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Nightwatching oder: Malen, Sex und Intrigen

Nightwatching ist opulentes, aber zähes und dialoglastiges Kostümkino, das mit einem Minimum an Requisiten auskommt. Es ist schwer auf dem Magen liegende Kost. Nach Ende des Filmes fühlt man sich ein wenig wie nach dem Genuss eines Fondues. Schwer und träge.

Portraitiert wird ein Maler, der, auf der Höhe seines Ruhms angekommen, alles verliert: seine Frau, seine Reputation und sein Geld. Dies alles wegen eines Bildes, das später als sein berühmtestes in die Geschichte eingehen sollte: "Die Nachtwache". Wie es soweit hat kommen können, ist gemäss Regisseur Peter Greenaway einige der zentralen Fragen, die ihn zu diesem Film bewogen haben. Daneben stehe aber auch die Suche nach einem Weg im Vordergrund, dieses herausragende und bahnbrechende Gemälde zu verstehen und zu interpretieren. Und daraus folgend schliesslich ganz grundsätzlich: "What in fact does painting do?". Und es kommt noch dicker: "What in fact does cinema do?".

Puuuh. Starker Tubak. Wenden wir Greenaways letzte Frage auf vorliegenden Film an, müssen wir feststellen: leider nicht sehr viel. Denn Nightwatching ist in erster Linie ein gefilmtes Theaterstück, das die vielfältigen Ausdruchsmöglichkeiten des Kinos nur sehr beschränkt nutzt. Noch schlimmer: es nutzt nicht mal die Vielzahl der theatralischen Möglichkeiten. Die Bedeutung wird in erster Linie durch Sprache übertragen, die ins minimalistische Szenenbild eingebettet ist. Das ermüdet und führt dazu, dass das Interesse des Zuschauers an Figuren und Handlung verloren geht.

Wer sich für Leben und Tod von Rembrandt van Rjin und die Entstehung des Gemäldes "The Nightwatch" interessiert, für den sind die Zweieinviertelstunden sicherlich keine verlorene Zeit. Sonstigen Kinogängern ist von diesem schwerfälligen Historienschinken eher abzuraten. Man esse lieber ein Fondue.

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ebe's Wertung: 2.5 Sterne


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