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Beitrag Lust, Caution - Se jie

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Lust, Caution - Se jie oder: Gefährlicher Geliebter


Ang Lee braucht ja mittlerweilen nicht mehr gross vorgestellt zu werden. Mit Werken wie Brokeback Mountain, The Ice Storm oder Crouching Tiger, Hidden Dragon hat er sich seinen Platz in Hollywoods Olymp längst gesichert und darf sich unter vielem anderem auch Oscar-Preisträger nennen. Mit Lust, Caution präsentiert er uns wiedermal eine chinesische Produktion, die aber leider grösstenteils enttäuscht.

Die auf einer Short Story von Eileen Chang basierende Geschichte um Liebe, Leidenschaft und Verrat ist nun wirklich etwas abgestanden und wurde in leicht variierter Version schon tausendmal erzählt. Als ob sich Lee dessen bewusst wäre, päppelt er seinen Film in der zweiten Hälfte mit einigen recht deftigen und expliziten Sexszenen auf. Diese sind denn auch das, was vom Film am nachhaltigsten in Erinnerung bleibt. Sie bewegen sich an der fliessenden Grenze zwischen Erotik und Brutalität, sind aber in ihrer Intensität beeindruckend. Ansonsten wirkt die Geschichte wie ein Eintopf aus Versatzstücken beliebiger Liebes-, Spionage-, Sex- oder Kriegsstories, auf kleinem Feuer geköchelt und in üppigen und hochglänzenden Bildern serviert. An keiner Stelle wirklich mitreissend, fragt man sich, wie um alles in der Welt dieser Film zweieinhalb Stunden lang hat werden können. Fast scheint es, als sei dieser laaange Rest des Films lediglich Exposition für die paar Minuten Sex. Pornos verfahren da jeweils umgekehrt.

Natürlich ist nicht einfach alles schlecht. Dafür versteht Lee sein Handwerk als Regisseur schlicht zu gut. Dies äussert sich in einer sorgfältigen Inszenierung mit einem exzellenten Schauspielerensemble um Honkong-Superstar Tony Leung und die schöne Wei Tang. Und doch verfügt Lust, Caution nie genügend Potenzial, mehr zu sein als ein ordentliches erotisches Kriegsdrama. Vielleicht sind nur die gestiegenen Ansprüche schuld an der leisen Enttäuschung, die einem nach Verlassen des Kinosaals beschleicht. Doch nur schon gemessen an seiner Überlänge bietet der Film zu wenig.

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ebe's Wertung: 3 Sterne

Nur kurz etwas zu den Sexszenen: Man sieht keine Geschlechtsteile, die Personen liegen halt einfach nicht mit BH und Unterhosen im Bett sondern man sieht den Liebesakt ohne die letzten Details. Ich für meinen Geschmack finde, dass ein Film dadurch stark an Glaubwürdigkeit gewinnt. Mir wirds jeweils schlecht wenn ich nach einer "One Night"-Sezen die Dame mit dem BH im Bett liegen sehe - das ist nun mal nicht realistisch.

Ebenfalls sehr interessant, die Sexszene war ein grosses Gesprächsthema. Die Szene in der mehrmals mit einem Messer auf einen Menschen eingestochen wird, der völlig geschockt umherirrt und davon laufen wird - wärend er weitere Stiche einstecken muss - wurde nie erwähnt. Schon bedänklich, dass Gewalt in Filmen völlig normal ist wärend das natürlichste immer noch ein Tabu ist.

sj's Wertung: 3.0 Sterne


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