden das Ganze ab. Stark vermisst wird ein Making Of und der Kommentar der anderen Schauspieler. Da aber One Way an den Kinokassen nicht den gewünschten Erfolg hatte, musste wohl auch das Bonusmaterial darunter leiden. Dennoch: das was gezeigt wird bietet einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt hinter dem Film. |


