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Beitrag La Graine et le mulet

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La Graine et le mulet oder: Warten auf Couscous


Ehrlich gesagt sträubte sich die OutNow.CH-Crew ziemlich gegen La graine et le mulet. Wegen Überlänge war der Film am Festival von Venedig schon eine Viertelstunde früher als normal (um 8:15 Uhr) angesetzt, und die arabischen Namen im Cast liessen auf ein dröges Beduinendrama schliessen. Doch so kann man sich täuschen. Der Film ist zwar in der Tat viel zu lang. Aber das, wofür sich der Regisseur Zeit lässt, ist sehr sehenswert.

Die fast unüberschaubar grosse, arabischstämmige Familie in einer südfranzösischen Hafenstadt, um die es im Film geht, ist eigentlich nur am streiten, lachen und essen. Bei Pfefferschoten, Couscous und Fisch werden Windelpreise diskutiert, während die Kamera um den Familientisch saust und die Lebensfreude zum Greifen nah heranholt. Alle sind sie glücklich. Sie glucksen und schmatzen in Grossaufnahme. Nur das Oberhaupt, der drahtig-mürrische Papa Slimani, will und kann seit der Trennung von der Frau nicht mehr so richtig dazugehören. Weil es etwas dauert, bis im Verlauf des Films mal irgendetwas Plot-Ähnliches passiert, bleibt genug Zeit, sich mit der Familie anzufreunden und die wichtigsten Protagonisten näher kennenzulernen. Deshalb funktioniert der zweite Teil der Generationen übergreifenden Milieustudie recht gut, wo die Suspense durch das Fehlen eines überaus wichtigen Elements der Restauranteröffnung zwar hinaufbeschwört, sich durch überlanges Timing aber nicht richtig durchsetzen kann. Vielleicht hätte man den Stoff gleich zu einer Serie fürs Fernsehen weiterspinnen sollen. Denn auch das Ende kommt überraschend abrupt.

Doch dass für einmal Araber nicht als Nährzelle für das Böse oder Clowns in einer Culture-Clash-Komödie herhalten müssen, ist begrüssenswert. So entpuppt sich der vermeintliche Langweiler als regelrechter Crowdpleaser, auch wenn man sich während den 151 Minuten teilweise fühlt wie die Restaurantgäste von Slimani am Ende dieser wunderbaren Kinoentdeckung.

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rm's Wertung: 4.5 Sterne

Ich hätte das nicht besser zusammenfassen können als rm: der Anfang ist schleppend, im Mittelteil geht die Post so richtig ab und am Ende wird die Spannung schon fast unterträglich. Und dann hört der Film doch plötzlich auf. Allerdings, und das ist ihm zu Gute zu halten, nicht ohne die Auflösung der Spannung zumindest anzudeuten.

Die Überlänge des Films gibt etwas Abzug, was aber insbesondere Hafsia Herzi als Rym und Farida Benkhetache als Karima leisten, wiegt das meiner Meinung nach bei weitem wieder auf.

ema's Wertung: 5.0 Sterne


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