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Beitrag In the Valley of Elah

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In the Valley of Elah oder: David gegen Goliath


Seine erste Regiearbeit Crash gewann einen Oscar und es bedarf nicht übermässiger prophetischer Fähigkeiten, vorherzusagen, dass auch sein zweiter Film, In the Valley of Elah, bei der nächsten Vergabe des Goldmanns ein gewichtiges Wort mitreden dürfte. Die Rede ist von Paul Haggis, dem neuen Wunderkind Hollywoods, das sich ausser für die beiden erwähnten Filme auch für die Drehbücher von Million Dollar Baby, Flags of our Fathers oder auch Casino Royale verantwortlich zeigt.

In the Valley of Elah ist einer der ersten Filme, die den zweiten Irakkrieg aufarbeiten. Erfreulicherweise tut er dies auf unaufgeregte, differenzierte und leise Art, so dass es auch für uns Europäer, die wir auf amerikanischen Helden-Patriotismus normalerweise eher allergisch reagieren, erträglich ist. Behutsam portraitiert er eine neue Generation von jungen Soldaten, die der Krieg zu unberechenbaren Tötungsmaschinen gemacht hat. Geschickt integriert er dabei das neue Kommunikationsmittel Handy in die Story, mit dessen Hilfe der Kriegswahnsinn eine neue Authenzität erhält.

Leider weist der Film trotzdem eklatante Schwächen auf. So ufert er immer wieder in uninteressante und zähflüssige Nebenepisoden aus, die weder zur Story beitragen noch besonders ins offensichtlich beabsichtigte Mosaik passen. Solche Exkurse killen die sonst durchaus sorgfältig aufgebaute Spannung. Ein Beispiel für solch unnötiges Blähmaterial sind die langgezogenen Szenen, in denen grübelnde Menschen mit ungeheuer bedeutungschwangerem Blick einen Punkt irgendwo in der Ferne fixieren und vor sich hinsinnieren. Das ganze wird, wie wir es schon von Crash kennen, unterlegt mit nervtötend esoterischer New-Age-Klimpermusik, die wohl eine Nachdenklichkeit suggerieren soll, die sich aber nicht richtig einstellt.

Auch die Rolle von Charlize Theron hinterlässt einen zweischneidigen Eindruck. Vor allem die Szenen mit ihrem Sohn fallen in die Kategorie "rührseliger Hollywood-Gefühskitsch" und hätten getrost dem Schnitt zum Opfer fallen können. Wenn auch der Film dann neu hätte betitelt werden müssen. Überhaupt bleibt Theron in diesem Film sehr blass, und damit ist nicht nur ihr Makeup gemeint. Tommy Lee Jones, sichtlich gealtert, macht einen guten Job, während Susan Sarandon in ihrer Rolle massiv unterfordert ist und in der Mitte des Filmes verschwindet und nicht wieder auftaucht.

In the Valley of Elah ist ein Film, der es wert ist, gesehen zu haben und der für Furuore sorgen wird. Doch das Fazit fällt höchst zwiespältig aus. Wenn auch differenziert und intelligent inszeniert, gefällt sich der Film zu sehr in einer wichtigtuerischen Nachdenklichkeit, welche die Spannung vollkommen flöten gehen lässt.

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ebe's Wertung: 3 Sterne

Zitat ebe (2007-09-02 15:28:00)

Tommy Lee Jones, sichtlich gealtert, macht einen guten Job


Was meinst du zu seiner Oscar-Nomination?

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2008-01-23 16:54:42)
Zitat ebe (2007-09-02 15:28:00)

Tommy Lee Jones, sichtlich gealtert, macht einen guten Job


Was meinst du zu seiner Oscar-Nomination?

Sie geht in Ordnung. Ziemlich überrascht bin ich, dass der Film nicht mehr Nominationen erhielt. Wiedermal daneben getippt, sapperlot...
Aber nun ja, da ich den Film ohnehin nicht sehr mochte, hält sich meine Enttäuschung in Grenzen. ;)

ebe's Wertung: 3.0 Sterne

In the Valley of Elah oder: No Country For Old Soldiers

Man nehme die Kriegsmüdigkeit der Amerikaner, mische sie mit dem beliebten Thema Wertezerfall (siehe No Country For Old Men) und man erhält In the Valley of Elah, ein grösstenteils spannendes Thrillerdrama mit gutem Cast und einer überragenden Figur: Tommy Lee Jones! Der Mann ist einfach ein Schauspieler erster Klasse, die Oscar-Nomination geht völlig in Ordnung (wenn ich There Will Be Blood gesehen habe, kann ich meine Gedanken über verdienten oder nicht verdienten Gewinn von Daniel Day-Lewis aufschreiben können). Jones zeigt auch hier wieder, dass Minimalismus auf der Leinwand einfach gut ankommt. Da können Method-Actors (meistens ehemalige Theaterschauspieler) nicht mithalten, das ist auch der Grund, warum ich einem Viggo Mortensen den Oscar sehr gegönnt hätte.
Aber zurück zum Film: Er schneidet ein interessantes Thema an, beleuchtet es vielseitig und bringt es noch mit Augenzwinkern (die Fahne) zu Ende. In the Valley of Elah zeigt schön was der Irak aus den Menschen macht. Ich erkenne aber klare Parallelen zu No Country For Old Men, nicht nur deshalb, weil Josh Brolin so aussah, als ob er, nachdem er mit Llewellyn Moss Feierabend hatte, noch schnell in die Rolle des Chiefs geschlüpft ist. Vier Schauspieler (na gut, eine Statistin) aus dem Coen-Film sind dabei, und auch hier geht es um Veränderungen. Wertezerfall, sinnlose Gewalt und no way out.
Paul Haggis erzählt die Geschichte schön sachte, nur manchmal kommt der Film etwas vom Weg ab. Auch ein Negativpunkt war Susan Sarandon, a new Meryl Streep is born! Mehr als Weinen und dem Weinen nahe sein hat Sarandon hier nicht geleistet, schade!
Trotzdem ist In the Valley of Elah ein schön umgesetzter Film mit löblicher Kernaussage. Und für unsere Symbolik-Fans:

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Nachdem Hanks sämtliche Illusionen zerstört worden sind (die Armee, die bei ihm noch Kameradschaft hiess und jetzt seinen Sohn umbringt und es nicht einmal richtig macht, weil die Kollegen Hunger haben) und er, der saubere Vorzeigeamerikaner nun beider Söhne beraubt wurde, hisst er die Flagge verkehrt (=Amerika in Not) und macht sie gleich mit Klebeband fest => das kann noch dauern!

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-03-08 18:48:33]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2008-03-07 21:48:45)

Auch ein Negativpunkt war Susan Sarandon, a new Meryl Streep is born! Mehr als Weinen und dem Weinen nahe sein hat Sarandon hier nicht geleistet, schade!


Hast du was gegen Meryl Streep??? :!

[Editiert von psg am 2008-03-07 21:58:18]

psg's Wertung: Noch nicht bewertet

Zitat ebe (2007-09-02 15:28:00)

Die Rede ist von Paul Haggis, dem neuen Wunderkind Hollywoods, das sich ausser für die beiden erwähnten Filme auch für die Drehbücher von Million Dollar Baby, Flags of our Fathers oder auch Casino Royale verantwortlich zeigt.


Clint Eastwood hat In the Valley of Elah finanziert.

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat psg (2008-03-07 21:58:02)
Zitat El Chupanebrey (2008-03-07 21:48:45)

Auch ein Negativpunkt war Susan Sarandon, a new Meryl Streep is born! Mehr als Weinen und dem Weinen nahe sein hat Sarandon hier nicht geleistet, schade!


Hast du was gegen Meryl Streep??? :!


Bloss 'ne Anspielung gemacht, dass die bei jeder Award-Vergabe die Tränendrüse einschaltet. ;)

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

In the Valley of Elah ist ein sehr gutes Kriegs-Drama mit einer wie gewohnt sehr starken Charlize Theron. Ebenfalls zeigt der etwas älter gewordene Tommy Lee Jones dass er immernoch der "Alte" ist (;)) und sehr gut schauspielern kann.

Der Film an sich braucht ein wenig Zeit um in die Gänge zu kommen. Am Schluss erhält man ein spannender Thriller der übers ganze gesehen von A bis Z überzeugen kann. Das Thema ist sehr schwierig darzustellen aber Paul Haggis bringt die ganze Sache sehr gut rüber. Nicht zu erwarten ist dagegen ein Happy End; aber genau dies macht diesen Film so gut.

Absolut empfehlenswerter Film fürs Kino. Schauspieler sind top und die Geschichte ist zwar heikel aber gut zu verstehen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

daw's Wertung: 5.0 Sterne

Imho viel zu pathetischer Film, bei der Szene mit dem Kind und der Fahnengeschichte (Wink mit dem Zaunpfahl) wurde mir richtig übel.

euros' Wertung: 3.0 Sterne

Höchst kritischer Film gegenüber den Krieg und den (gebraucht von) Soldaten. Sehr anti Amerikanisch und der Film lässt viele Szenen für Interpretationen offen.
Tommy Lee spielt sehr gut, aber Charlize spielt auch aber immer wieder die gleiche Rolle, die starke Frau, die unterdrückt wird, die âber kämpft. Also war Charlize enttäuschend. Susan Surandon hätte es auch nicht gebraucht, ihre Szene als sie die Leiche ihres Sohnes sah war auch höchst stereotypisch("Haben Sie ein Kind?". Tausend mal gesehen, tausendmal nicht verstanden oder nachvollziehen können.
Doch die Story ist sehr gut und auch die Kritik kommt sehr gut rüber udn auch die Geschichte vom kleinen David und dem Riesen Goliath ist gut eingesetzt als Metapher.
Doch an der Umsetzung mangelts halt ein bisschen, ein bisschen wie CSI am Anfang, dann ein bisschen zu viel Drama und der Schluss und die Auflösung war auch ganz im typischen Stil von Hollywood. Am Schluss ist es halt doch ein Film aus Amerika.
Der Schluss ist auch nicht ganz stimmig.

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Wo haben die 3 Soldaten denn ihre blutigen Kleider entsorgt und neue gekauft in der Nacht? Auf dem Foto im Auto hatten sie alle ganz saubere Kleider.

Doch die Aussagen des Filmes sind schon sehr sehenswert und man sollte sich wirklich nach dem Film überlegen ob das alles Sinn macht und ob man doch nicht etwas ändern könnte, was z.B. die USA macht.
Ein Film der Tiefgang hat, richtig gute Aussagen macht, ein Film der zum NAchdenken anregt, ein fIlm der richtig anti amerikanisch ist aber shclussendlich doch amerikanisch wirkt. Es fehlt einfach an einer besseren Umsetzung.

fearing is believing's Wertung: 4.0 Sterne

interessante auseinandersetzung mit den irakkrieg und den schäden, die der einsatz wohl bei manchen der überaus jungen soldaten angerichtet hat.

sehr politische aussagen gegen schluss des films, das wird wohl der grund gewesen sein, dass der film so ultrgefloppt ist in den staaten. das oder der umstand, dass der film irgendiwe nicht so spannend gewesen ist. ;) die mehr als schlechten handycam einspielungen haben mich derbe genervt.

Ghost_Dog's Wertung: 3.0 Sterne

Schlicht ein Meisterwerk!

umbro's Wertung: 6.0 Sterne


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