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Beitrag Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

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Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler oder: Chance vertan!


Die deutsche Komödie versucht sich seit längerer Zeit, auch bei uns fest zu setzen. Immer wenn sich eine Möglichkeit bietet, wird ein solcher Film bei uns aufgenommen, durch die Medien getragen und schlussendlich an den Kinokassen vergessen. Mein Führer, immerhin vom Basler Daniel Levy gedreht, steht ebenfalls auf dieser Liste. Knapp über 10'000 Eintritte vermochte der Film damals verbuchen. Mit anderen Worten, Mein Führer ist gefloppt.

Dabei ist das Grundprinzip des Films gar nicht mal so uninteressant. Ein Jude muss Adolf Hitler unterstützend zur Seite stehen, als dieser mut- und kraftlos nur noch in seinem Büro rumsitzt. Das alleine wäre eigentlich schon ein Schmunzler wert, konnte aber als Film nicht überzeugen. Immerhin wird der Film ja als Komödie angepriesen und bei einer solchen erwartet man eigentlich als Zuschauer eine gewisse Witzdichte und ein paar schöne Lachmöglichkeiten. Die bleiben in Mein Führer praktisch aus. Klar, zwischendurch gibts was zu Grinsen, wenn Hitler zur Judenfamilie ins Bett kriecht oder im gelben Jogginganzug komische Übungen machen muss. Aber reicht das? Eher nicht.

Helge Schneider spielt erstaunlich ruhig und hat verstanden, dass er in diesem Film nicht den Clown spielen darf. Das kommt seiner Rolle zu Gute, wird aber trotzdem mit der Zeit recht eintönig. Ein bisschen mehr Pepp hätte der Figur gut getan, die hier überraschend zahm daherkommt. So bleibt die tragende Rolle am leider vor kurzem verstorbenen Ulrich Mühe (Das Leben der Anderen) hängen. Bei ihm wird bereits in der ersten Szene klar, dass er ebenfalls nicht die "lustige" Rolle innehat, die man in einer Komödie braucht. Trotzdem trägt er den Film praktisch alleine auf seinen Schultern und bekommt von seinen Co-Stars nur sehr wenig Unterstützung.

Fazit: Mein Führer konnte schon im Kino nicht überzeugen und wird das auch auf DVD nicht fertig bringen. Zu zahm ist der Film geworden, zu risikolos. Dabei hätte sich hier eine Gelegenheit aufgetan, einmal richtig aus den Vollen zu schöpfen, herrlich respektlos zu sein und einen Film zu produzieren, über den man auch noch in ein paar Jahren sprechen wird. So ist es leider eine mehrheitlich langweilige Geschichte geworden, die vielfach ohne Pepp, meistens ohne Witz und mit vielen gesichtslosen Schauspielern daherkommt. Schade Herr Levy, Chance vertan.

Die DVD kommt dafür überraschend gut ausgestattet daher. Regisseur Dani Levy hat sich ins Zeugs gelegt und ein paar interessante Features drauf gepackt. Making-Ofs über den Film an sich und die Spezialeffekte (jaja, von denen gibts hier auch eine Menge) sind erstaunlich interessant und die kleinen und knappen Berichte über die Kostüme, Uniformen, die Maske (natürlich hauptsächlich diejenige von Helge Schneider), sowie Kamera und Musik lohnen ebenfalls einen Blick. Die frühe Schnittfassung ist jedoch nur für hartgesottene Fans des Films. Mit den üblichen Verdächtigen (Trailer, Biographien) schliessen die Macher die Extras ab, die zusätzlich natürlich noch einen vom Regisseur selber gesprochenen Audiokommentar anfahren.

In technischer Hinsicht wird ebenfalls deutsche Feinarbeit geboten und die einzige Tonfassung (natürlich die Deutsche) kommt klar und deutlich im sauberen Dolby Digital 5.1 rüber. Das Bild wurde ebenfalls ohne Fehler transferiert und weist keine sichtbaren Makel auf.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

muri's Wertung: 2.5 Sterne

die damalige diskussion, darf man über "den führer" als ironiepuppe lachen, hielt ich für total daneben. der film wurde dadurch aber gepushed...

zum film selber: levys humor wird immer dümmer je länger der film dauert. einige ideen sind witzig, vieles ist einfach peinlich.

pb's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat pb (2007-09-27 08:57:59)

die damalige diskussion, darf man über "den führer" als ironiepuppe lachen, hielt ich für total daneben.

was fandest du daneben: die diskussion selber oder dass man über den gröfaz lacht?

gargamel's Wertung: Noch nicht bewertet

natürlich die diskussion! ich denke dass man ehr wohl über einen solchen typen, dem ein ganzes volk nachgerannt ist, sher gut lachen kann. bei aller fürchterlichkeit, die diese diktatur mitsichbrachte.

pb's Wertung: 2.0 Sterne

2 mal gelacht, 3 mal gegrinst. Definitiv zu wenig für eine Komödie. Die Sprüche sind zu trocken, die Dialoge nicht sehr anspruchsvoll. Vor allem sind keine Slapsticks vorhanden. Schade, da wäre sicher mehr drin gelegen. Aber vielleicht verstehens ja die Deutschen...

DVD: Die Disc ist mit einer Fülle von Extras gespickt. Der Ton ist gut, das Bild aber zum Teil unklar (Schwarzwerte).

daw's Wertung: 2.0 Sterne

Chance vertan trifft es, den gleichen Eindruck hatte ich schon bei Levys "Alles auf Zucker ".

euros' Wertung: 2.0 Sterne

Zitat euros (2008-07-21 23:40:01)

den gleichen Eindruck hatte ich schon bei Levys "Alles auf Zucker".


Was hat dir bei dem nicht gefallen? Ich fands einen herrlich jüdischen Film. Beim entsprechenden Thread behandelst du ja bloss den Vergleich Zucker <=> Rashevski.

El Chupanebrey's Wertung: Noch nicht bewertet

War mir nicht "korrosiv"genug, Hübchen spielte die Rodney Dangerfield- oder Ben Stiller-Rolle.Sozusagen leichtes Kratzen an der humoristischen Oberfläche.
Mag es eher pechschwarz und deftig zynisch.

euros' Wertung: 2.0 Sterne

Zitat euros (2008-07-22 08:36:01)

Mag es eher pechschwarz und deftig zynisch.


Same here. }:)

El Chupanebrey's Wertung: Noch nicht bewertet


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