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Michael Clayton oder: We feed the World


Dunkle Machenschaften von millionenschweren Multis sind ein Thema, das im Kino immer wieder gerne aufgegriffen wird. Man denke beispielsweise an Erin Brockovich oder The Insider. Michael Clayton reiht sich in diese Tradition ein. U/North heisst diesmal die - fiktive - Firma mit Dreck am Stecken. Sie ist ein Agro-Chemie-Unternehmen, was durchaus ein weites Spektrum an Zuweisungsmöglichkeiten zulässt. Man kann wahlweise Unternehmen wie Novartis oder auch Nestlé in U/North hineininterpretieren. Die fiesen Heilewelt-Werbespots à la "Wir versorgen die Welt", die im Film immer wieder vorkommen, erinnern jedenfalls stark an den Grosskonzern aus Vevey.

Wie auch immer: Anonyme Grossunternehmen sind beliebte Bösewichter. Während allerdings in ähnlichen Filmen meist ältere besonnenbrillte Herren hinter abgedunkelten Scheiben diesen Firmen ein Gesicht geben, ist es hier eine attraktive Frau in den mittleren Jahren, verkörpert von Tilda Swinton. In erster Linie dank ihr ist Tony Gilroys Film auch unbedingt sehenswert. Sie stellt die vordergründig souveräne Karen Crowder, die von steigender Angst getrieben wird, brillant und sehr nuanciert dar. Man nimmt ihr ihre Figur, die um ihre Karriere fürchtet und wie ein angeschlagenes Tier darum kämpft, jederzeit ab. In nachhaltiger Erinnerung bleibt schon ihr erster Auftritt nach wenigen Minuten. Eine hervorragende Vorstellung einer hervorragenden Schauspielerin.

Was George Clooney betrifft, so ist er halt einfach George Clooney. Sowohl im Guten als auch im Schlechten. Will heissen: Er glänzt durch eine starke Präsenz und sieht wie gewohnt umwerfend aus, ohne dass er jemals seinen Nespresso-Blick allzu stark variieren muss. Leicht ironisch dabei sicherlich, das Nespresso bekanntlicherweise eines der wichtigsten Brands welches Weltkonzernes ist...? Eben.

Aber genug geschnödet. Michael Clayton ist ein solider Film, der anfangs vertrackter daher kommt, als er es wirklich ist. Obwohl zeitweise leicht überladen mit Neben-Handlungen, ist es trotzdem ein grundspannender Film und - vor allem dank Tilda Swinton - mehr als ein blosser "Wir-bashen-die-bösen-Multis"-Thriller geworden. Deshalb das Verdikt: Empfehlenswert.

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ebe's Wertung: 4 Sterne

Zu diesem Thema wurden insgesamt 20 Beiträge geschrieben.
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"Michael Clayton" kann ich nur weiterempfehlen. Mich hat der Film fast die ganze Zeit gefesselt. Zu Beginn kommt er etwas verwirrend daher, ohne Vorwissen über den Inhalt braucht man schon seine Zeit bis man die Geschichte als klare Einheit versteht. Mit der Filmbeschreibung von Outnow ist man mehr als gerüstet, ja man weiss eigentlich schon zu viel.
Die Spannung nimmt natürlich gegen den Schluss zu, was den Zuschauer schliesslich erfreuen und triumphieren lässt.
Einziger Minuspunkt: Zeitweise ist "Michael Clayton" ein wenig langatmig.

marc_blond's Wertung: 5.0 Sterne

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*Räusper*

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muri's Wertung: 4.0 Sterne

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Gute Sache. Zwischendurch ein bisschen viel Blabla und das auch noch hochstehend und zu philosophisch, aber der Film ist spannend und sehr überzeugend gespielt. Clooney wird immer besser und seine Co-Stars brillieren fast noch mehr.

muri's Wertung: 4.0 Sterne

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War ein guter Film. Schauspielerisch top (George Clooney zeigt, dass er nicht nur hübsch aussehen kann, Oscar-Nomination verdient, Tom Wilkinson ist stark, wobei ich Sydney Pollack die Oscar-Nomination mehr gegönnt hätte, und Tilda Swinton, die zwar gut spielt, aber imho doch nicht ganz an Amy Ryan und Cate Blanchett rankommt), gutes Drehbuch, sensationeller Score, brillantes Ende und keine langweiligen Stellen. Das Ganze war aber manchmal ein bisschen zu vertrackt und kompliziert, da habe ich mich gefragt, ob man das nicht ein bisschen einfacher hätte gestalten können.
Michael Clayton besticht durch einen satirischen Unterton und gute Schauspieler, ist aber etwas am Kinozuschauer vorbeiproduziert, weil doch nicht jeder mit der komplizierten Thematik viel anzufangen weiss.

Aber ich schliesse mich ebe an:

Zitat ebe

Deshalb das Verdikt: Empfehlenswert.

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

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Ich habe mal eine Frage an die anderen User.

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Wie habt ihr die Mord-Szene im Bad empfunden?

Ich hatte ehrlich gesagt extrem Mühe! Hat mich dann ne ganze Weile beschäftigt. Ich habe schon viele brutale Filme gesehen und würde sagen, dass ich relativ abgehärtet bin. Als in Rambo diverse Körperteile quer über die Leinwand flogen hat mich das nicht wirklich davon abgehalten genüsslich mein Popcorn zu essen.

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Nur war es in der Bad Szene

eine andere Form von Brutalität, eiskalt und irgendwie klinisch, mechanisch. Wenn der Film dann am TV kommt gehe ich während dieser Szene wohl schnell aufs WC.

Ging euch diese Szene auch unter die Haut oder hatte ich nur einen "Weichei-Tag"?


[Editiert von mobbe am 2008-03-25 00:44:48]

mobbe's Wertung: 5.0 Sterne

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@ mobbe
Ja, es war schon mal was anderes, aber es zeigt natürlich auch, wie professionell diese Drahtzieher sind. Speziell unter die Haut gings mir zwar nicht, aber es hat halt schon eine "beängstigende" Wirkung, wenn jemand

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im Flur überrascht wird, blitzschnell betäubt und schliesslich etwas Tödliches eingespritzt bekommt (Luft, nehme ich an).

Fazit: Ist eine harte Szene, aber sie hat mich jetzt nicht überaus stark schockiert, kann mir aber vorstellen, dass auch Nicht-Weicheier dabei Mühe haben.

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Wow! Ich hatte relativ wenig erwartet, und dann das! Ein Film weitab jeglichen Mainstreams, dank einem genialen Drehbuch. Und diese Schauspieler! Zugegeben, Clooney ist halt Clooney, aber ich fand ihn hier hervorragend, wenn auch klar nicht die Klasse von Tom Wilkinson und Tilda Swinton. Schade, dass "No Country for Old Men" nicht letztes Jahr war! Dann hätte für mich der hier der grosse Oscarabräumer sein können, aber gegen Konkurrenz wie Javier Bardem kann man wenig ausrichten. ;)
Jedenfalls, ich fand den Film beinahe perfekt. Es fällt mir kein passenderes Wort sein, denn ich weiss wirklich nicht, was ich auf der negativen Seite gross anführen soll. Dass Tilda Swinton zu wenig Auftritte hat? Dass die Story im Endeffekt ein wenig zu banal ist? Dass die Endauflösung zu gewöhnlich sei? Dass die Flut an Informationen anfangs unnötig gross ist? Dass der Film in der Mitte ein wenig hängt?
Nein, das sind für mich alles keine Minuspunkte. Ich kann es nicht anders sagen, ich bin vollständig begeistert von dem Film.

Michael Clayton ist ein Thriller, wie man es nicht alle Tage sieht: Ein cleveres Drehbuch gekonnt klassisch verfilmt und hochkarätig besetzt. Ein Meisterwerk, das den interessierten Zuschauer zwei Stunden in den Bann zieht.

Ich vergebe begeistert die erste 6-Sterne-Wertung des Jahres. :i

"I am Shiva, the god of death!"

jon's Wertung: 6.0 Sterne

ich kann dem film beim besten will genau gar nichts abgewinnen. die story war einfach nur lahm und konnte mich zu keiner sekunde wirklich packen. und wenn die story so banal und in die länge gezogen ist - da können die schauspieler ihre sache noch so gut machen, es hilft einfach nicht den zuschauer bei lauen zu halten. v
ich war froh als die vorstellung endlich vorüber war, und ich nach hause gehen konnte. andere leute wussten wohl schon mehr als ich und sind gar nicht erst in die vorstellung gegangen. im maxx @ emmenbrücke war die vorstellung in einem seeehr kleinen saal und trotzdem war fast keiner da - und das mit gutem grund. :!

Lord eAgle's Wertung: 2.0 Sterne

Den Streifen gerade gesehen. Not bad, not bad at all.

Interessant wie aus dem Saulus ein Paulus wird und das auch ohne die Glaubwürdigkeit des Filmes darunter leidet.

Der Film hat was von "Damages"...Der Schorsch macht seine Sache wirklich sehr gut. Und Tilda mal nicht so androgyn zu sehen ist auch eine nette Abwechslung.


Ach ja Lord eAgle:

Da geht man ins Kino um einen Anwalt-Thriller zu sehen und dann sieht man nicht mal einen schäbigen Panzer. Nicht mal ein Maschinengewehr oder ein Comanche-Helikopter wird gezeigt. Ich wollte doch auch "Guerrilla Warfare in Manhattan" sehen v. In was für einer Welt leben wir eigentlich wo in einem Anwalt-Thriller nur noch geredet wird. Man! That sucks!


ich war froh als die vorstellung endlich vorüber war, und ich nach hause gehen konnte. andere leute wussten wohl schon mehr als ich und sind gar nicht erst in die vorstellung gegangen. im maxx @ emmenbrücke war die vorstellung in einem seeehr kleinen saal und trotzdem war fast keiner da - und das mit gutem grund.

Könnte es sein, dass

a) Der Film schon einige Wochen im Kino läuft
oder
b) in der Innerschweiz die Leute 'sottigs Züg eifach' nicht mögen?

You choose...

Markus' Wertung: 5.0 Sterne

Zitat Markus (2008-03-29 22:12:00)

Ach ja Lord eAgle:

Da geht man ins Kino um einen Anwalt-Thriller zu sehen und dann sieht man nicht mal einen schäbigen Panzer. Nicht mal ein Maschinengewehr oder ein Comanche-Helikopter wird gezeigt. Ich wollte doch auch "Guerrilla Warfare in Manhattan" sehen v. In was für einer Welt leben wir eigentlich wo in einem Anwalt-Thriller nur noch geredet wird. Man! That sucks!

was du da wieder reininterpretierst. davon habe ich absolut gar nichts geschrieben. nein, ich wollte einen anwalt-thriller sehen. aber einer mit story, die auch zu packen vermag. nur weil die story anfangs ein bisschen von hier und da erzählt und auch noch am ende beginnt -> macht das den film noch lange nicht spannend.


Zitat Markus (2008-03-29 22:12:00)

Könnte es sein, dass

a) Der Film schon einige Wochen im Kino läuft
oder
b) in der Innerschweiz die Leute 'sottigs Züg eifach' nicht mögen?

You choose...

a) falschaussage, lief hier in luzern gerade mal seit 7 tagen . 8)
b) kann zutreffen - wir zentralschweizer scheinen einen guten geschmack zu haben :p

Lord eAgle's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat Markus (2008-03-29 22:12:00)

b) in der Innerschweiz die Leute 'sottigs Züg eifach' nicht mögen?


Doch, wir mögen das Zeug. Bloss diejenigen, die das mögen, gehen nicht ins Maxx. ;)

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-03-30 11:04:12]

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Der Film war wie erwartet: Ein typischer Thriller mit Topbesetzung der langatmig ist.
George Clooney, na ja, keine Ahnung weshalb er für den Oscar nominiert wurde(wahrscheinlich weil er in diesem Film ein bisschen Mut zur "Hässlichkeit" zeigt mit ein paar Falten mehr im Gesicht, halt typisch Oscars: Mut zur Hässlichkeit=Oscar Nomination). Er spielt halt so wie in der Nespresso Werbung, nur länger. Ein bisschen hundeblick, ein bisschen der seriöse Blick, ein bisschen Posen, ein bisschen der hochkonzentrierte Blick etc. George Clooney hat micht nicht wirklich überzeugt.
Auch Tilda Swinton nicht, erst am Schluss richtig, im Finale. Tilda Swinton mag eine exzellente Schauspielerin sein, aber Cate Blanchett war also viel viel besser in "I'm not there", aber so sind die Oscars halt.
Zur Story ist zu sagen, dass nie richtig klar ist, um was es eigentlich geht, aber vielleicht war dies auch mit Absicht, um zu zeigen, dass wir heutzutage auch so Sachen haben z.B. mit Hilfswerken, Novartis etc. Aber solche filme hat es auch shcon bessere gegeben, die auch die dinge expliziter zeigen.
Das ganze war ziemlich langsam inszeniert. Die erste Hälfte geht langsam voran und mich hat es genervt, dass man immer noch nicht wusste, bis zur Pause, um was das Ganze eigentlich ging.
Die zweite Hälfte war dann shcon besser, aber immer noch nicht mitreissend genug.
Die Erzählstruktur war aber gut und das man am Ende auch dann das ganze sieht. Vielleicht unnötig, aber gut.
Auch die Nebenhandlungen waren unnötig, so die ganze Sache mit der Bar, mit der Spielerei etc. Nicht wirklich nötig und auch nicht wirklich etwas zur Geschichte beitragend und deshalb verlangsamen diese Nebenhandlungen auch den ganzen Film.
Fazit: Ryan Gosling anstatt George Clooney, Cate Blanchett anstatt Tilda Swinton, mehr Tempo, weniger unnötige Sachen in die Geschichte einbauen!

[Editiert von fearing is believing am 2008-04-01 16:25:59]

fearing is believing's Wertung: 2.0 Sterne

Genialer Streifen! Bisher mein Fav. 2008!

Ich fand ja schon Insider vor ein paar Jahren ein absoluter Topstreifen. Und auch Michael Clayton hat so eine unangenehme kühle Spannung die einem von Minute zu Minute mehr in den Bann zieht. Da man weiss das sich Clayton Auto irgendwann mal in Feuer und Flamme verwandelt, kriegt der Streifen gegen Enden einen richtigen Drive und endet mit einer knallharten Abrechnung.

Clooney spielt dabei den "Anwalt" absolut genial. Im Vergleich zu DD Lewis auf selben Niveau, nur ist Clooneys Rolle halt nicht so impulsiv was ihm viel ruhigere Szenen bescherrt. Swinton ist gut, aber imho nicht oscarwürdig. Dafür hat sie viel zu wenig Screentime und muss auch nichts zeigen.

Chemic's Wertung: 6.0 Sterne

*Sympathiepunkt für Chemic eintrag* :d

jon's Wertung: 6.0 Sterne

Zitat Chemic (2008-04-29 03:20:15)

kriegt der Streifen gegen Enden einen richtigen Drive und endet mit einer knallharten Abrechnung.


Jep, solche Enden sind genial. Die Abrechnung bei Michael Clayton ist super gelungen! :)


Clooney spielt dabei den "Anwalt" absolut genial.


Muss ich auch unterschreiben. Clooney ist ein genialer Filmschauspieler.

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

*Gruppenknuddel* oder wie? :d

Chemic's Wertung: 6.0 Sterne

Nur wenn ich auch einen 6er verteilt hätte. ;)

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne

Na auf was wartest du dann noch? :P

jon's Wertung: 6.0 Sterne

Michael Clayton gehört zu den Filmen, die mir richtig Spass bereitet haben, die ich grossartig finde - aber auch zu den Filmen, die ich nicht ohne weiteres weiterempfehlen würde.
Aber diese Filme sind mir die Liebsten: Filme deren Erlebnis und deren Faszination einem sehr persönlich treffen - ohne sich im kollektiven Rückhalt zu wissen.
Was für eine ruhige und schöne Geschichte. Was für tolle Bilder. Was für eine grossartige Musik. Was für ein grandioses Spiel aller Beteiligten (den Sohn übersehe ich in meiner Überschwänglichkeit grosszügig).
Unbedingt ansehen und ihn lieben - oder sich halt langweilen, aber ein Versuch ist es allemal wert - alleine der Bilder wegen.

Thomas Meier's Wertung: 5.0 Sterne


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