Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag The Nanny Diaries
The Nanny Diaries oder: Upper East Side Story Wer die Parallelen von The Devil wears Prada zu The Nanny Diaries entdecken möchte, hat es nicht allzu schwer. Beide Filme basieren auf Bestsellern von Direktbetroffenen. Sie handeln von jungen Frauen aus artfremden Milieus, die sich bei bösen Chefinnen abrackern müssen. In den Hauptrollen spielt einerseits ein junges It-Girl, andererseits die Oscar-nominierte Filmdame. Ja, sogar die Europapremiere fand in beiden Fällen am Filmfestival von Venedig statt. Und doch muss eines der beiden Werke halt die Rolle des zu spät kommenden Abklatschs übernehmen. Und das ist in diesem Falle der Film über die Kinderbetreuung. Natürlich ist die Modewelt das dankbarere Opfer von satirischen Angriffen. Man kennt sich darin allgemein weniger aus, und tut ausser ein paar mageren Models und schwulen Schneidern niemandem weh. In Sachen Kindererziehung gibt es aber bald einmal Opfer. In The Nanny Diaries ist es der kleine Junge der Familie X, der einem bald einmal so leid tut, dass man nicht mehr richtig über all die gestreuten Witze lachen mag. Das Regisseurpärchen Shari Springer Berman und Robert Pulcini (American Splendor) hat die Vorlage zwar geschickt ergänzt und aus der Handlung eine anthropologische Studie gemacht, welche Manhattans Snobs von der Upper East Side zum Versuchsobjekt nimmt, aber die Kinderschutzlämpchen leuchten trotzdem zu stark. Mary Poppins, die im Film immer wieder referenziert wird, hätte schon lange eingreifen müssen. Laura Linney ist zwar ein bisschen weniger böse als Meryl Streep, dafür hat ihre Figur die grösseren Probleme im Privatleben. Mit steinerner Miene blendet sie die Ehekrisen aus, während der Film aus Paul Giamattis Gesicht eines überforderten Vaters ein kleines Geheimnis macht. Scarlett Johansson, mal wieder braunhaarig, passt als Normalo aus New Jersey überraschend gut in die komödiantische Rolle. Soulsängerin Alicia Keys hat eine Nebenrolle als Stichwortgeberin. Und ausser Chris Evans als Harvard Hottie sind die Männer Nebensache. Und das ist gut so, denn The Nanny Diaries ist in erster Linie ein Mädchenfilm und nicht die erhoffte Sozialsatire. Im Gegensatz zu The Devil wears Prada schafft er es so nicht, auch für Männer genug zu bieten. |
Surprise! Der Film hat mich wirklich gut unterhalten und er war auch nicht allzu kitschig, doof oder langweilig. Leider beschränkt sich die Bösartigkeit zwar auf die erste Hälfte des Films, doch dank Laura Linney und Scarlett Johansson ist The Nanny Diaries eine gut gespielte Rom-Com-Minisatire geworden mit lustigen Momenten, bösen Seitenhieben und sympathischen Charakteren. [Editiert von El Chupanebrey am 2008-09-07 18:23:01] |
Chupa, Altersmilde? Oder liegts am schönen Wetter? |
Zitat Dirty Harry (2008-08-16 13:47:23)
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Zitat Dirty Harry (2008-08-16 13:47:23)
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