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Beitrag The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford oder: Ein Mann, ein Schuss... Bei Film-Reviews muss der Schreiber ja immer aufpassen, keine Spoilers zu verraten. The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford ist diesbezüglich eine dankbare Ausnahme, da die Quintessenz der über zweieinhalb Stunden Laufzeit bereits im Titel ziemlich bündig zusammengefasst wird. Überdies sind die Tatsachen - oder zumindest die damit verbundenen Legenden - historisch verbürgt und können in Geschichtsbüchern nachgelesen werden. Jesse James war eine der grossen amerikanischen Figuren der zweiten Hälfte des vorletzten Jahrhunderts: Das Foto seiner aufgebahrten Leiche war eines der ersten Bilder in der Geschichte der Fotographie, das Ikonenstatus erlangte wie in jüngerer Geschichte die Bilder von Che Guevara oder Prinzessin Diana. Der Film hält sich grösstenteils an die offizielle Geschichtsbuch-Version und beleuchtet das letzte Jahr im Leben von Jesse James. Eigentliche Hauptfigur ist aber der "Feigling" (Coward) Robert Ford, der alles daran setzt, so zu werden wie sein grosses Idol und dieses schliesslich umbringt, im Glauben, damit selbst als Held in Erinnerung zu bleiben. Leider trifft das Gegenteil ein: Er erhält nicht etwa Applaus für seine vermeintliche Heldentat, sondern wird im Gegenteil weitherum angefeindet und zehn Jahre später umgebracht. Diese interessante menschliche Tragik besetzt leider nur gerade die letzten zehn der insgesamt 155 Filmminuten und verkommt zur Nebensache. Was den Rest betrifft, so kommt der Film nur sehr träge in Gang und entwickelt sich dann vor allem in diejenuge Richtung, in die er sich kaum hätte entwicklen sollen, nämlich in Richtung Glorifizierung von Jesse James. Dies beginnt bereits mit der Besetzung von dessen Rolle mit Superstar Brad Pitt. So wurde aus dem Film unvermeidlicherweise primär ein Portrait von Jesse James und nur sekundär eines von Bob Ford. Doch dies ist nicht die grösste Schwäche des Films. Diese liegt vielmehr in dessen Unübersichtlichkeit, dessen Sperrigkeit und dem Fehlen eines roten Fadens in der Geschichte. Auf der positiven Seite zu vermerken gibt es einige interessante Denkanstösse zum Thema Helden und Heldenbilder, zudem einen guten Soundtrack sowie eine ansprechende schauspielerische Leistung von Ben Afflecks kleinem Bruder Casey in der Rolle von Bob Ford. Brad Pitt als Jesse James verkörpert einfach einen typischen Brad-Pitt-Charakter. Cool, tough, brutal, sexy. Im Wilden Westen nichts Neues also. Insgesamt muss The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford als eher missglückter Versuch bezeichnet werden, das schon längst tote Western-Genre wiederzubeleben. Wie auch immer, der Versuch wurde wenigstens gemacht. Das ist doch schon mal ein Anfang. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 36 Beiträge geschrieben.
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Zitat ebe (2007-09-02 22:09:00)
mmh... oder des vorletzten jahrhunderts? |
Zitat gargamel (2007-09-02 22:17:40)
Uiuiui, ich Ewiggestriger bin offenbar noch im 20. Jahrhundert steckengeblieben... |
nichts zu danken. kenne diese sehnsucht nach einer zeit, als alles noch etwas übersichtlicher war, schliesslich selber... |
Zitat ebe (2007-09-02 22:09:00)
Na also der Aussage möchte ich doch nur 2 Dinge entgegenhalten: Also ganz so mausetot ist der Western dann doch nicht... |
Zitat matree (2007-09-10 13:15:36)
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Zitat ebe (2007-09-10 15:00:45)
Ich bin ja eher für: "Der Western wird immer wieder für tot erklärt und feiert immer wieder Wiederauferstehung." ;-) Ich sag da nur: "Erbarmungslos", "Tombstone", "Wyatt Earp", "Der mit dem Wolf tanzt". Um die frühen 90iger abzudecken. Edit: Um noch einmal auf die 2000er-Western zu kommen. Da fallen mir ja noch "The Three Burials of Melquiades Estrada", "The Missing" und "Open Range". [Editiert von matree am 2007-09-10 23:10:20] |
Wenn wir schon am Auflisten sind, fallen mir spontan auch noch Dead Man oder The Quick and the Dead ein. Totgesagte leben also länger, du hast mich überzeugt... Zumindest aber bleibt die Tatsache, dass der klassische Western, früher das Hollywood-Genre schlechthin, während langer Zeit vor sich hin kriselte (Nun zufrieden mit meiner Wortwahl...?). Dies trotz der genannten Beispiele. |
Zitat ebe (2007-09-12 09:56:23)
Geschafft! |
Zitat ebe (2007-09-12 09:56:23)
In Bezug auf 3:10 to Yuma und The Quick and the Dead: Sieht so aus als würd Russell Crowe gerne den Revolverhelden spielen.. [Editiert von eowyn44 am 2007-10-12 11:21:40] |
Sorry, aber meiner Meinung nach ist das ganz klar KEIN Western! Nur weils Pferde, Pistolen und Verbrecher hat und im 19. Jahrhundert spielt, kann man einen Film noch lange nicht in diese Schublade tun. (hat ja schliesslich auch keine Cowboys und kaum Schiessereien - und gut schiessen kann auch kaum jemand wirklich gut. pfft!) Zum Film selber: BOOOORING!!! Wieso genau hab ich 3 Stunden meines Lebens für so einen langweiligen Pfupf vertublet? Die will ich wieder haben! Nei aber au! Ich bin zwar von Casey Affleck (den ich wirklich sehr gerne sehe) schwer beeindruckt, dass er wirklich 3 Stunden diese nervige Krächzstimme durchhalten konnte, und Sam Rockwell hat mir auch gefallen, aber die Story? Die Erzählweise? Das Ganze wäre mindestens anderthalb Stunden kürzer auch gegangen, dann wäre vielleicht irgendwann einmal noch Spannung aufgekommen. Wenn ich Vielfilmschauerin mir nach 20 Minuten überlege, ob ich in der Pause vielleicht nicht doch besser gehen sollte, dann spricht das nicht unbedingt für den Film... Die einzige Szene, die mir wirklich gefallen hat, und wo ich mir gerne etwas mehr in die Richtung beim Rest des Films gewünscht hätte, war die, wo Bob sich in Jesses Bett legt und sich sozusagen an dessen Stelle denkt. Da hat sogar die Voice-Over-Erzählweise perfekt gepasst. Aber EINE interessante Minute Film macht den ellenlangen Rest leider nicht wett. |
So schlecht war der Film auch wieder nicht. Die schauspielerische Leistung von Casey Affleck und Brad Pitt ist toll. Der Film hat auch trotz einigen Durchhängern ein paar spannende Momente. |
Fantastischer Film! Durch die exzellenten Bilder und die sehr guten Schauspielerischen Leistungen (vor allem von Brad Pitt und Casey Affleck) wirken die 155 Minuten nie langweilig und bleiben immer spannend und unterhaltsam. Für einmal haben die Kritiken auf OutNow.ch meiner Meinung nach (bis jetzt?) völlig daneben gegriffen. Ein Muss! |
The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford oder: Wie bitte? Nachdem ich so viele positive Stimmen gehört habe, war auch ich gegenüber ebes Kritik ein wenig misstrauisch. Zu recht. Denn kaum fing der Film an, wusste ich, dass es kein Fehler war, sich Brad Pitt in seiner neuen Paraderolle anzusehen. Das dieser ausgezeichnet ist, muss ich ja nicht wiederholen. Seit langem war der liebe Brad nicht mehr so gut. Aber das Lob gehört natürlich auch dem Newcomer Cassey Affleck, der seinen Bruder bei weitem in den Schatten stellt. Die Szenen zwischen Pitt und Affleck sind nur schon ein Genusss, weil beide so viel Intensität und Leidenschaft in ihre Rollen gesteckt haben. Hier der etwas eingebildete, meist kalte, aber oft auch sympathische Jesse James und auf der anderen Seite ein unerfahrener, junger Mann, der merkt, dass der vorhin genannte gar nicht das ist, was er sich von ihm erhofft hat. Da ist es umso passender, dass Jesse James selbst von einem Idol und Weltstar und Robert Ford von einem unbekannterem Gesicht, das aber immer mehr an Popularität gewinnt, gespielt wird. Diese ganze Geschichte, die übrigens einem Theaterstück sehr ähnlich ist, wurde nicht nur in hervorragende Bilder und Farben gepackt, die atmosphärisch so dicht sind, wie man es selten sieht, sondern auch noch mit einer wunderbaren Tonspur untermalt. Es stimmt einfach alles in diesem Film, jede Kameraeinstellung ist hervorragend, jeder Schauspieler in seiner Rolle. Die Regie ist also absolut meisterhaft. Fazit: Das Jesse James nicht jedem gefällt, überrascht mich nicht. Es ist ein anspruchsvoller Film, bestimmt kein Western, sondern viel mehr ein Drama, ein Porträt über zwei Männer, das mich persönlich restlos überzeugt hat. Ein theatralischer Film, aber doch kein abgefilmtes Theater. The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford ist oscarverdächtig und verdient die Höchstnote. |
Zitat filmchefchen (2007-11-04 11:00:17)
Zitat henker (2007-11-04 14:20:54)
O weh - niemand hat mich lieb... Zugegeben, einige Passagen meiner Review (wie z.B. den letzten Abschnitt) hätte ich mittlerweilen ein wenig anders formuliert - doch überrascht mich die Begeisterung trotzdem. Klar, schlecht ist der Streifen nicht. Doch oscarverdächtig? Nun gut. Viele Verdächtige erweisen sich im Nachhinein ja als unschuldig... |
Zitat ebe (2007-11-04 20:17:11)
Ooh, armer ebe... |
Ich fand den Film auch toll. Speziell Brad Pitt, der sonst so gar nicht mein Lieblingsschauspieler ist, überzeugt als Jesse James. Ich glaube der spielt echter als das original Warum der Film nicht allen gefällt? Da schliesse ich mich restlos der Meinung von 'henker' an: Zitat henker (2007-11-04 14:20:54)
--------------------------- Zur schlechten Bewertung: Zitat henker (2007-11-04 14:20:54)
noja, seit beinahe jeder halbwegs-schlechte Alternativfilm hier auf Outnow vom Redakteuren Bestnoten erhält bin ich sowieso sehr kritisch gegenüber der Meinung der Readakteure. Irgendwie deckt sich meine Meinung sogut wie nie mit dem des Readakteurs. Egal welcher den Artikel erfasst hat |
Ein vom Anfang bis zum Ende unglaublich intensiver und spannender Film, der mir jegliches Zeitgefühl (160 Minuten!!) abhanden kommen liess. Vom Drehbuch über die tolle Kameraführung hin zu den ganz starken Darstellerleistungen (Brad Pitt ist ein toller Schauspieler, Casey Affleck die Entdeckung des Filmes) passt einfach alles. Dazu kommt die fantastische Musik von Nick Cave und Warren Ellis. |
Zitat filmchefchen (2007-11-04 11:00:17)
Siehste, ebe! |
Auch ich muss mich - sorry ebe Muss aber zugeben, dass mir die erste Hälfte ein wenig zu lang war. Hängte manchmal es bitzeli. Auf 5 Sterne von mir kommt der Film trotzdem dank der ausgezeichneten zweiten Hälfte. Ich würde sogar behaupten, der Film legt gegen Schluss immer mehr zu. |
Ich sehe gerade dass Assassination in der USA sagenhafte 4 Mio Dollar eingespielt hat, und international ganze 10 Mio Dollar, also ein Drittel des Budgets. Gahts na? Wo sind die Leute mit Filmgeschmack? Da kann man die Oscarnominationen für Casey und Brad (die sie verdient hätten) ja gleich vergessen. Schade. |
wow, dirty harry, wir sind einer meinung. in sachen film...! das ist ein ganz grossartiger, sehr poetischer und wunderschön verfilmter western. wie schön, dass man in langsamkeit schwelgen kann anstatt in MTV-schnittabfolgen. fantastisches kino, ganz ganz gross gespielt (hat jemand Ted Levine, den Captain Stottlemayer aus Monk erkannt? [Editiert von pb am 2008-02-25 12:37:31] |
Zitat pb (2008-02-25 12:24:47)
...freue mich jedenfalls schon auf die DVD. |
Zitat Dirty Harry (2008-02-25 22:19:24)
was ja nicht sonderlich schlimm ist, schön dass es für filme wie diesen hier ein wenn auch eher kleines publikum gibt. |
Die Erzählweise gnagt schon ein wenig am Sitzleder, doch dafür stimmen die schönen Bilder, der tolle Score und die Schauspieler: Sam Rockwell ist toll, Brad Pitt spielt wie immer sehr glaubwürdig und toll (wann kommt nach 12 Jahren seine nächste Oscarnomination?) und Casey Affleck ist eine tolle Neuentdeckung der den Oscar verdient hat. Betreffend Schiesskunst, ich habe mal gelesen, dass die Wildwest Darstellung der Schussduelle sehr unrealistisch seien da die damaligen Pistolen sehr ungenau geschossen haben. Dies hat man in dem Film sehr gut gezeigt - auch wenn zwei Szenen weiter einer mit einem genauen Kopfschuss ermordet wird... [Editiert von sj am 2008-03-13 08:23:42] |
es gab zweifellos gute schützen unter den "cowboys", die waren aber sehr selten und ein mittiger kopfschuss war wirklich ein zufallsprodukt. Mr. James wurde wahrscheinich eh aus noch kürzerer distanz erschossen. dann trifft's auch gut das hirn. [Editiert von pb am 2008-03-14 09:32:16] |
Und was sagst du zum Score? Für mich wieder einmal richtig schön zum zuhören! |
eine ganz tolle überraschung ist das, der score. ich war sehr angenehm überrascht. sehe es so wie du, ja. |
Hab nun auch den Soundtrack. Grosse klasse, wie sowieso alles von Nick Cave. *fanboy* |
The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford wird seinem Titel eigentlich gar nicht gerecht. Regisseur Andrew Dominik gibt sich Mühe, ein differenziertes Porträt zweier aussergewöhnlicher Männer zu zeigen. Doch im Endeffekt ist und bleibt Bob Fords Tat feige, aber man verzeiht es ihm schlussendlich, besonders nach Sätzen aus dem Off wie: "And soon he missed Jesse James as much as anybody" oder "Bob Ford truly regretted that he shot Jesse James" Besonders hervorzuheben ist die Szenerie und die Kameraführung von Roger Deakins, die Musik von Warren Ellis und Nick Cave (cooler Gastauftritt!) und das Spiel von Brad Pitt, Casey Affleck (Nebendarsteller??? Wtf?!), der hier mehr überzeugt als in Gone Baby Gone und eine extrem Academy-wirksame Performance zeigt, und Sam Shephard als Frank James. Ja...eigentlich müssten es 6 Sterne sein, aber irgendetwas hat gefehlt, obwohl ich nicht genau sagen kann was. The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford unterscheidet sich qualitativ von anderen 6-Sternern, deshalb habe ich einige Aversionen gegen die Höchstwertung. Trotzdem: 5,5 Sterne [Editiert von El Chupanebrey am 2008-06-01 19:32:59] |
filmisch und darstellerisch gut - sonst langweilig, sehr langweilig. Wenn ich nicht 3h Zug gefahren wär, hätt' ich nie erfahren, wie der Film ausgegangen wäre ... ah doch! |
Zitat rem (2011-09-05 22:54:19)
Ja, genau... Man schaut ja auch JFK oder Gandhi, weil man wissen will, wies endet. |
Zitat El Chupanebrey (2011-09-06 11:11:41)
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Zitat rem (2011-09-06 21:59:42)
Meet me over at the Grounding-Thread, will you? |
Zitat El Chupanebrey (2011-09-06 23:57:27)
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